Tagebuch Online -
kostenlos anmelden -
Neue Einträge -
Neue Kommentare -
Top Tagebücher -
Schnäppchen für TBL-User
|
|
||
Die Flucht - Teil 2So irrte ich also über die Wiesen im Tal, immer dem Licht der Glühwürmchen folgen. Sie fliegen abends immer in Richtung Wald und ich brauchte ihnen nur zu folgen damit es weiterging. Doch ich hatte eines Vergessen: Nichts ist so wie es scheint, erst recht nicht in der Dunkelheit. Denn die Glühwürmchen führten mich nicht wie ich glaubte zum Wald, sondern zum Moorteich. Das ist der Teil, vor den uns die Eltern immer warnen. Schon viele Elfen und andere Wesen haben dort ihr Leben gelassen. Denn auch wenn der Teich, wie du ja weißt, friedlich aussieht, so ist er doch tödlich. Aus ihm gibt es kein Entkommen. Doch dies merkte ich erst, als ich schon mit einem Fuß in dem braun-grünen Wasser stand. Panik ergriff mich, als ich merkte wo ich da hineingeraten war. Ich umfasste meine Wade mit beiden Händen und versuchte mich heraus zu ziehen. Doch ich bekam meinen Fuß nicht heraus. Nein, ich sank noch viel tiefer hinein. Die Angst schnürte mir die Kehle zu, Verzweiflung keimte in mir. Ich durfte jetzt nicht im Teich versinken. Ich musste dich doch finden, musste zu dir gelangen. Ich wollte nicht schon gleich am Anfang scheitern. Plötzlich rutschte ich aus. Jetzt war ich auch noch mit meinem Arm im Moor. Und immer weiter zog mich das Wasser nach unten, wie ein unaufhaltsamer Sog. Verzweifelt kämpfte ich, doch es war schon zu spät. Ich sank immer tiefer und tiefer. Und ich machte alles nur noch schlimmer, indem ich krampfhaft versuchte mich zu befreien. So kam es, dass ich auf einmal auch mit meinem zweiten Bein im See war. Nun, dachte ich, war ich verloren. Ich werde sterben, ehe ich dich finde. Schließlich stand mir das Wasser bis zum Hals. Ich musste meinen Kopf in die Höhe strecken, um überhaupt noch atmen zu können. Meine beiden Hände ragten noch einmal kurz in die Luft bevor ich versank. Überall um mich herum war dunkles Wasser und meine Lungen füllten sich unaufhaltsam damit. Ich war kurz davor in Ohnmacht zu fallen, als ich spürte wie mich zwei kräftige Hände packten. Sie zogen zwei- dreimal und schon lag ich wieder auf dem feuchten Gras. Ich hustete wie wild und spuckte dabei jede Menge Moorwasser aus. Ich schnappte wie wild nach frischer Luft. Als ich wieder einigermaßen zu mir gefunden hatte, schaute ich hoch um zu sehen wer mich gerettet hatte. Vor mir stand eine Gestalt, so groß wie ein Bär. Es war ein Zentaur, halb Mann, halb Pferd. Er hatte ein weißgraues Fell, das in einen kräftig gebauten Mann überging. Er schnaubte und scharrte mit den Hufen.“ Opaus unterbrach kurz seine Erzählung, um ein neues Bier zu bestellen. Sofort wuselte der Wirt, ein Erdgnom, zu uns und stellte auf den Tisch noch einen Krug von dem warme Getränk. Opaus nippte nur kurz etwas von dem warmen Schaum. Unterdessen trommelte Evangeline ungeduldig mit ihren schlanken Fingern auf dem Holztisch herum. Noch nie hatte sie einen Zentaur gesehen. Sie dachte sogar, sie seien wirklich nur Märchengestalten. Doch nun erfuhr sie, dass es sie doch gab. Sie wollte unbedingt wissen wie es jetzt weiterging, die Geschichte wurde zunehmend spannender. Doch noch immer konnte Evangeline sich nicht erklären, wie ihr Bruder sie hatte finden können. Als Opaus den Krug wieder auf den Tisch stellte hob er an, um weiter zu erzählen: wild rose - am 04.09.2006 16:56 Kommentarehanuta90 - 14.09.2006 19:06hi du, bin ja immer nur stille mitleserin, aber ich find die geschichte echt klasse! glg hnauta90 Kommentar schreibenDu musst dich Einloggen oder kostenlos anmelden um Kommentare zu schreiben |
||
|
Verantwortlich für sämtliche Inhalte und Daten dieses Tagebuches ist der Autor. Weitere Informationen - Regelverstoss melden
|
||