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Sie


Sie saß in ihrem Käfig, drehte sich von den anderen weg. Ihre Fassade fing an zu bröckeln. Schnell erneuerte sie ihr Gesicht, damit niemand bemerkt, wer sie wirklich war. Sie durfte es nicht zeigen, die anderen würden das nicht erlauben. Zeige keine Gefühle, sei immer fröhlich und freundlich. Ihre Flügel begannen zu zucken, schnell band sie sie fester an ihren Körper. Schon längst hatte sie sich an den schmerzenden Druck auf die Rippen gewöhnt. Sie sah an sich herunter, sah ihren in schwarz gehüllten Körper. Sie wollte nicht aus der Kleidung raus, niemals ihren von Narben übersäten Körper sehen. Jeden Abend suchte sie eine frei Stelle, genoss den Anblick des fließenden Blutes.
Sie drehte sich wieder zu den anderen um, keiner von ihnen kannte sie wirklich. Sie kannten nur, was sie vorgab zu sein. Voll mit Tabletten und gemartert durch die Bänder um die Rippen ging sie auf die verhassten Menschen zu, die den Ausgang des Käfigs versperrten. Sie hasste den scheinheiligen, ironischen und gleichgültigen Ton der Frage, ob er ihr denn gut ginge, doch sie antwortete stets im freundlichen Ton mit einem Lächeln auf den Lippen : “ Ja es geht mir gut”
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