wie ein Buch

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Der erste Teil


Jeder Tag scheint immer so, wie ein Traum, wenn er man Ende angelangt ist. Wie eine Geschichte in einem Buch.
Und Bücher faszinieren uns wie das Leben, ergreifen uns, zerschmettern uns und immer hoffen wir und warten wir auf ein Happy End.
Doch das Happy End ist nie wie der Tod, denn die Geschichte im Buch hört irgendwann glücklich auf
unsere geht weiter und endet oft im Schmerz.

Meine Geschichte

Als ich 3 oder 4 Jahre alt war, genau weiß ich das nicht mehr, da hatte ich eine Beste Freundin. Manchmal versuch ich mich an sie zu erinnern und dann wirkt das Bild verschwommen, doch ich weiß noch ganz genau, wie es war, damals. als ich mit ihr spielte. Sie hatte braune Haare, ich glaube sie waren lang, bis über die Schulter. Ich kann mich nicht erinnern ob ich lange Haare hatte, wahrscheinlich schon, weil ich sie erst abgeschnitten hatte, als ich in der 4. Klasse war.
Ihr ging es nie gut, nicht körperlich, gesundheitlich, aber das fiel mir nicht auf, auch nicht die Tatsache das ich sie gebraucht habe. Wie jeder Mensch, gewöhnte ich mich an Dinge und konnte nicht mehr loslassen. Was es heißt zu verlieren, wurde irgendwann mein Schicksal, das ich mir selbst auferlegt hatte.
Nein, ich möchte jetzt nicht sagen, sie ist irgendwann eines schrecklichen Todes gestorben und davon habe ich ein traumatisches Leben bekommen, nein, sie ist einfach nur irgendwann verschwunden. Plötzlich,
meine Mum wollte mich schützen, sie hatte Angst ich würde dieses Erlebnis durchmachen, hat noch wie so oft Dinge entschieden die mich nicht verletzten sollten, doch dabei wurde ich nur noch viel verwundlicher, so wie sie.
Steffanie, so war ihr Name sie und leider weiß ich nicht mehr, wie ihr Name weiter ging.. irgendwas mit M, glaube ich. Sie ist weggezogen und ich habe nichts getan um sie aufzuhalten.
Ich weiß noch, das wir immer in kleine Hütten in unserem Kindergarten geschlüpft sind und ich glaube wir haben hoch-intelektuelle Unterhaltungen geführt, ich habe es geliebt sie zum Lachen zu bringen.
Wir hatten einmal einen Streit und in meinem Herzen war das, das Ende für uns oder kurz vor dem Ende. Ich habe das Gefühl, dieser Streit war aufgeschoben und er tut mir weh, auch wenn es ein dummer Streit war. Ich denke trotzdem oft, das ich damals glücklich war.
Und als ich in die Schule kam, fing ich an zu weinen.
Denn mein ganzes Leben lang hatte ich bekommen was ich wollte und nun war alles so fremd. Ich wollte nicht dahin und auch nicht dazu gehören, ich weigerte mich gegen die Schule, derren Sinn ich sowieso nie erkennen würde.
Ich wusste nicht wie man mit vielen Menschen redet, ich habe nie Sport gemacht, denn mit Steffanie habe ich immer nur geredet, das war unser Spiel und uns versteckt bis die Eltern uns finden und wir aufhören mussten zu reden.  Ich war nicht beliebt und auch nicht glücklich, ich mochte die anderen Kinder nicht. Sie waren so herzlos und kalt, das war das, was ich dachte. Sie urteilen über andere und nutzen alles für sich selbst, für ihre Vorteile.
Wenn jemand meint, Kinder in der Grundschule seien unschuldig, dann irrt er sich. Ich erinnere mich genau an die Tücken der einzelnen Mitschüler. Was sie getan haben um das oder jenes zu bekommen. Nicht alle waren so, es gab auch einige Mitschüler die da nicht mitspielten, aber auch mit ihnen wollte ich nichts tun.
Ich zog mich zurück, in meine eigene Welt. Ich spielte Stundenlang Barbie oder baute Legos auf, träumte davon eines Tages ein Held zu sein, der alle retten würde. Wie naiv, ein Mädchen möchte alle retten, aber das hätte ich gerne getan und vielleicht wäre ich dann beliebt, dachte ich. In Träumen ist alles möglich.
Nein, ich war nicht besser als alle anderen, im Gegenteil ich bin nicht besonders Stolz auf diese Zeit in der ich mich selbst aufgab. Ich war faul, anstatt etwas dagegen zu tun, das ich zunehmend unbeliebter wurde, zunehmend eine art Hinterwältler. Und das die Frau die mich erzog und auf mich aufpasste, unsere alte Putzfrau war trug nicht zu meiner Beliebtheit bei.
Ich suchte Ersatz für Steffanie, jemanden mit denen ich meine Fantasien und Träume teilen konnte. Irgendwie suche ich immernoch danach.
Es ist merkwürdig, ich kann ihnen nicht einmal böse sein, für das was sie getan haben, denn ich glaube ich bin selbst daran schuld. Ein Mensch der sich schwach zeigt ohne sich zu wehren ist selber schuld.
Und so sehe ich mich heute noch wie ich über den Hügel renne und meine Klassenkameraden hinter mir her, leider war ich nie besonders schnell.
Ich hasste alles zunehmender und ich weinte nacht für nacht in der Hoffnung ich müsste nicht noch einmal aufstehen, ich hatte angst. Angst davor in die Schule zu gehen, zu meinen Eltern, ich wollte für mich bleiben, nur die alte Frau mochte ich.
Aber jetzt fragt man sich vielleicht, wieso meine Eltern sich nie interessiert haben, nicht verstehn wollten, das dies der Anfang meines Leidens und meiner Depression ist die mich auch jetzt mal wieder heimsucht.
Mein Vater arbeitete, den ganzen Tag, ich sah wenig von ihm, ich hab ihn bewundert, er wirkte immer so selbstsicher, aber er war und er ist kein schlechter Mensch.
Als er so alt war wie ich, hatte er auch niemanden der sich um ihn kümmerte. Seine Mum, also meine Oma, war genauso ein depressiver Mensch wie alle anderen in dieser Familie. Mein Opa war ein geschäftiger Mann, der immer weg war, genauso wie mein Vater.
Auch mein Vater litt und leidet unter Depressionen, ich verstehe nun das er sie genauso gut zu verstecken weiß, wie ich es tue.

Und meine Mum hatte es noch schlimmer, eine Famile, deren Eltern aus dem Krieg kommen, mit traumatischen Hintergrund. Sie war nur ein Ding, immerhin war sie ja nur eine Frau, ein Mädchen und die hatten zu tun, was die Eltern sagen. Geschlagen wurde sie, für alles schuldig befunden. Ich kann mich nie entscheiden, ob meine Mum schwach ist, oder stark ist. Meine Mum hat das alles durchgestanden ist irgendwann ausgezogen oder wurde dazu gedrängt.. hat einen Mann geheiratet, der sie vergewaltigen würde und hat sich trotz ihres starken Glaubens scheiden lassen. Dann kam sie mit meinem Vater zusammen.
Zu der Zeit, in der es mir so schlecht ging und ich so dringend jemanden gebraucht hätte, hätte sie ebenso dringend jemanden gebraucht. Was ich damals natürlich noch nicht wusste..
Sie hasste die Nachbarschaft, die falschen Leute, sie wollte weg, aufs Land und als unser Vater ihr sagte wir würden umziehen, aufs Land wegen seiner Arbeit.. da stürzte sie sich mit einer Bessenheit in den Bau dieses Hauses, war fast jeden Tag dort und hatte natürlich keine Zeit, für uns.
Doch wie so oft im Leben kam es anders. Es hat bestimmt 3 Monate gedauert, bis mein Vater ihr sagen konnte, das sie doch nicht umziehen würden. Sie war am Boden zerstörrt.

Der Zeitpunkt, war wohl auch der, wo ich verzweifelte.
Eines Tages ging ich zur Schule und alles fing schon unheilverkündent an. Wörter die mir ins Fleisch schnitten ich suchte Hilfe und wendete mich an meine Lehrerin.
Egal was ich getan hatte oder wie selbstmitleidig ich war, hatte ich es bestimmt nicht verdient so vor der gesamten Klasse angeschrien zu werden.
Ich nahm meine Tasche, rannte die Tür raus, nachhause.
Meine Mum von dem Schock, das sie nicht umziehen würden noch ganz fertig trat mich vor der Tür vor.
Sie hörte mir nicht zu, wie kann ein Kind nur Probleme haben, ihre Probleme waren aufjedenfall schlimmer als die meine. Aber das machte nichts, auch ich hatte ihre  Probleme ignoriert.
Doch sie sagte sie führe mich gleich wieder zur Schule und verschwand kurz.
Damals habe ich mich noch so von meinem Emotionen leiten lassen, tat direkt das, was mein Herz tun wollte, heute versteckt sich alles tief, tief.
Für mich kam es nicht in Frage zurück zu kehren.
Ich rannte wieder und vor Schreck wurde mir bewusst, das egal wie weit ich rennen würde, das man mich finden würde, das ich meinem Schicksal nicht entfliehen könnte. Früher oder später würde ich zurück müssen.
Mir wurde klar, das das Schicksal nicht etwas ist, was uns irgend eine hohe Macht auferlegt, sondern das was wir uns jeden Tag auferlegen und wovon wir nicht abkönnen. Nur aktzeptieren wollte ich das nicht.
Ich setzte mich also auf einen Bordstein und wartete, meine Mum kam und ich versprach ihr nie wieder wegzurennen.

Und ich verstand es, denn jemanden zu verlieren den man liebt ist noch viel schlimmer, als der Kummer über Klassenkameraden die man nicht mag.

Ich erinnere mich daran, wie meine Mum ausgerastet ist, sie nicht mehr konnte, gewint hat, uns Vorwürfe gemacht hat, sie sagte sie komme nie wieder und ich saß vor Angst in der Ecke und konnte mich nicht rühren. Natürlich kam sie zurück, aber ein ehnliches Gefühl hatte ich nachher noch einmal.

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