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In vino veritas


Dem kann ich nur zustimmen, denn es dauert nicht mehr lange, bis ich meinen Wein geniessen kann. Nun muss jeder fuer sich entscheiden, was fuer ihn lang ist und das ist auch gut so. Ich fuer meinen Teil muss noch drei Monate warten, um im Wein die Wahrheit zu finden. Ich weiss auch, dass drei Monate nicht sonderlich lang sind, aber wenn man so wie ich auf den Urlaub wartet, kann daraus schon mal eine halbe Ewigkeit werden. Irgendwie kriege ich die Zeit auch um und am Ende sitze ich schneller wieder im Buero wie mir eigentlich lieb ist. Eine Tatsache, die mich schon jetzt ankotzt, die ich aber nicht aendern kann. Dass mein Chef durch die Gegend gelaufen ist, anstatt an seinem Schreibtisch zu sitzen, ist normal. Am Mittwoch ist er nicht zur Betriebsversammlung gegangen, weil er noch so viel zu tun hat, bevor er in Kur geht. Was hat er in der Zeit gemacht? Im Internet gesurft. Sorry, so was geht gar nicht. Wenn er schon jedem erzaehlt, dass er in Kur geht, dann soll er doch auch was tun. Gut, gewisse Dinge lassen sich erst spaeter klaeren, aber ich haette ein schlechtes Gewissen, wenn ich durch die Gegend laufe anstatt dafuer zu sorgen, dass so wenig wie moeglich liegen bleibt. Im Internet kann man auch zu Hause surfen. Das geht auch nicht, weil man ja sonst man die Tour mit dem Wohnmobil streichen muss. Eigentlich ist mir das egal, er muss selber wissen, was er macht. Ich kann es echt nicht mehr hoeren und das schlimme ist, dass das Gesuelze nach seiner Kur locker flockig weiter geht. Ich werde Ohrpax mit ins Buero nehmen, wenn Chef wieder kommt. Die helfen aber dann auch nicht, wenn man sich in einer Lautstaerke unterhaelt, die eher auf den Fussballplatz passt als ins Buero.

Ich kann nicht behaupten, dass alles gut ist. Vor allem dann nicht, wenn die Busse an zwei Tagen in der Woche wegen des Streiks nicht fahren. Ich war zwar puenktlich auf der Arbeit, aber so was nervt trotzdem. Wenn mich nicht alles taeuscht, dann will man sich morgen wieder zusammen setzen und wenn man sich dann nicht einigt, dann wieder gestreikt, diesmal dann laenger als zwei Tage. Ich komme schon zur Arbeit, aber es kann doch kein Dauerzustand sein, wenn mich mein Vater staendig zum Bahnhof bringen und mich dann auch wieder abholen muss. Was mache ich, wenn mein Vater irgendwann aus dem dem Bett faellt und sich das Genick bricht? Muss ich mir dann jedes Mal ein Taxi nehmen? Es sieht ganz danach aus. Doch malen wir den Teufel mal nicht an die Wand. Wer weiss, vielleicht hat das mal ein Ende, auch wenn ich nicht wirklich daran glaube. Ich glaube, die Leute machen sich keine Gedanken darueber. Die lachen sich doch kaputt. Jeder will Geld verdienen, das ist klar. Von daher ist es umso wichtiger, dass die Leute nicht noch laenger leiden. Warum kann man den Forderungen nicht zustimmen? So schwer kann das doch nicht sein. Anscheinend doch, denn sonst haette das mal ein Ende. Ich stecke mir echt noch den Finger in den Hals, wenn das so weiter geht. Warum kann man denn nicht streiken, wenn die Leute Urlaub haben? Weil das bloed ist, ganz einfach. Wie waere es mit Ostern? Da ist man zu Hause und wenn man wo hin muss, dann kann man das locker flockig mit dem Auto machen. Ich kann noch so viele Vorschlaege machen, es nutzt ja doch nichts. Augen zu und durch, denn es gibt garantiert schlimmeres.

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