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wieso fehlt er mir???? wieso kann ich nicht einsehen, dass es ohne ihn besser ist???? er trinkt und randaliert in der discothek und ich trenne mich und nun fehlt er mir.


Aber zumindest haeb ich den Absprung früh genug geschafft, denn so konnte es nicht weiter gehen, jedes mal Angst zu haben, wenn wir weg gehen dass er wieder einen seiner unkontrollierten anfälle bekommt und komischerweise immer auf mich los geht.


Mit anderen war ernicth so aggressiv, nur mir gegenüber, ich habe ihn noch gewarnt er solle doch bitte nicht soviel trinken, aber ab einem gewissen level an alkohol merkt er es nicht mehr, schüttet und schüttet und dann ist er nicht mehr er selber. ich trinke auch alkohol, aber in mengen bei denne ich mich noch unter kontrolle habe und nicht einfach unkontrolliert in mich hinein schütte.  

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Kommentare

laelius [Tb: Der Seele eine Stimme geben] - 31.03.2008 00:40
Innerhalb der Gefühlsbeziehungen des Menschen zu der ihn umgebenden Welt mit ihren Lebewesen und Dingen, scheint auf den ersten Blick alles sich einordnen zu lassen in die beiden großen Gruppen des uns Homogenen, Sympathischen, Vertrauten einerseits, und des uns Unverwandten, Fremden, Feindlichen andererseits. Entweder fühlt sich unser natürlicher Egoismus unwillkürlich veranlaßt, sich zu erweitern, - eine Strecke weit sich mitfreuend, mitleidend in das Selbst eines Anderen so einzugehen, als handle es sich um das eigene Selbst, - oder aber umgekehrt, irgend etwas reizt ihn, sich hart zusammenzuziehen, sich zu verengen und der Außenwelt ablehnend, angreifend, drohend gegenüberzutreten. Der Typus dieses Egoismus im engern Wortsinn ist der starke Einzelwille, der nur sich liebt und gehorcht, alles übrige aber seinen Eigenzwecken unterordnet; der Typus der weitgewordenen Selbstsucht hingegen, der sogenannten Selbstlosigkeit, ist die Samariternatur mit ihrem Ideal allgemeiner Brüderlichkeit, das aus jedem, auch dem fernstehendsten Wesen, die große All-Einheit erkennt und herausfühlt. Beide Grundzüge verschärfen sich im Lauf der Menschheitsentwicklung unermüdlich und unerbittlich, und auf welche Weise der Konflikt, in den sie dabei miteinander geraten, zum Austrag gebracht wird, das gibt einer jeden Kulturepoche ihr besonderes Gepräge. Endgültig versöhnen können sie sich nie, und wo einer der beiden Gegensätze besonders schroff zum alleinigen Gebot erhoben werden soll, da geschieht dies nur dann mit Sinn und Recht, wenn der andere wegen seiner Übertreibung besonders schroffer Korrektur bedarf. Jeder lebenskräftige Mensch hat, in höherm oder geringerm Grade, an ihnen beiden Anteil, indem die vollkommene Hingebung an einen von ihnen ihn außerordentlich gefährden müßte. Die schrankenloseste Menschenliebe bedarf eines Rückhaltes an kräftiger Selbstliebe, um das, was sie gibt, einer eigenen sichern individuellen Habe überhaupt entnehmen zu können, und der machtvollste, erfolgreichste Egoist muß in seiner innern Einsamkeit auf tausend Glücksmöglichkeiten und Reichtümer verzichten, die sich nicht ausbeuterisch rauben lassen, sondern nur zu dem kommen, der sich ihnen aufschließt.

Im wirklichen Leben wird es immer schwer sein, von Fall zu Fall die Grenzen zwischen Schwäche und Güte, zwischen Härte und Selbstkraft einigermaßen richtig zu ziehen, und wie die Menschen Güte und Kraft in sich vereinigen sollen, darüber wird es immer mehr Vorschläge und Meinungen geben, als Sand am Meere ist. Indessen der Umstand an sich ist psychologisch äußerst interessant, daß der Mensch keiner von beiden entraten kann, ohne sich zu verstümmeln, und daß beide, obschon scheinbar Gegensätze, doch letzten Endes irgendwo miteinander in tiefster Wechselwirkung stehen mögen. Es ist, als läge beiden noch eine geheime Grundsehnsucht unter, die sie in verschiedener Weise in ihren Tendenzen auszudrücken bemüht sind, ohne sie wahrhaft zu stillen: nämlich die Sehnsucht des einzelnen Menschen, zur Totalität des ihn umgebenden Lebens zu gelangen, - in sie einzugehen, von ihr erfüllt zu werden. Der Egoist, der möglichst vieles für sich einheimst und bezwingt, ebenso wie der Selbstlose, der sich an möglichst vieles anteilnehmend hingibt, sie stammeln, jeder in seiner Sprache, im Grunde dasselbe Gebet an denselben Gott, und in diesem Gebet ist Eigenliebe mit Selbstvergessenheit unterschiedslos in eins vermengt: denn »ich will Alles haben« und »ich will Alles sein« ist, auf seine höchste Bedeutung gebracht, das nämliche sehnsüchtige Verlangen. Beide erreichen das Erstrebte nicht, weil sich ein Selbstwiderspruch darin birgt: der Egoist müßte Nichtegoist, und doch er selbst, der Nichtegoist müßte Egoist, und doch er selber sein, um ein Hinübersteigen über die eigenen Wesensgrenzen kennen zu lernen. Es sind immer unsere Wände, an die wir uns stoßen und an die wir uns das Weltbild malen, gleichviel ob wir sie noch so weit auseinanderrücken mögen, oder ob wir in ihnen noch so eng und hoch unser Hab und Gut aufstapeln.

Lou Andreas-Salome, Gedanken über das Liebesproblem


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