Augenblicke

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Notizen


Alte Gedanken:
Es gab einmal diesen Moment vor langer Zeit, in dem ich mir bewusst war, am Leben zu sein. In dem ich mich so klein fühlte auf dieser riesigen Welt.
In dem ich spürte, dass ich bin.
Dass ich existiere.
Das waren vielleicht Sekunden.
Und ich konnte regelrecht spüren, wie wir durchs Weltall rasen.
Ich erinnere mich noch, dass es mich wie ein Blitz durchzuckte und es überall kribbelte.
Das gab es nie wieder.
Nie wieder wurde ich mir meiner Existenz so bewusst, wie an diesem Sommertag vor vielen Jahren.

Die Wahrheit ist, dass ich ruhelos bin.
Getrieben von einer Angst, die absurd ist.
Für mich aber in diesem Moment so greifbar wie nichts anderes.
Und die Gedanken rattern wie ein Uhrwerk.
Rasten ein.
Rattern weiter.
Ruhelos.

Vergangene Nacht:
Die tote Birke zeichnet sich gegen den Nachthimmel ab. Beinahe wie aus einem Burton-Film entsprungen.
Und mein Alleinsein empfinde ich heute als erdrückend.
Es ist Herbst und mit dem Fallen der Blätter kommt auch ein Gefühl des Verlorenseins in mir auf.
Die Stille, die in mir herrscht, gleicht einer Leere.
Dieser Leere folgt unmittelbar das Gefühl des Nichtgebrauchtwerdens. Und mir ist manchmal so kalt, dass nicht einmal körperliche Nähe mich wärmen kann. Oft versuche ich mich an netten Worten zu wärmen. Doch sie kommen nicht immer aus dem Herzen, sondern dienen oftmals nur als Mittel zum Zweck. Aber das nehme ich hin.
Wortlos.

Heute:
Sonntag. Ein stiller Tag. Ein am-Fenster-stehen-und-raus-sehen-Tag. Ich habe in meinem Zimmer Kreise gezogen und mir in meinem inneren Ruhe geschaffen. Und vor allem Raum. Raum für das, was wichtig ist für mich. Ein Tag des Durchatmens.
Leise und angenehm.
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