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auch das darf nicht wahr sein ...


Da habe ich vor kurzem mal wieder was total erstaunliches mitbekommen, Johannes' Mutter hat mir davon erzählt:

in einer seiner damaligen Parallelklassen auf dem Gymnasium war ein Mädchen, sozusagen: es war einmal ein Mädchen ... und leider ging es auf eine Schule, auf dem die Blindheit für Autisten ausgebrochen sein muss - dabei sind sie doch geschult und geben sich so informiert, so dass sie mal einfach einen autistischen Schüler loswerden, weil da ja nicht nur Autismus sein kann, wenn der einfach mal nicht in den Unterricht geht. Nein, der hat doch noch was! Weg mit ihm, den können wir so nicht beschulen.

Da sind die also sowas von informiert und bemerken noch nicht einmal, dass im selben Jahrgang ein stilles, autistisches Mädchen ihr Schülerleben fristet. Viele Jahre um Unauffälligkeit bemüht, doch irgendwann ist alles zuviel und ... warum kippt die denn immer um? Da muss doch noch was sein, die ist doch nicht nur pubertär? Nein, da ist irgendwas, die können wir nicht beschulen. Weg mit ihr.

Tja, was war denn da? Genau: das Mädchen ist ein Asperger-Mädchen, mit all den Anzeichen, die jedes Aspergerkind manchmal auszeichnet. Für die ach so informierten und erfahrenen Lehrer sofort zu erkennen, trotz oder wegen der fehlenden Diagnose.

Hätte da nicht mal jemand den Eltern sagen können, was und wo die Auffäligkeiten bei dem Mädchen sind? Damit man viel früher hätte helfen können, viel Leid in der Schule gar nicht erst aufgekommen wäre? Aber nein. Die Schule weiß mal wieder von nichts, die haben nichts gemerkt. Wer es glaubt ....

Ganz erstaunlich, dass sich so eine Schule mittlerweile als die richtige Schule für Autisten hinstellt und bewusst Autisten in den Eingangsklassen aufnimmt. Eine Schule, wo vor gar nicht langer Zeit noch Autisten von Lehrern verbal und auch tätlich angegriffen wurden. Eine Schule, in der Lehrer ganz offen sagen, dass Autisten auf eine Sonderschule gehören und auf einem Gymnasium nichts zu suchen haben. Trotz überdurchschnittlicher Intelligenz, trotz Gymnasialempfehlung.

Wo leben wir eigentlich? Was tut man unseren Kindern da eigentlich an? Nicht nur hier, sondern in vielen deutschen Schulen.

Völlig gleich wie man zu der etwas holprigen Inklusion in unserem Schulsystem steht: Menschenrechte und Bürgerrechte stehen an erster Stelle. Gegenseitiger Respekt steht an erster Stelle. Toleranz steht an erster Stelle. Auch gegenüber Schülern, allen Schülern - alles Menschen, alles Bürger.

Da schüttelt traurig den Kopf

Klara Westhoff

 

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