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Beerdigung


Ein ganzes Leben in 20 Minuten erzählt.
Die Urne inmitten von Blumen.
Ein fremder Mensch, der über ihn sprach als ob er ihn kannte.
Manche seiner Worte kamen mir wie bittere Ironie vor.
Neben mir zitterte mein Bruder.
Vor Kälte. Vor Trauer.
Es war sehr kalt.
Um uns und in uns.
Itzhak Perlmans Geige durchbrach die Stille.
Eine Melodie, die tief rührte.
Am Grab dann das Geräusch des Sandes, der auf die Urne fällt.
Ein grausames Geräusch.
J. stand furchtbar verloren zwischen ihrer Mutter und ihrer Schwester. Mein Papa, der ein leises "Mach"s gut!" flüsterte.
Mein Bruder hat ihm etwas Bauschutt mit ins Grab gegeben.
Ich habe mich an meine Mutter geklammert. Das alles hat mich tief erschüttert.
Als wir dann zum Kaffee trinken gefahren sind, habe ich nach Fotos gesucht. Irgendetwas, das an ihn erinnert.
Nichts. Keine Fotos. Keine persönlichen Gegenstände. Alles steril.
Als ob es ihn nie gegeben hätte. Tief im Bauch war ich wütend auf J."s Mutter. Weil sie so aufgekratzt wirkte. Weil sie jede Erinnerung an ihn verdrängt hat. Niemand von uns wird ihn je vergessen. Ein Teil von ihm steckt in O."s und J."s Haus. Und J. trägt ihn mit sich.
Jeden Tag.
Trotzdem: Das Leben ist nicht fair!

"What can you see on the horizon?
Why do the white gulls call?
Across the sea a pale moon rises --
The ships have come to carry you home.
And all will turn to silver glass
A light on the water
Grey ships pass
Into the west."
(A. Lennox / Into the west)
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