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Und was für ein Monster hältst du dir unter deinem Bett


Heute nach 36 Stunden Action, unterbrochen von 2,5 Stunden Schlaf,  und einem Film namens "Dread", finde ich eine kleine Charakteranalyse angebracht.

 

In "Dread" geht es um einen psychopathischen Studenten, der sich  folgendem Projekt widmet: Er möchte die Menschen in seiner Umgebung mit ihren größten Ängsten konfrontieren und sie so von "dem Biest" befreien. Gaaanz uneigennützig natürlich nicht - er selbst fühlt sich durch Beobachten des Terrors (der Kampf mit dem Biest) seiner - nennen wir sie doch vorerst "Patienten" -  jedes Mal auch ein klein wenig besser.

Sein Trauma in Kurzfassung: vor seinen Augen zerstückelte Familie, er der einzige Überlebende, Mörder nie gefasst

 

Nach dem Film habe ich ein paar Gedanken darauf verwendet herauszufinden wovor ich mich eigentlich am meisten fürchte.

 

Wenn man sehr starken Ekel  als Furcht bezeichnen kann, dann sind es wohl die Wirbellosen Krabbeltierchen. Spinnen etc. sind in Ordnung, aber alles ohne Skelett (sei es ein Exo-oder Endoskelett)verursacht bei mir eine absurd starke Abneigung - ich finde in "Ghost Ship" die Szene als die Passagiere auf dem Schiff von dem Stahlkabel durchtrennt werden beinahe weniger schlimm als die, in welcher der eine Darsteller bemerkt, dass die "Spagetti" die er gerade im Mund hat, KEINE Spagetti sind.

Ich habe in einer Aubergine eine Raupe gefunden - und hätte am liebsten die gesamte Aubergine verbrannt. Unlogisch?  Jaaaa...

Trotzdem versuche ich, das Ganze nicht eskalieren zu lassen und habe dem Drang nicht nachgegeben. Stattdessen hab ich nur äußerst großzügig um ihren Gang herum geschnitten und sie zum Kompost gebracht. Soll ja niemand sagen ich hätte mich nicht unter Kontrolle...

 

Bin trotzdem pro-Wirbelsäule... ^^

 

Streicht man den Ekel aus der Betrachtung, muss ich schon etwas länger überlegen. Mir ist allerdings nur etwas wohl eingefallen, was wahrscheinlich viele andere ähnlich empfinden: Enttäuschung.

 

Ich bin von Natur aus nicht der allergeschickteste Elefant im Porzellanladen. Bilanz von gestern: ein Glas zerstört, Sekt über PS3-Controler gekippt (konnte aber gerettet werden), in den Finger geschnitten (keine Ahnung wie oder womit)

Da dies leider keine besondere Ausnahme darstellt, sollte man meinen ich sei an die Verursachung solcher und ähnlicher Schäden gewöhnt. Falsch.

Das Glas zerbricht - ich resigniere für einen Moment. Ich werde wütend. Am liebsten würde ich mit beiden Händen die Scherben so klein drücken bis nichts mehr von den elenden Bruchstücken da ist. Ich atme tief durch und halte mich zurück. Ich sammele die Scherben auf und bringe sie in den Müll. Tränen bilden sich in meinen Augen. Ich blinzele ein Mal, zwei Mal - ich beiße mir in die Hand oder heule in mein Kissen. (Meist ersteres, weinen kommt oft erst später. Wenn ich Zeit habe.) Erst dann geht es mir besser. Ich gebe mich nicht der Illusion hin, dass solch eine Reaktion auf ein kleines Missgeschick normal ist.

Niemand außer mir ist besonders bewegt von dem Vorkommnis. Mein Freund versucht mich aufzumuntern - er ist nicht materialistisch. Keine Schelte von ihm. Das sei doch nicht schlimm. Ich bräuchte mir doch keine Gedanken zu machen. Ich kann mich auch nicht erinnern dass meine Eltern jemals übermäßig unangebracht auf etwas dieser Art reagiert hätten.

 

Währenddessen denke ich meist nichts. Wenn die Tränen kommen fühle ich mich hilflos. Die Irrationalität des Ganzen ist mir schmerzlich bewusst und trotzdem kann ich nicht - weiß ich nicht, wie ich anders reagieren kann. Und dann kommt die Schuld, weil ich die Menschen um mich herum zusätzlich belaste mit meinem Tief. Und es ist belastend, wenn dein Partner von jetzt auf gleich Stimmungsschwankungen um 180° in den negativen Bereich vollzieht.

 

In Gesellschaft passiert mir so etwas allerdings seltener. Normalerweise bin ich auch insgesammt leicht ablenkbar - sogar bewusst von mir selbst. Trotzdem habe ich Angst wenn ich so die Kontrolle über mich verliere, Angst dass andere mich so sehen und mich... ablehnen? ...mich als Bürde empfinden? Man mag Dinge nicht, die man nicht versteht...

 

song: We Are Scientists - Ghouls

 
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