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Chapter IV: Nimrod


and when we were good



ich versuche nicht einmal mehr normal zu sein. wie sollte das auch funktionieren? herzzerreißende dummheit: ein freigelegtes gehirn zuckt unter den krallen der müdigkeit, tief in den wunden deiner verlorenen liebe winden sich spinnen und kakerlaken, das brodelnde feuer in den bäumen verzehrt das rote himmelszelt - in diesen bildern tropft der wahnsinn zu boden. haha. fluche ich? hasse ich? nein, mehr noch. ich bin kein sklave dieser konsumgeilen welt. kein opfer stumpfsinniger versprechen. ich bin nicht nur atheist, nein, ich erkläre den krieg gegen gott, erkläre seine existenz nicht nur für nichtig, sondern auch für vernichtenswert. schrecke ich ab? nein, bestimmt nicht. man muss mich nicht lesen. muss meine wörter nicht hören. ich bin ein kleines licht von vielen, das in der ungemütlichen endzeitstimmung lodert, und brennt und leben auslöscht. ich bin das schlechte gewissen einer generation, die an sich selbst leidet. sinnlose suche nach werten, sinnloses streben nach erkenntnis, sinnloses selbst. willkommen in der apathie der katastrophen, in der stumpfheit der selbstvergessenheit. ich schreie in der musik des augenblicks, während die starrenden augen meinen körper verfolgen. verfalle ich? verrotte ich? das alabaster eines gestählten, eines geschmiedeten körpers wird weich und brüchig und verweht kreischend im wind. habt ihr es allmählich erkannt? ich führe euch noch tiefer an den abgrund dieser welt. dorthin, wo die fleischgewordene dunkelheit blut von den kalten wänden leckt. dort, wo eure alpträume einen namen finden. einsamkeit, ich deiner dir, im sumpf schreiend und im untergang ergeben. vielleicht fällt der schnee auf eure glieder und lähmt euren geist. holocaust. fahrenheit. ich bin hiroshima. mit der kraft von tausend sonnen renne ich durch die straßen, färbe den boden schwarz, weine asche aus den wolken. ihr seht mich. ihr wisst wo ich bin. paranoia, du verfolgst mich, fliehst vor meinen blicken. küsst mich. der pesthauch meines wahnsinns will dich, lass uns zusammen verfaulen. auf den gräbern dieser perfiden welt wälzen wir uns im staub der vergangenheit, zeugen neue kinder, die du in deiner gier verschlingst. blutige stümpfe als hände. endet es denn nie? und wenn ja, wann? bald. morgen. irgendwann. es wird besser werden. es brechen neue zeiten an - dieselbe scheiße - verfluchte selbstgefälligkeit. dunkel, ich gieße dich in neue formen. nur was will ich? was ... ?




H E L E N A


Ihre Seele, düstre Räume
die Heimstatt von Dämonen
Sie bevölkern ihre Träume
leben dort schon seit Äonen.



heißt das, dass du dich ausschließen willst? aus diesem leben und diesen gesetzen, die niemand geschrieben hat, die niemand versteht? willst du dich in ein auto setzen und gegen die leitplanke rasen? willst du dir arsen ins wasser mischen und den schluck des romeos nehmen? willst du das land unter deinen füßen wanken sehen und dem fall ergeben sein? willst du sterben? du hast ja keine ahnung, was der tod bedeutet. du kennst schmerzen, du kennst sehnsucht, du kennst die trauer verstorbener seelen, doch den tod hast du noch nie geschmeckt. dunkles blut, dem morast sehr ähnlich, pumpt kalt durch deine venen und ein schnitt könnte alles beenden. flieh aus der welt, flieh vor dir selbst - und gestehe dir das scheitern ein. wir glauben alle realisten zu sein, glauben zu wissen, wie unser leben funktioniert, warum wir atmen, warum unser herz unter der brust schlägt, warum wir lachen und weinen, und dennoch wissen wir nicht, warum wir am leben sind, warum wir atmen, warum das herz noch weiterpocht, auch wenn wir es nicht wollen. die träume unserer kindheit werden bitterer, je mehr menschen wir verlieren, je mehr schmerz wir erleiden müssen, und die reife macht uns des lebens müde und träge, tiefe falten graben sich in unsere gesichter und löschen die freuden vergangener zeiten aus. im angesicht des todes vergessen wir alle, vergessen uns selbst und verlieren uns. doch zu welchem preis? es wird nie besser werden, nie leichter, nie einfacher. die trauer wird dich ein leben lang begleiten und vielleicht wirst du daran zerbrechen, aber das ist das sadistische spiel deiner eigenen gedanken. du bist der herr über dich selbst, über dich und das leben, das du führen solltest, könntest, müsstest, und jetzt, wo du den rand der welt gesehen hast: solltest du dann nicht etwas anderes tun, als fassungslos nach unten starren?

The death of one is a tragedy
But the death of millions is just a statistic

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Kommentare

MortoDep - 31.12.2005 13:23
Eigentlich halte ich ja nicht so viel von den ganzen Wünschen insofern, stelle ich hiereinfach diedie Forderung auf [zzz&kkk] ich erwarte auch 2006 mehr Gehirn-Apokalypse. Greetz

Panther - 30.12.2005 09:54
the death of one is a tragedy....yeah.. und wie war das noch ma? fucking inspiration? sollte ich was wissen? *grmpfl* *klong* paaah :D

el Morto - 29.12.2005 23:43
Nicht wirklich. Researcher vs Virus, Sera vs Virus oder immunsystem vs Virus dann eher. Und zum Rest, Eintrag zuvor, kann ich nur nicken (würde mein Kopf nicht bereits abgeschnitten vor mir liegen und die Maden heraus krieschen)

morbus! [Tb: out of mind] - 29.12.2005 23:35
doc vs. virus? dachte, das würde naheliegen ^^

morbus! [Tb: out of mind] - 29.12.2005 23:34
eben, dass ist es ja. wir glauben nur noch werte zu haben und verlieren uns bei diesem irrsinn in der doppelmoral, einem faß ohne boden. ist doch ne super sache, oder nicht? wir können viel behaupten und wenig einhalten, mehr haben und weniger geben, es ist der kreislauf der macht, machterhaltung und des konsums, den wir gehen und das auch noch mit dem happy-happyday-face-off-grinsen. neue werte, nun, feine sache, ja, zumindest in der theorie. die wirklichkeit sieht heutzutage allerdings ganz anders aus. so sagen sich jedes jahr zu silvester die leute, sie wollen mit dem rauchen aufhören, abnehmen, nicht mehr lügen, kein geld aus dem fenster werfen, usw. und dann halten sie sich schon ab dem zweiten tag nicht mehr daran. es ist der krieg des geistes, den wir brauchen, und nicht die fatalistische apokalypse, die alles nur in schutt und asche legt. eeehm, na wie dem auch sei. mir gehen da einige gedanken bezüglich der rose durch den kopf, aber ... mir fehlt die zeit. im moment. [den schönen vorsatz habe ich, wie du ja selbst sieht, gerade auch gebrochen, ha ich heuchler] wie dem auch sei: es wird ... immer noch dauern, aber ich arbeite daran. in jedem augenblick. egal wo ich bin.

MortoDep - 29.12.2005 23:33
Wieso Konkurrent?

MortoDep - 29.12.2005 23:29
Ich erkenne in unserer Gesellschaft nicht wirklich noch irgendwelche Ethik oder Moral, paar aufgesetzte Werte, die keinen wirklichen Wert haben. Uns geht es einfach zu gut in unserem happy shit leben, wir haben alles und brauchen neue Werte. Alpokalypse bitte jetzt, mit dem Finger schnippend.

morbus! [Tb: out of mind] - 29.12.2005 23:28
mir fallen jetzt nur ganz blöde bugs-bunny-sprüche ein, aber klar: hätteste ruhig früher sagen können. zudem macht es dich jedes mal zu meinem konkurrenten, zumindest indirekt und wenn ich die virus-geschichte bis zum bittersten ende gehe. :D

MortoDep - 29.12.2005 23:24
aehmm würde es dir viel ausmachen das verdammte Doc wegzulassen, dass ist mir peinlich und ich erschrecke jedesmal...

morbus! [Tb: out of mind] - 29.12.2005 23:24
rein gesellschaftlich glauben wir das schon. oder reden es uns zumindest ein. immerhin haben wir alle gewisse werte und vorstellungen, die wir kategorisch anwenden. kant würde sich vermutlich dumm und dämlich freuen. _ meinte damit eher, dass wir gewisse vorstellungen vom leben haben, die aber meist mit der tatsache nicht konform sind. böse, gut, die schemata und kategorien, die oberflächliche betrachtung der ästhetik und moral, usw. usw. das sein und das nichts - das problem der ganzen sache.

MortoDep - 29.12.2005 23:19
Glauben wir wirklich das Leben zu verstehen? Oder bin ich einer dieser Sonderlinge, der das bezweilfelt? Ich sehe noch nicht mal den Tod, der vor uns steht sondern versuch ihn zu negieren, da er mich mit dem Sein konfrontieren würde.

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