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Welcome back to Germany


Woran merkt man zuerst, dass man wieder in Deutschland ist? Bzw. auf dem Flug dahin? Laute, meckernde Mitreisende, denen irgendetwas nicht passt, obwohl doch eigentlich alles völlig entspannt und ganz nach Plan laeuft und die Amerikaner, Italiener, Niederlaender, die auch von Minneapolis nach Amsterdam fliegen wollen, auch ganz friedlich bleiben.

Diese Atmosphäre trägt natuerlich nicht gerade dazu bei, meine Stimmung zu heben und der Heimat freudestrahlend und unbeschwert entgegenzusehen, wo ich doch am Samstagfrüh  nochmal einen unglaublich schönen, farbintensiven Sonnenaufgang über den Badlands ereleben durfte und eine wirklich außergewöhnlich klare Fernsicht auf die Che sapa genossen habe. Da war es dann wieder so wie immer, wenn ich Abschied nehmen muss - irgendwo ranfahren und erstmal die Augen wischen.

Und dann ist fast alles sachlich, geplant - wo gibt's Probleme? Auf dem letzten Stück, Deutsche Bahn von Leipzig nach Chemnitz. Und weil der Service der DB so grandios ist, bekommen einige genauso "begeisterte" Mitreisende am Serviceschalter zu hören . "Die Änderungen standen doch im Internet."  Man kann den Amerikanern nachsagen, was man will , aber das wäre undenkbar! Welcome back home :)

Jedenfallls bin ich dann doch erst 90 minuten später zu Hause als gedacht und viel geht nicht mehr. Außer dass ich mich jetzt noch von einem treuen Begleiter auf allen meinen Reisen verabschieden muss - meine Tasche, tut mir schon ein bisschen leid, aber der Nachfolger von der "Büffelfirma" ist ja schgon da.

Und mir gehen verschiedene "neue Menschen im Rez" durch den Kopf. Unter anderem Custer (was für ein Name für einen Lakota, aber irgendwie passt er auch zu diesem Jungen), ein Sohn von Latonia, der eigentlich fast jede mögliche Minute im Rec verbringt und am Freitag auf unserer Frage, ob er denn jetzt heimgehen würde, mit einem derart frustrierten "No!" reagierte, das ich mich wegdrehen musste, weil es zum Schreien und Heulen war. Bei Latonias Haus gab es am Mittwoch eine der heftigen Schlägereien, sie trinkt und ihr Mann schlägt sie und die Kinder. Wer würde da schon gern nach Hause wollen?

Auch Tia und Kelsey und ihre Kinder einschließlich ihres kleinen Bruders Devin, der ganz deutlich nicht normal für sein Alter entwickelt ist, haben sich einen Platz in meinem Herzen erobert.

Und so wird es nicht das letzte Mal gewesen sein.   

 

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