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Zerøspace


Privatnotiz.
Heute ist Sonntag. Wow. Schon Sonntag. Zuckersüß und wolkenverhangen, mit KidneyThieves in der Anlage und Ananasringen auf dem Teller, - mit Kopfschmerzen, mit Verspannungen, mit schiefem Grinsen. Ich sitze am Schreibtisch, neben mir meine Aufschriebe, - wieder Unterlagen, wieder Bücher [me in the middle of nothing else] und ich komme gedanklich nicht voran. Grund? Too much world. Sowohl im Kopf als auch außerhalb. Vielleicht nennt man das mentale Masturbation, oder subjektives Gerotze, aber das ändert auch nichts daran.
Gerade lerne ich Französisch, -- oder nein: eigentlich lerne ich die Phonetik unter dem Aspekt der französischen Sprache [im Vergleich zur deutschen], und ja, fuck, klar: es ist sogar interessant, es fordert mich, es fesselt mich. [Zumindest stellenweise]. Und es überrascht mich nicht einmal mehr. Immerhin bin ich ein Mensch, der dauerhaft von Worten fasziniert ist, von Sprache im allgemeinen, und auch wenn alles ein bisschen zu viel für den Anfang ist: es rockt. Kein Vergleich zu Philosophie. Keine Wahrscheinlichkeiten, oder Annahmen, oder verstiegene Konstrukte, sondern knallharte Fakten. Mein Gott, kaum zu glauben, aber es hat mir wirklich gefehlt. [Velum, Uvula, Palatum, baby]. Ich lerne ein bisschen Zungenanatomie, suche nebenbei noch nach großen medizinischen Skizzen von Luftröhren, - hauptsächlich von der Glottis um genau zu sein. Einfach, damit ich es direkt vor mir habe, dass ich sehe, was ich da auswendig lerne, was jeder Mensch in sich trägt und was uns das Sprechen ermöglicht. [Die Sprache in ihrer ganzen Komplexität ist eines dieser menschlichen Merkmale, das uns von den anderen Tieren erheblich unterscheidet].

Mit anderen Worten: ich bin gefordert. Am Rande vielleicht sogar überfordert, aber das ist okay. Ich wollte es nicht anders. Der Stress lässt mich gesunden; zumindest auf die ein oder andere Weise.

Weiter: ich lese für die Einführung in die Philosophie der Biologie [auch eines von diesen Seminaren, die mehr wissenschaftliche Aspekte in sich tragen, und daher hoch in meiner Wertung stehen] Das ist Biologie von Ernst Mayr, und ich bin mir nicht sicher, ob es mir gefällt oder ob ich dem ganzen zustimmen kann. Vieles, was Herr Mayr da anspricht, will mir einleuchten, ist ganz logisch und verständlich, aber er lässt für meinen Geschmack viel zu viele Fragen offen, die er sich allerdings selbst stellt. Ich kann doch nicht die Frage nach dem Leben stellen und im selben Atemzug sagen: so klar ist das bis heute nicht definiert. Ist das Scheu? Oder Angst, etwas falsches zu postulieren? Wahrscheinlich eine Form der Demut, keine Ahnung. Ich mag es auf jedenfall nicht. Wenn ich ein wissenschaftliches Buch lese, dann will ich Fakten. Dann will ich eben eine Theorie hören, ein fundiertes Wissen, oder eben auch nicht, - das ist egal. Ich bin neugierig genug, um meine eigenen Nachforschungen anzustellen, und wenn mir eine Meinung nicht gefällt, dann übernehme ich sie auch nicht. Sagt doch schon der Menschenverstand. Sicherlich ist es zu klären, inwieweit der menschliche Verstand dazu in der Lage ist, Wissen als solches zu erkennen und dann zu evaluieren, d.h. mit anderen Worten: Inwieweit ist der Mensch überhaupt zu Erkenntnissen fähig? [Karl Popper wird zu meinem persönlichen Helden].

Abschweifend. Viel zu abschweifend, das will ich nicht sagen.

Tatsache ist: ich wünschte mir, Mayr würde seine Standpunkte konsequenter vertreten. So wie James Lovelock. Der hat das Buch Gaias Rache geschrieben, das mir meine Mutter geschenkt hat. Momentan habe ich noch nicht viel darin gelesen, weil ich zeitlich nicht dazu kam, aber ich nehme es mir jetzt wieder vor. Morgen. Später. Vielleicht nach dem Eintrag.
Darin geht es um den Aspekt des Klimaschutzes und so weiter und so fort, und ich bin mir nicht sicher, ob Lovelock [er klingt wie einem Harry-Potter-Buch entstiegen] tatsächlich einer bestimmten Lobby angehört, oder ob er einfach nur sehr fanatisch an die Sache rangeht. Immerhin hat er schon im zweiten Kapitel den unvermeindlichen Tod der Erde beschrieben, - und zwar in fünf Milliarden Jahren, wenn die Sonne explodiert. Oder eigentlich noch früher. So in einer Milliarde Jahren, weil die Sonne dann schon so heiß geworden ist, dass das Leben in der Form nicht mehr möglich ist. Lovelock hat das sehr nüchtern geschrieben, sehr pragmatisch. Dass die Sonne seit Jahrhunderten immer heißer wird, war mir persönlich nicht klar. Hab ich nie gelernt, aber jetzt, wo ich es weiß, erscheint mir einiges durchaus plausibler. Okay. Ist ja im Grunde auch egal. Irgendwie. Immerhin: ich werde in der Zeit ohenhin nicht mehr leben, - geschweige denn meine [ungewollten] Kinder und ihre Kinder und so weiter, - aber für die Menschheit an und für sich ist das natürlich irgendwie schade. [Man betone hierbei das Irgendwie].
Alles, was der Mensch bis dahin geschaffen hat, und jetzt schafft, ist bis dahin alles zu Asche verbrannt. Irgendwie macht das den eigenen Körper irreal. Zumindest für ein paar Sekunden. Und der Kinderwunsch und der Drang Generationen um Generationen zu begründen auch. Wenn ich raussehe, hoch, zum Himmel, dann sehe ich die Kugel, Sonne, heiß, lebensfeindlich und doch der eigentliche Grund unserer Existenz. Irgendwie ist es zynisch, dass sie auch unseren letztendlichen Tod besiegelt.

Dann der Gedanke: selbst wenn sich der Mensch bis dahin halten würde, - über eine Milliarde Jahre hinweg, [sagen wir einfach, er würde die Weltkriege, die Seuchen, die Klimakatastrophen, die Asteroideneinschläge, die Alieninvasionen und die biblische Apolkalypse überleben], - hätte er dann die Möglichkeit von der Erde zu fliehen? Und wäre das dann unser Los, bis in die Ewigkeit hinein? Planeten zu suchen, die bewohnbar sind, und sie zu besiedeln, - solange, bis auch sie in den Glutöfen der sterbenden Sonnen verpuffen? [that"s living in zerospace]. Und irgendwie ist es auch romantisch. Oder nicht? Ein ewiges Leben im ewigen Weltraum, von Planet zu Planet, - nicht wie die Heuschrecken, die über Ökosysteme herfallen, sondern wie Götter, die Welten erschaffen. Okay. Dafür müsste sich noch sehr viel ändern. [Mich erschreckt auch die Grunderkenntnis, dass sich das Gehirn des Menschen heute nicht von dem Gehirn des Menschen in der Frühzeit unterscheidet. D.h. dieses Gehirn hat das Rad geschaffen und den Reaktorkern, ohne Unterschied].

Play.

Sonnenspektakel.
Das führt alles, was ich jetzt tue, irgendwie ad absurdum.

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