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Neon[reklame]: Freundschaft


Privatnotiz.
Hier etwas, das ich gerade gelesen habe. Es geht an jene, die mich nicht verstehen wollten, an jene, die mich auch in Zukunft nicht verstehen werden; es geht hauptsächlich an mich selbst. Es ist ein kleiner Auszug aus der Neon [Ausgabe Februar 2007; Titelgeschichte: Bist du ein guter Freund. Kaufen! Lesen! .]

[...] Und man muss in einer Freundschaft sogar Zurückweisungen aushalten können. Wenn ein Freund verliebt ist und seine Seele Bocksprünge macht, sollte man das genauso verstehen, wie wenn er einen neuen Job annimmt und sich monatelang nicht meldet. Selbstsucht, Launen, Schnoddrigkeit, Ungeduld, Eitelkeit, Sturheit, sogar ein gewisses Maß an Lügen nimmt man in Kauf, wenn man Freunde hat. [...]

Ja, diese Bocksprünge und diese Zurückweisungen, das ist es. Auch das Bisschen Selbstsucht. Ich habe in der Vergangenheit oft über die Freundschaft nachgedacht, - so ein Bericht in einer Zeitung kann das alles nicht bündeln, ein Artikel kann es nicht fassen, selbst die Bücher, die geschrieben wurden, können es nicht, - also weshalb? [Ich habe nie darüber nachgedacht, wie viel Freund ich für jemand anderen bin; habe nie ein Wort darüber verloren, wie viel mir jemand anderes bedeutet, aber nicht aus Selbstverständlichkeit, nicht aus Egoismus, sondern weil es zu wertvoll ist, um benannt zu werden, - gerade in seiner Zerbrechlichkeit].
Ich bedauere nichts. Ich reue nicht. Das habe ich mir abgewöhnt. [In dem Moment, in dem die Freunde sich verloren haben. In dem Moment als ich in Paris saß, und einen Brief geöffnet habe, in dem Moment als ich mit dem Chaosmädchen am Seine-Ufer saß, in dem Moment als ich es später erzählte, da war es, da geschah es]. Ich habe in der Vergangenheit Freundschaften verblassen lassen, habe andere gehen sehen, habe mich selbst gehen sehen: überall, an jedem Ort, gab es diesen Augenblick, gab es den Wind, der mich fortwehte, - so ist das mit den rastlosen Menschen. [So ist das mit meiner Vergangenheit]. Ich habe Freundschaften mit meiner Hand zerbrochen, habe sie mit meinen Worten zermalmt, und weshalb, weshalb? [Weil sie nicht an das glaubten, an was ich glaube; weil sie nicht loyal waren, weil sie die Wahrheit nicht ertrugen, weil sie nicht da waren, als ich sie brauchte, weil sie mich für das Bisschen Egoismus verdammten, das mir zusteht, weil sie mich nicht verstehen wollten, weil sie sich an ihr Leid banden, - es gibt so viele Gründe, so viele Ursachen, und keine davon ist in Eile zu benennen]. Es geschieht einfach, es zerbricht einfach, und sei es das Herz, das zwischen zwei Stunden zu Fragmenten zerbricht. Sei es die Seele, die zu Stein erstarrt. Sei es die Erinnerung, die im Nebel versinkt.

Erst letztens, als ich mit Narziss am Telephon sprach, da wurde es mir bewusst: man kann die Freundschaften über Distanzen halten, man kann sie halten, diese Freundschaften, wenn man ist, wer man ist; wenn man so sein darf, wie man ist; wenn man es will; wenn man dafür geliebt und geschätzt wird, geliebt und geschätzt für das, was man ist. [Es ist eine platonische Liebe um ihrer selbst willen]. Wenn nicht, dann zerfallen Freundschaften. Sie zerbrechen unter den Lasten der Loyalität, des Neides, der Angst, und sie zerbröckeln unter der Distanz, - wenn man die Distanz ins Herz gelassen hat.
Die große Enttäuschung vergeht irgendwann, der Verlust schmerzt irgendwann nicht mehr so sehr. [Das ist der Beginn des inneren Friedens]. Das Ka[rma] geht seiner Wege, die Menschen gehen hinter her.

Ich weiß, wie das klingt. Wie es sich liest. Ich weiß es, weil ich weiß, wie es ist, sie auszusprechen. Ich kenne den Klang, ich kenne den Geschmack dieser Worte. Ich möchte nichts davon zurücknehmen, ich will nicht mehr verstanden werden, wenn es nicht geht. Ich will auch schweigen können, ich will auch lachen können, ich will ernst sein dürfen, und zürnen. Ich will nicht so sein, wie andere es von mir verlangen, wie sie es von mir erwarten. [Das ist die Konklusion]. So ist es, so war es, so wird es immer sein.

Wenn das Egoismus ist, nun gut, dann bin ich Egoist.
Ich trage diese Bürde gerne.
Zur Not bis in die Einsamkeit hinein.

*

Ich muss jetzt die Aufgaben für Graham vorbereiten.
[Und lest euch noch mal den letzten Eintrag durch. Einfach, weil ich glaube, dass ich 1. zu viel schreibe und man das 2. gar nicht alles filtern kann. Das gestern Gesagte, das Versagen der Stimme, das ist wirklich wichtig. Das wird vielleicht alles entscheiden].

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Kommentare

morbus! [Tb: out of mind] - 01.02.2007 16:42
ja, ja! dem stimme ich zu. [im gesamtpaket dent].

DEkaDent - 01.02.2007 09:52
Das habe ich auch so verstanden. Ich meinte manche Freundschaften gehen halt irgendwann auseinander und am Ende, am Ende hat man nur noch das Wetter über das man redet. Als zu oft stellen, dann abere andere Menschen die Frage und vermisst du Sie nicht, dann kann ich damit nur mit einem Nein antworten. Ein nein, dass für die meisten unverständliczh ist.
Und hey ich glaube selber an Freundschaften und sogar welche die sich über Jahre und Entfernung halten.


morbus! [Tb: out of mind] - 31.01.2007 17:59
[radikalität ist eine frage nach enttäuschung]. ich glaube nach wie vor an loyalität. und auch an radikalität. nicht, dass man das jetzt falsch versteht. ich habe noch den glauben an freundschaft.

DekaDent - 31.01.2007 17:06
Ahhh das war jetzt fast wie ein Ausschnitt aus meinen Gedanken. So etwas erschreckt mich immer wieder und alle anderen noch viel mehr, solche gedanken zu haben. das hier, hatte etwas von einem Blick in den Spiegel, nur ist da nicht wirklich mein Spiegelbild, etwas mit Grinsen im Bild.
Immerhin liege ich mit meiner Abneigung gegen Loyalität, dem ganzen um der Geschichte wegen, dem Co, "Warum um etwas trauen, was nicht mehr vorhanden ist, wenn sich andere Dinge bieten?" nicht alleine. Der Ruf der angeblichen Radikalität wird etwas leiser.


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