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Es ist eigentlich egal, wohin man sieht. Und egal, wohin man hört.
Die Menschen sollten keine Kinder mehr kriegen.
Warum? Sie sind schlechte Eltern.

Die wenigen, die es schaffen und Respekt verdient haben und gute Kinder großziehen, die können meinetwegen weiterhin auf dieser Welt sein. Aber ich höre alleine in unserem Wohnblock der mehr und mehr verkommt höre ich eine absolut widerwärtige Mutter immer mit ihren Kindern brüllen. Es ist niemals Ruhe in diesem Haus, die Wände sind so dünn, man hört jede einzelne lächerliche Rüge. Und nur die wenigsten sind nachvollziehbar.
Hörte ich nicht jeden einzelnen Schritt und bedächte ich die Kinder nicht beinahe immer als unschuldig - wobei ich sagen muss dass ich Kindern selten recht gebe, da ich sie nicht leiden kann - und erkennte ich nicht jedes einzelne Wort sofern der Fernseher nicht auf überdimensionale Lautstärke geschaltet ist (was sich dank des beinahe völligen Verschwindens meines Vaters zum Glück nun meistens nicht mehr ereignet), so würde ich wahrscheinlich anders denken. Und mich fragen, was es denn nicht für grausige Kinder handle die ihre Eltern zur Weißglut treiben.
Dann ist da noch dieser Vater der seinen Sohn immer zu schlagen scheint wenn ihm etwas nicht passt. Er wohnt in der Nebenstiege, direkt hinter meinem Wohnzimmer. Man sieht ihn eigentlich fast nie, aber manchmal hört man Knalle und dann ein lautes Weinen.
Im Moment wird über uns gefeiert. Es klingt nach einer Horde von rund 30 Leuten, aber wahrscheinlich sind es nur um die 8. Es wechselt zwischen Gelächter, Gebrülle und Kinderweinen. Immer wieder. Schon das dritte Mal hat die Kleine geweint.

Wenn ich wüsste was das für Häuser sind ginge ich gerne hin und spräche sie darauf an. Es wird wahrscheinlich so oder so in Hass enden. Ich kenne das ganze von mir. Schlag und Gebrüll endet nicht in besseren Manieren. Es endet in Angst. Und Disrespekt.
Meine Mutter hat das ganze souverän gemeistert. Aber das meiste von dem was passiert ist hat sie wohl verdrängt. Sie erinnert sich an wenig. Ich an vieles. Vermutlich auch nicht an alles. Mein Glück denke ich. Aber wenn ich lautes Gebrüll höre und dann ein weinendes Kind bin ich mir nicht sicher ob ich den Mut aufbrächte dem entgegenzugehen. Stünde vor mir ein großer männlicher Klotz mit allem Hass geladen, ich bräche wahrscheinlich unverzüglich in Tränen aus.
Seit mein alter Herr bei dem Geburtstagszwischenfall so entsetzlich "den Nerv verlor", obgleich es ihn nichts angegangen ist, seitdem will ich eigentlich vor Wut toben und brüllen und vor Angst weinen dass es Schweine gibt die ihre Kinder so misshandeln.

Massenvasektomie. Die Menschen überfluten die Erde ohnehin. Ist es nicht besser weniger geisteskranke Menschen in die Welt zu setzen indem man nur gute, geduldige Eltern Kinder bekommen lässt, die fähiger sind, ihre Kinder zu erziehen? Die andere Arten als häusliche Gewalt vorziehen? Was sind das für unglückliche Haushalte, deren Tagesritual nicht das Essen sondern das gegenseitige Anbrüllen ist? Ob die genauso unglücklich sind wie ich?
Ehrlich gesagt, ich wage zu behaupten dass dem so ist. Warum? Wer wird schon gerne in den Boden gestampft? Und wer mag jegliches absolut ohrenbetäubende Lautstärle als Umgangston? Und das jeden einzelnen Tag? Durch Anwesenheit, durch Aura, durch dieselbe Luft alleine die dir von dem Monster weggeatmet wird das sich würdelos dein Vater nennt! Repekt? Auf diese Art Respekt spucke ich. Verurteilt er doch und spricht davon andere sollen zuerst vor ihrer Türe kehren. Und Mr. Heuchler selbst braucht dies nicht zu tun, denn Sir fraß ja seine Weisheit mit Löffeln und man schob sie ihm mit einem Einlauf in die Eingeweide! Kein Wunder dass die ganze Scheiße oben rauskommt. 

Die wenigen vor denen ich Respekt habe schaffe ich es nicht ihn zu vertreten. Manchmal denke ich mir "Wie denn auch? Wer hat mir denn welchen beigebracht?", aber das ist eigentlich nur eine üble Ausrede. Ich hatte immer eine wundervolle und hingebungsvolle und auch sehr stark leidende Mutter. Und ich werde immer eine hingebungsvolle Mutter haben die ich von ganzem Herzen liebe und die mir ausschließlich alles beigebracht hat was Recht ist.
Die Mischung wars wohl, zwischen dem und dem Elternteil dass so etwas wie ich herausgekommen bin.

Heute sehe ich mich eigentlich als eine Mischung aus feiger Volllarsch und mutiger Bastard. Klug und faul vielleicht, dünn mit Nerven, leicht ablenkbar. Das meiste davon ist änderbar aber pro Woche höre ich mindestens einmal wie faul ich bin. Vermutlich bin ichs einfach. Ich weiß selbst wie gerne ich mein Bett habe. Es zu verlassen ist ein absolut grauenhafter Moment. Das Haus zu verlassen noch viel mehr. Da kommt dann der feige Arsch heraus. Wenn es nach mir ginge brächte man mir täglich essen und ich würde mich in meiner dunklen Höhle verschanzen und der Welt den Mittelfinger zeigen. Natürlich in dem Schutze meiner Wände. Was wäre, wenn mich jemand für meinen bösen kleinen Stinkefinger zur Rechenschaft ziehen wollen würde? Nein nein, da bleibe ich doch lieber zuhause...

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