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Eine Reise, die längst begann...


Als ich am 6. Mai 2006 die Entscheidung traf, diese Reise zu wagen, war ich ruhig, sehr ruhig. Dieses Ziel erfüllte mich von Beginn an mit einer unglaublichen Kraft und Stärke.

Trotz einiger Rückschläge halten Zuversicht und Freude an, denn wunderbare Menschen begleiten mich, größtenteils Personen, die nur kurz in meinem Leben verweilen, und die, die zu meinem Leben gehören, denen meine ganze Zuneigung gehört.

Ich habe meine Vorbereitungstagebuch aufgegeben, da ich es nicht kontinuierlich führen kann. Es macht auch keinen Sinn, immer nur positives zu schreiben, was ich aber meistens tat, denn wenn es mir gut geht, fliegen die Hände besonders gern über die Tastatur.

Deshalb gibt es für die, die mich gerne lesen und Interesse haben, hier eine Gesamtzusammenfassung.

Bevor ich richtig durch gestartet habe, verliebte ich mich erstmal über beide Ohren in eine Frau. Ich frage mich heute, ob ich dankbar sein soll, dass sie meine Zuneigung nicht so erwidert hat wie ich mir das gewünscht hätte. Ich glaube, ich bin es, denn wir hätten uns auch in unseren Mustern gut bedient. Weiteres Indiz, dass ich noch nicht bereit bin für eine Beziehung, weiter arbeiten muss an der Heilung meiner verletzten Seele.

Mein erster Sponsorenbrief ging raus, als diese Homepage in Gedanken existierte. Jedes Produkt, ob Schlafsack oder Zelt, Schalthebel oder Benzinkocher, werden mich auf der Strecke einen Kilometer weiterbringen. Unglaublich, was geschah, denn eine Woche später hatte ich eine E-Mail, dass man mich gerne unterstützen würde. Ich fasste es nicht! Ich konnte Menschen erreichen.

Nun musste eine HP her denn ich hatte ja gesagt, dass es eine Sponsorenseite geben würde. Ich saß Nächte lang fast verzweifelnd vor meinem Laptop, da ich sehr wohl die Programme besaß und während meiner Abi-Online-Zeit im Fach IT einiges gelernt hatte. Doch es reichte hinten und vorn nicht. Justamente da kam ich mit meiner WebQueen ins Gespräch, und diese HP entstand, und sie wächst weiter.

Meine Freunde kamen während dieser Zeit alle zu kurz. Ich denke, Uwe wird mir das nicht verzeihen, dass er mich seit 3 Monaten nicht zu Gesicht bekommen hat. Mit Moni hab ich seit fast einem halben Jahr nicht mal telefoniert. Meinen Job als Moderatorin einer Internetseite für zerbrochene Seelen musste ich aufgeben da ich mich nicht mehr 100%ig widmen konnte. Das tat / tut alles weh. Der Fokus auf die Reise raubt oft das Jetzt und Hier. Oper und Konzerte? Schon lange nicht mehr, genauso wenig Parties. Nicht einmal war ich im Open Air Kino. Aber es ist eine bewußte Entscheidung. Es geht nicht anders.

Nachdem ich einen Sponsor gewonnen hatte, passierte erstmal gar nichts mehr. Ich hörte Sätze wie "Wir engagieren uns bereits im Naturschutz!" Das tat weh. Auch wenn ich vollstes Verständnis habe für die Absagen, es schmerzt.

Das größte Problem, meine Maschine. Woher sollte ich ein gutes Motorrad bekommen? Ich wußte mittlerweile zwar, was ich für eine wollte, nur konnte ich keine neue MZ kaufen, und hatte keine Ahnung, wo ich eine anständige Gebrauchte herkriegen sollte. Die Internetsuche brachte mich zu einer HP, www.mz-baghira.de. Dort schrieb ich einfach den Techniker an, M. Der antwortete und gab mir den Tipp, über eine einschläge Internetseite zu suchen. Als Anlage schickte er ein paar Links. Die erste, die ich sah, war "meine" Baghira. Schon einen größeren Tank und bereits die Grundausstattung, die mein Motorrad benötigt, wie z. B. Motorschutz und Gel-Batterie. Gut gepflegt schien sie und der Preis stimmte auch. Ausgerüstet mit einer langen Liste worauf ich achten sollte, fuhr ich also los, um sie mir anzuschauen, 800 km von Köln entfernt. Ziemlich weit für ein Motorrad aber ähnlich wie mit dieser Reise hatte ich das Gefühl, dass es richtig ist. Die Tatsache, dass ich mit meinen Füßen nicht mal auf den Boden kam erfüllte mich mit Angst. Doch sie war es, das wußte ich damals so sehr wie heute. Die erste Etappe meiner Rückfahrt dauerte 11 h und hat mich durch Dauerregen, über unangekündigte Rollsplittstraßen und mehr oder weniger Waldstraßen geführt, doch ich schaffte es bis nach Thüringen, und ich wußte, das war die Prüfung für den Rest.

Das Problem mit der Arbeit kam als nächstes auf mich zu. Es ist immer noch nicht gelöst da ich das Geld brauche, mir eine Kündigung nicht "leisten" kann wg. der Sperre. Wenn alles schief geht, muss ich tatsächlich noch bis März arbeiten. Eine nicht ganz so schöne Vorstellung da mein Tag momentan 48 Stunden haben könnte, aber so isses nun mal.

In dieser Zeit, im August, erhielt ich mehrere Absagen von potentiellen Sponsoren, und auch zwei Zusagen, Firmen, die mir auf ihre Weise Vertrauen schenken. Erste Anfragen an die Zeitungen habe ich auch in dieser Zeit verschickt und ich verstehe, weshalb der Job des Vertrieblers einer der Härtesten ist. Aber es kommt. Zwei Zusage habe ich, mündlich selbstverständlich. Es kommt! Denn die Sache für die ich fahre, ist eine Gute!

Ein Motorrad mal so zu fahren ist eine Sache, zumal hier in Deutschland die meisten Straßen befestigt sind. Doch was ist mit der Frage, wie das ausschaut im hintersten Winkel Pakistans. Als erstes meldete ich mich wieder für ein Enduro-Training an, dieses Mal mit meiner Baghira. Weiterer Punkt: Wie repariere ich meine Maschine in JWD. Meine erste Tat, ein Ölwechsel. Das ist kein Text, den ich redigiere, kein Telefonat, dass man mal so eben führt. Das ist ein Maschine, die ich kennen lernen muss, und von der ich keine Ahnung hatte. Ich hatte Angst. Der erste Ölwechsel ist mir geglückt, auch die darauf folgende De-Montage meines Tanks, und die Montage meiner Kühlerschützer. Große Unterstützung erhalte ich immer wieder, auch wieder von Menschen, die ich eigentlich gar nicht kenne, die jedoch entweder das Motorrad schätzen oder mein Vorhaben, oder beides. Nun hoffe ich auf eine Garage oder einen Platz für den Winter, denn mein Zwischenziel ist, sie einmal auseinander und zusammen zu bauen.

Heute habe ich mir meine langen Haare abschneiden lassen. Eine neue Phase innerhalb der Realisierung. Ich kann sie nicht mehr tragen, dauernd unter dem Helm. Sie mussten ab, und es hat weh getan. Doch ich weiß wofür es ist.

Weiter geht es also.. Step by Step...

Leonie









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