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tiefe traurigkeit und verzweiflung


so, da sitze ich nun vor dem bildschirm, die flasche sekt ist schon auf, aber leider noch nicht in meinem kopf. was würde ich darum geben einfach heute abend einzuschlafen, morgen früh aufzuwachen und nochmal fünfzehn zu sein und die möglichkeit zu bekommen alles anders zu machen.
wobei, wenn ich so darüber nachdenke, meine vergangenheit hat mich doch zu dem menschen gemacht der ich heute bin. eigentlich bin ich doch gerne so wie ich bin. es sind immer nur andere die sich daran stören wie ich bin und wie ich mein leben lebe. ich habe nie so funktioniert wie andere es sich von mir gewünscht hätten. aber ist das denn der sinn des lebens - so zu funktionieren wie es sich andere von einem wünschen, oder es sogar erwarten? das kann und will ich nicht glauben. sicher habe ich viele fehler gemacht, auf die ich nicht stolz bin, aber es sind auch fehler die ich niewieder machen würde - somit haben diese fehler doch auch etwas gutes, denn ich habe aus ihnen gelernt. kann das denn so falsch sein? es wäre fatal den gleichen fehler immer wieder zu machen, natürlich. aber wenn ich doch daraus gelernt habe, ist es doch in ordnung. ich habe keine karriere gemacht, ich habe früh geheiratet und zwei wundervolle kinder bekommen, die ich nach bestem wissen und gewissen großziehe. meine ehe ist leider gescheitert. bis zum schluss habe ich versucht sie zu retten, man schmeißt eine ehe nicht einfach so weg. sie etwas besonderes um das es sich lohnt zu kämpfen. erstrecht wenn man sich mal sehr geliebt hat. aber ich habe gegen windmühlen gekämpft. ich war mit allem alleine. er hat mich nie unterstützt. als er seine arbeit verlor habe ich zu ihm und hinter ihm gestanden. ein ganzes jahr habe ich drei jobs gleichzeitig gemacht, den haushalt geführt und für die familie gekocht. was habe ich dafür bekommen? vorwürfe, weil ich wenig zu hause war. ich habe monatelang meine kinder nicht ins bett bringen können, ihnen keinen gute-nacht-kuss geben können, weil er seinen hintern nicht hochbekam. und warum hat er ihn nicht hoch bekommen? weil es ja irgendwie weiter ging. wie es mir dabei ging war völlig nebensächlich. das ich in jener zeit die achtung und den respekt vor ihm verloren habe, hat er noch nicht einmal bemerkt. vielleicht war es ihm auch egal. schließlich ging es ihm ja gut. wie es mir ging? das hat niemanden interessiert. hat mich mal jemand gefragt ob es mir gut geht? nein, weil ich ja immer gute miene zum bösen spiel gemacht habe. vielleicht war das mein großer fehler. vielleicht hätte ich mal öfter jammern sollen. mich öfter beklagen sollen, als einfach nur zu funktionieren und die belange meiner familie über die meinen zu stellen. selbst die menschen, die mich am besten kennen sollten, haben nicht gesehen, wie es in mir aussah. haben sie es nicht sehen können, oder haben sie weggeschaut und die frage "wie geht es dir" gescheut? hatten sie angst, das ich sagen könnte "mir geht es garnicht gut"? das hätte ja dazu geführt, das mir unter umständen sogar hätten zuhören müssen. was für ein schrecklicher gedanke!!! solange ich immer ein offenes ohr hatte war die welt in ordnung. mülleimer für jedermann´s sorgen. zu jeder tages und nacht-zeit. wofür eigentlich? natürlich ist geben seeliger denn nehmen, aber es kommt der tag im leben, an dem man auch mal nehmen möchte, weil man nicht mehr kann. warum wird man dann stehen gelassen? warum bekommt man dann nur vorwürfe gemacht? ist es so schlimm auch mal selber hilfe zu brauchen anstatt zu leisten?

selten im leben habe ich mich so einsam und unglücklich gefühlt wie im moment. es gibt einfach menschen, die sich niemals eingestehen würden, eine teilschuld am leid eines anderen zu tragen. hat es nicht irgendetwas mit größe zu tun sich solche dinge einzugestehen? ist es nicht einfach nur richtig sich manche dinge einzugestehen, als immer nur mit dem finger zu zeigen und zu verurteilen. warum sehen die menschen nicht, das man hilfe braucht. auch wenn man vielleicht nicht gerade auf knien darum bettelt??????? muss man immer erst winseln um gehört zu werden? besitzen die menschen wirklich so wenig feingefühl? das kann doch alles nicht sein. ist man wirklich immer nur auf sich alleine gestellt?

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