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oh dearest melina. [terranigma epilog]


erstes kapitel. erster satz: du möchtest lachen und weinst stattdessen.

zweites kapitel. dritte seite: du wischt dir den milchschaum von den lippen, und sagst, es wäre alles wunderschön, - dabei ist es das nicht. das sieht man. das ist überdeutlich. so wie du dastehst, am fenster, und unter dir die ganze welt in legosteinen steckbausteinen, da ist nichts schön. eher zerbrechlich. da will die sehnsucht in sturzbächen über dir zusammenbrechen. ja, sehnsucht. du kennst das wort besser als ich, vielleicht sogar am besten von uns allen, - dort draußen ist irgendwas, - vielleicht ein besseres leben. mehr möglichkeiten. die liebe, die dir blumenbekränzt ein ständchen singt, oder vielleicht ein pathetischer trauermarsch, der die vergangenheit zu grabe trägt. traurigkeit ist nur ein anderes wort für abschied. das fällt uns niemals leicht. selbst den grausamsten menschen nicht. verabschieden heißt sterben. kein placeboeffekt-tod, sondern in schüben, wie fieber und mit tränen statt schweiß.

drittes kapitel. zweiter abschnitt: also streichst du dir deine haare zurück. diese roten haare. [schwarzblondbrünettweiß]. und du zwingst dich zum lächeln. das bist du. in deinem schwarzen kleid, ganz und gar in seide, - wie in einem kokon, den du dir aus tränen selbst gewebt hast. das ist deine wonderwall. zerbrechlich. gläsern. du und deine alabasterhaut. ganz marmor. du bist da, und du stehst jetzt im freien. unter dem glühenden himmel. [jeden tag stirbt die sonne für dich, und du stirbst mit ihr]. irgendwo verlieren sich vögel. irgendwo verlierst du dich selbst.

viertes kapitel. erster absatz. es gab nichts mehr außer dein leben, und dieses leben bedeutete: kampf, auseinandersetzung, krieg. dabei wolltest du nicht mehr kämpfen. du wolltest nicht mehr um irgendetwas kämpfen. du wolltest dich in dem auflösen, was du warst. ursprünglich warst. sternenstaub.

fünftes kapitel. letzte zeile: und so träumtest du deinen letzten traum: als vogel über den wäldern, und über dem meer; schwebend und gleitend, neben den zügen, die über das land ratterten, und neben den straßen, und dächern, und du, - du warst hoch oben, zwischen den wolken, zwischen den roten lichtern der hochhausantennen, die den flugzeugen blinkend ihre existenz versicherten, und dazwischen: glitzernd gespiegelt im glas, - so wie du warst, so wie du immer gewesen bist: traurig und glücklich zugleich, deine vergangenheit als fragment der ewigkeit.

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Kommentare

morbus! [Tb: out of mind] - 29.05.2007 18:15
@lethe: danke. _ @cranberry: von mir. [wenn das deine frage beantwortet].

cranberry - 29.05.2007 18:10
*** von ***

lethe - 25.05.2007 14:07
Ich habe schon lange nicht mehr so etwas trauriges und zugleich schönes gelesen.

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