Aufenthalt in Funabashi Japan

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Viele Pläne


Auch wenn ich erst am Freitag geschrieben habe, am Wochenende ist soviel passiert, dass ich lieber jetzt schreibe bevor ich alles vergesse, die Fotos sind auch schon online, für alle die sich für Text und Bild interessieren.

Also am Freitag habe ich ja abends Schluss gemacht.

Danach war ich nur noch kurz im Einkaufszentrum in Taknekodan, das ist da wo ich auch Fußball spiele, nur einen Bahnhof von Takanekido entfernt.

Kaufe da gerne Inarisushi. Das ist frittierter, leicht süßlich gewürzter Tofu gefüllt mit Sushireis. Total lecker, ein wenig wie Tamago-Sushi.

Hab da noch zwei total tolle Pullis gesehen, mal sehen ob ich sie mir noch gönne. Einer ist mit einem Comickamel in einer heißen Quelle, einfach typisch Japanisch bunt.

Danach hab ich mit Jutta unserem Neuzugang unterhalten. Sie ist echt nett und kommt aus Dortmund. Was noch viel lustiger ist, sie studiert in Dortmund Deutsch und Philosophie auf Lehramt, sodass wir teilweise die gleichen oder dieselben Vorlesungen gehört haben. Wahrscheinlich haben wir uns sogar schon häufiger gesehen. Sie ist auch 25 und schreibt an ihrer Bachlor – Arbeit. Nebenbei sieht sie sich die Welt an. Bevor sie am Freitag zu uns kam hat sie schon 4 Wochen in einer Gastfamilie in Nagoya gewohnt und davor war sie für 4 Wochen in der Nähe von Peking in einer Gastfamilie. Wenn sie im Dezember wieder geht wird sie auch nicht sofort nach Deutschland zurückkehren, sondern erst ihren Freund in Amerika für ein paar Wochen besuchen, der dort gerade ein Praktikum macht.

Neben ihrer Bachlor-Arbeit trainiert sie hier noch 4 Mal die Woche für einen Marathon.

Wir verstehen uns recht gut und werden wohl in nächster Zeit viel zusammen machen (sie mag auch Hello Kitty, Samstag geht’s ins LaLaPort).

Am Samstag musste ich erst wieder arbeiten. Es spielten wieder einige Rockbands auf dem Vorplatz, sodass es sehr unterhaltsam war.

Danach wollte mich eine der Mütter zur Sarahsan-Koch-Welcome-Party abholen. Ich wartete 10 Minuten vor unserem Haus, aber niemand kam. Aus dem Haus gegenüber hörte ich aber viel Kindergeschrei und die recht markante Stimme der Mutter, die mich abholen wollte. Ich überlegte die ganze Zeit ob sie es ist und ob ich einfach klingeln sollte. Plötzlich hörte ich sie „Tomochan“ rufen und wusste dann sicher, dass sie es ist, denn der jüngere der beiden Söhne heißt Tomo und chan ist ein Japanisches Anhängsel an Kindernamen oder sehr enge Freunde genau wie das san für Erwachsene. Ich rief sie auf dem Handy an und sie erwartete mich dann an der Tür, bei dem Kochstress hatte sie einfach die Zeit vergessen.

Kaum war ich da konnte ich auch verstehen warum. Es waren insgesamt 5 Mütter da mit 9 Jungen zwischen 3 und 6 Jahren und einem Baby (das einzige Mädchen, 5 Monate alt). Die Jungen hatten es in kürzester Zeit geschafft das Wohnzimmer in ein komplettes Chaos zu verwandeln. Die Mütter saßen um zwei niedrige Tische um die verschiedenen Sachen zuzubereiten. Es gab Bällchen aus Hänchenfleisch, frittiertes Schweinefleisch, gefüllte Reisbällchen, verschiedene Sandwiches, selbst gemachtes Sushi, japanischen Kartoffelsalat, gebackene Süßkartoffel und als Nachtisch Kuchen aus dem Reiskocher, denn die meisten Japanischen Küchen haben zwar Grill und Mikrowelle, aber keinen Backofen.

Wir haben also alle zusammen gewirbelt und zwischendurch die Kinder versorgt.

Nach dem Essen, es war sehr lecker, auch das Sushi; wollten sie noch ein paar Fotos sehen, denn alle sind sehr neugierig, was Deutschland, meine Familie und meine Freunde betrifft.

Als ich dann gegen acht wieder zu Hause war, war ich ziemlich fertig und hab nicht mehr viel gemacht.

Sonntag hieß es ja auch wieder früh aufstehen, denn um neun Uhr fing das Fußballtraining an.

Es war wieder recht lustig, bis auf einen Zwischenfall.

Tomochan wollte die Treppe mal wieder nicht normal hochgehen, fiel hin und knallte mit der Stirn auf die Stufen, sodass sie mit ihn zum Krankenhaus fahren mussten. Dort haben sie die Platzwunde geklebt und er hat ein großes Pflaster bekommen.

Nach dem Training sind wir (Tomochan, sein großer Bruder Taku, ihre Mutter und noch eine Mutter vom Fußball mit zwei Söhnen) in den Zoo gefahren. Das Wetter war toll (ich hab mir sogar nen leichten Sonnenbrand geholt).

Der Zoo in Chiba ist nicht sonderlich groß, aber es war sowieso schon fast zwei Uhr und der Zoo öffnet nur bis 16.30 Uhr.

Wir schauten uns die Tiere an (ich kenne jetzt einige neue japanische Wörter) und aßen Bentos in der Sonne im Picknickbereich. Die Kinder konnten sich austoben und ich habe eine Menge Fotos von den Tieren, der Umgebung und meinen Begleitern gemacht.

Auf dem Rückweg kamen wir in das normale Japanische Verkehrschaos und brauchten für 30 km fast zwei Stunden. Danach hab ich nur noch nach Hause telefoniert und bin ins Bett gefallen.

Heute morgen kam ich nicht wirklich aus dem Bett (es war so schön warm und in meinem Zimmer war es so kalt), musste ich aber auch gar nicht, denn es war mal wieder Feiertag. Ich finde es total super, dass Japaner sowenig Urlaubstage und daher so viele Feiertage haben. Vor allem, da Miwa heute auch mal frei hatte, denn Rentarou hatte heute sein Schichi-Go-San Fest. Bei diesen Fest gehen die Eltern mit Kindern die drei, fünf oder sieben Jahre alt sind (normalerweise drei- und siebenjährige Mädchen und fünfjährige Jungen, warum Rentarou weiß ich nicht) zum Tempel um für ihrer Gesundheit zu beten. Das Datum ist nicht genau festgelegt, die meisten werden dieses Jahr am 15.11. zum Tempel gehen, aber da Miwa frei hatte sind sie schon heute gegangen (ich habe auch am Samstag schon Kinder in Festkleidung gesehen und man hat mir erklärt, dass man den ganzen November gehen kann).

Rentarou trug einen Kimono und sah total niedlich aus (siehe auch die Fotos), aber das beste Jutta und ich waren allein zu Hause. Das heißt Heizung nach dem Duschen und viel Ruhe.

Um elf ging ich dann zu Sanos um noch einmal die Sachen für das Malen anzuprobieren.

Danach gingen wir zu Koreaner essen. Da gibt es einen richtigen Grill im Tisch, mit Flamme und so. Sano bestellten viermal das Mittagsmenü (Yoko war auch mit) und noch drei Specials.

Zu dem Menü gehörten: ein Teller Fleisch (Rindfleisch) zum Grillen. eine klare Suppe, eine Schale Reis, ein Schälchen mit scharfem aber sehr leckerem Kimchi, zwei Stücke Tofu, ein kleiner Salat mit einem Dressing das so schmeckte wie das von unserem japanischem Thunfischsalat und als Nachtisch noch etwas Orangenwackelpudding. Zum Fleisch gab es drei Soßen: eine mit Sojasauce, eine mit Sesam und eine mit Zitrone.

Es war total lecker und lustig am Tisch zu grillen.

Danach sind wir noch einkaufen gefahren. Manchmal glaube ich, dass sie extra mit mir einkaufen gehen, damit sie mir Vorräte mitgeben können. Ich sollte für mich und Jutta Melonpan und Baguette mitnehmen und wir kaufte noch etwas Kuchen.

Zurück zu Hause haben wir dann noch Milchtee getrunken und den Kuchen gegessen (mit Maronensahne, lecker).

Danach bin ich nach Hause und hab mich noch gut mit Jutta unterhalten. Sie geht wahrscheinlich am Freitag mit mir und Sanos ins Museum, denn Sanos freuen sich schon darauf sie kennen zu lernen.

Die nächsten Tage werden auch recht ereignisreich werden, hier ein kurzer Überblick:

Dienstag nach der Arbeit malen lassen

Mittwoch nach der Arbeit in einer Bäckerei helfen Kekse zu verpacken

Donnerstag nach der Arbeit Englisch Stunde für Frau Sano

Freitag nach der Arbeit Edo-Tokyo Museum mit Jutta und Sanos Japanisch Kurs fällt aus

Samstag Arbeiten für AEON und danach mit Jutta ins LaLaPort

Sonntag sich malen lassen und danach Fußball

Mal sehen was sonst noch passiert.

 

Ich hab jetzt übrigens ne Wärmflasche, sodass ich diese Zeilen ohne kalte Füße schreiben kann, vielen Dank an Sanos!!!!!!!!!!!!

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Kommentare

dieDani - 03.11.2008 12:19
Hi du!
Freut mich, dass du wieder jemanden bei dir hast, mit dem du dich gut verstehst. Ist wahrscheinlich schon was anderes, wenn man jemanden hat, mit dem man quatschen kann.
Das Theater mit den Kindern hört sich lustig an, aber ich kann mir dich dazwischen richtig gut vorstellen.
Hab dir ne Mail geschrieben, meld dich bitte mal.
LG Dani


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