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(Mein Diät-Tagebuch)

3 1/2 Stunden bei Regen in der Waldbühne


Freikarten für Mozarts Zauberflöte, ich wäre die letzte, die da widerstehen könnte. Also schnell telefoniert, alles abgeklärt und losgeflitzt, um zwei Karten zu holen. Als sich dann alle Gespräche auf das Wetter am Samstag abend konzentrierten, schaute ich schon etwas skeptisch auf die Karten: Open-Air-Konzert in der Waldbühne. Da hätte man vorher mal drauf achten können. Zu spät. Jetzt wird das Ganze tapfer durchgezogen.


So oft ich auch die verschiedensten Online-Wetterdienste durchschaute, die Prognosen wurden einfach nicht besser. Manchmal klappt es ja, man nehme 2-3 Wettervorhersagen und suche sich die beste aus. Also blieb nur eine Hoffnung: Auf den Wetterbericht ist nie Verlass (schließlich kann der nicht mal das Wetter von gestern richtig ansagen).


Der Samstag fing eigentlich freundlich mit Sonnenschein an. Vormittags noch einen Wettkampf im Nordic Walking bestritten. Ja, Nordic Walking ist eigentlich Gesundheitssport und Leistungsorientiertheit ist hier verpönt, aber Wettkämpfe sind nun mal das Salz in der Sportsuppe. Also als einzige in meiner Altersklasse gestartet und damit auch den 1. Platz errungen. Mit 35 beim Gesundheitssport, da kann man noch richtig was reißen.


Bei Ankunft in der Waldbühne war das Wetter immer noch ganz passabel. Noch zur Sicherheit einen Regenschirm mitgenommen, das garantiert eigentlich immer, dass es nicht regnet. Kaum hatte Mozarts Vogelfänger sein "Heißa Hopsasa" geträllert, breitete sich die erste schwarze Wolke genüßlich über die Sitzreihen aus. Nun wartet man natürlich, bis auch andere den Regenschirm aufgespannt haben, man will ja nicht der erste sein, der die Sicht versperrt. Zusammengedrückt wie die Hasen hockten wir bis zur Pause unter dem Regenschirm.


Schließlich die wichtigste Entscheidung des Abends: zur Pause gehen oder durchhalten. Wir wären immerhin nicht die Einzigen, die das Wetter vergrault hat. Aber die Arie der Königin der Nacht ist noch nicht durch, das beste Stück der Oper. Kurz überschlagen 1 Stunde und 10 Minuten sind um, Pausen sind immer kurz nach der Halbzeit, also noch eine Stunde, schaffen wir.


Nur, dass sich nicht an meine Halbzeitregel gehalten wurde. Zitternd saßen wir noch 1 Stunde und 50 Minuten auf den Bänken, die so toll das Wasser zusammenhalten konnten, immer darauf bedacht, nicht doch noch mit einer Pobacke in der Pfütze zu landen. Es hatte zwar aufgehört zu regnen, aber der Wind sorgte dafür, dass kein Wohlbehagen aufkommen konnte.


Irgendwie dauerte es an diesem Abend ewig, bis Tamina und Tamino sich endlich gefunden hatten. War lange nicht mehr so erleichtert beim Anblick zweier Menschen, die sich in die Arme fallen. Ein pompöser Abschluß mit Feuerwerk und geschafft. Obwohl das eine wirklich schöne Aufführung war, ich wollte nur noch ins Auto und die Heizung aufdrehen.


Jetzt sitze ich hier und stopfe mich mit Medikamenten voll. Ganz schlecht von den Halstabletten ist mir auch. Aber die Arie der Königin der Nacht (etwa 3 Minuten lang) war es uns doch Wert. Das war unser Opfer an die Kunst. Und immerhin waren die Karten kostenlos...


...aber die nächste Aufführung werde ich wohl doch in geshlossen Räumen verbringen.

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Kommentare

befree1709 - 12.07.2007 16:55
das nennt man wahre Liebe zu der Kunst...und es wird das beste Kunsterlebniss sein,an das du dich noch Jahre erinnerst....wir hatten letztes jahr Konzert in der Wuhlheide,da hab ich auch erst einen Tag vorher Gedanken gemacht über das Wetter,doch wir hatten Glück...liebe Grüße befree1709

Rabe [Tb: Ein Stück von mir ..... Liebe, Leben....] - 11.07.2007 11:53
Das kann ich allerdings vollkommen nachvollziehen - was ist eine Erkältung gegen diese Arie. Da wäre ich auch nicht vorher gegangen. Gute Besserung - RAbe

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