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out of mind


extinction is just another word for happy end.

ich sitze liegend unter der sonne, stehe fallend unter den bäumen. alles ist so weit weg, unendlich weit weg. dazu braucht es kein preisauschreiben, keinen schönheitswettbewerb: die welt ist wieder eine scheibe. eine große bunte fläche, die sich um sich selber dreht. mit sauerstoff. mit wasserstoff. ein paar atome, die miteinander kollidieren. in der ferne: kernschmelze. in der ferne: pilzwolken.

fallout, fall-out, out.
a long way down,
we fall.

es sind dieselben menschen, die sich im frühling über das schöne wetter freuten, die sich jetzt über die anhaltende hitze beschweren. es sind dieselben menschen, die jetzt in überfluteten kellern stehen, in zerstörten kinderzimmern, in schlammigen gärten, und verrotzt in die kamera heulen, die gestern noch fckw, kohlenstoffdioxid und methan in die erdatmosphäre schleuderten. es ist immer das gleiche, immer wieder, und von vorn.

K-A-P-I-T-U-L-A-T-I-O-N

das ist nur ein anderes wort für feigheit.

man drücke ein paar rote knöpfe und ziehe an ein paar hebeln und schon funktioniert alles wieder genauso reibungslos wie zuvor. re-start: re-hash your surface. abstumpfung gibt"s im supermarkt, - für nur fünfzehnfünfundneunzig. dazu muss man nicht denken. dazu muss man nichts sagen. man baue sich ein schickes vierstöckiges kartenhaus. mit swimming-pool. und das ist alles. das ist das gute leben, das beste von allen. samt gold und silber, samt bunten pillen. [I am not crazy cause I am taking the right pills every day].
moralische kohärenz, - da hat jeder beschissene bildzeitungsleser ein monopol[i] drauf. begib dich sofort ins gefängnis, - gehe nicht über los, ziehe keinen mindestlohn ein und verharre dort, bis dir big brother den strom für den elektrischen stuhl bereitstellt. [saddam hussein übrigens starb am galgen. das ist die zivilisierte neuzeit]. ich sage: du bist schlecht und du bist es trotzdem nicht. da kannst du so viel alkohol trinken, so viel drogen nehmen, so viele frauen vergewaltigen wie du willst. oder kinder. [maude flanders schreit: denk doch mal einer an die kinder]. das ist egal.

w t f.

scheiß auf die kinder. kinder kann man im krieg nicht als schutzschilder verwenden. kinder kann man nicht zur arbeit versklaven. kinder sind nutzlos, - sie sichern nicht mal mehr unsere zukunft. also: erhalt + mehrwert = kollateralschaden. ein zuckersüßes rattengift, - macht es wie goebbels frau und gebt es ihnen zu trinken. die vorstellung einer hitlerfreien welt scheint heute genauso unerträglich zu sein, wie die vorstellung, dass der mensch nicht mehr ist als die summe seiner selbst. [wir, du deiner dir: du bist nichts als ein einzelner hoffnungsloser haufen verwesender zellen, und mit jedem deiner luxeriösen orgasmen und shoppingattacken, mit deiner unterhaltungs- und geltungssucht, mit deinem herrschaftsanspruch und deiner sorglosigkeit, erschaffst du nichts als schall und rauch. du kannst nichts erreichen. nichts].

daher ist es auch egal, ob man deine briefe öffnet und sie liest. scheiß auf das postgeheimnis. beichte alles deinem fernsehapparat. er hört dir geduldig zu. dazwischen und davor kiffst du ein bisschen, - im alter ersetzt man gras gerne mit alkohol, - oder holst dir einen runter, weiß nicht, heiratest, pflanzst das problem fort. die hoffnung auf besserung, die deine eltern ebenso anstrebten. und ihre eltern. und so weiter. [seit aristoteles darbt jede generation]. und dann stirbst du. irgendwann. hast wissen angesammelt, und geld, hast die welt bereist. das ist kein übel, kein neues verderben.

das erfüllt keinen zweck.
das ist nur dein leben.

*

1. E K E L
brodelnder klebriger ekel.
das ist alles, was die menschen verdienen.



2. W U T
gott leckt dein gesicht.
braver gott.
wie ein schoßhund, mit dem man aus müßiggang spielt.
[I want candy].


*


ich gebe nun mein ende bekannt.

ich habe keine lust mehr, hier zu sein.
[das ist nur eitelsonnenschein].

ich bekomme gänsehaut, wenn ich daran denke.

wie ihr diese zeilen lest, und vielleicht darüber nachdenkt, und wie ihr dann das fenster wieder schließt und etwas anderes lest, und so weiter. das leben geht weiter. dieselben schönen tage, derselbe sonnenschein, dieselben waren im einkaufskorb. allseits brandende musik. im fernsehen die bilder, die mich rasend machen.

ich möchte kotzen, wenn ich daran denke, wie alles konsumiert und verschlungen und letztlich ignoriert wird. ich will nicht mehr darüber reden, ich will nichts mehr darüber schreiben, - ich habe die anonyme wand der gesichter satt.


am montag wird dieses blog verschwinden.



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Kommentare

cranberry - 29.05.2007 18:17
schade.

Katie* - 27.05.2007 09:32
Verschwinden? Hä? Warum? NEiiiin! Ich bin zwar nur stille Leserin, aber ich bin Leserin und will nicht, dass du gehst! Katie*

morbus! [Tb: out of mind] - 26.05.2007 20:59
auch traurigkeit ist wichtig. wie gesagt. [siehe oh dearest melina].

Rachelle - 26.05.2007 20:45
Da brauchste dir keine Sorgen machen, heutzutage gibts ja Lebensverlängerungskapseln und so ein Zeug. Da wirkt schon Futurama veraltet. Also, falls ich nicht in jungen Jahren sterbe, denn ich gehe davon aus, dass ich mindestens über 40 werde, dann haste noch ein bissel Zeit. ... Ich versteh dich schon ... ich finds nur so verdammt traurig.

morbus! [Tb: out of mind] - 26.05.2007 18:24
wahrscheinlich verlange ich zu viel, ja, gut möglich. und wahrscheinlich kann diese ansprüche niemand erfüllen. [mich selbst mitinbegriffen]. aber ich verlange lieber zu viel als gar nichts zu verlangen. das ist das, was mich atmen lässt, - was mich morgens aus dem bett reißt, was mir die schönheit vor die füße wirft und sagt: heb es auf, - es gehört dir zwar nicht auf dauer, aber liebe es trotzdem. und nein, natürlich: das gehen ist ja nur ein übergang, - das da-sein und das verschwunden-bleiben sind die eigentlichen augenblicke. [augenblicke, die letztlich zählen]. ich halte auch daran fest, irgendwo. [und immerhin: dekadent ist auch wieder da]. ich werde ja nicht das schreiben beenden, ich kann damit nicht aufhören. [nur wirst du auf ein buch sehr lange warten müssen].

Rachel - 26.05.2007 17:40
Vielleicht verlangst du auch zu viel...von dir und von anderen. Und ich denke an deinen Eintrag vor ein paar Tagen: aus den Augen aus den Sinn, wir müssen uns erhalten bleiben und obwohl die Welt sich dreht, tappt hier alles auf der Stelle, bittend. Nostalgisch. War das alles nur ein guter Text?

Dann geh. Schreib auf irgendein Blatt. Schaff Fragmente. Ich warte dann eben drauf, dass mir irgendwann ein Buch von dir in die Hände fällt, ich deinen Stil hoffentlich erkenne, um mir wieder ein Bild von dir machen zu können, das gesichtslos bleibt...


morbus! [Tb: out of mind] - 26.05.2007 16:52
ich denke zumindest, dass es für den moment besser ist. [ganz frei nach thomas d.: ich bin gegangen um als ein anderer wiederzukehren]. stimmt wohl: ein pamphlet ist es nicht und war es nie. dennoch trete ich zur zeit zu sehr auf der stelle, als dass ich etwas neues schreiben würde, - etwas, was mehr teil und fragment von meinem leben ist, oder etwas, das den anspruch erfüllt, den ich stelle. ich bekomme eben das gefühl nicht los, dass ich erst etwas tun muss. und das braucht seine zeit.

lethe - 26.05.2007 16:36
Aber das ist und bleibt es: ein Tagebuch und kein weltveränderndes Pamphlet. Keine Ahnung ob wir das überhaupt werden, ich meine die Welt verändern....aber meine Welt macht es schon ein kleines bißchen besser, hier Gedanken bestimmter Menschen zu lesen, von denen du einer bist. Also sag ich es auch dieses Mal wieder: du würdest mir fehlen.(Auch wenn ich dich verstehen kann)

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