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Playing fool


"Stuck on you 'till the end of time.."
Paramore / Stuck on you

Manchmal frage ich mich irgendwie... oder aus welchen Gründen auch immer.. wer oder irgendwie WAS ich geworden bin.


Einerseits bin ich.. nett und freundlich. Würde ich mich von außen so sehen, so würde ich sagen "Japp, stimmt, alles super". Irgendwie so halt.. ich kann Menschen -außer ganz wenigen Spezialisten, die es schaffen, mich auf die Palme zu bringen- nicht böse sein. Dazu bin ich viel zu sanftmütig. Geworden. Und zu nachdenklich, innerlich zumindest. Manchmal erwische ich mich dabei, wie ich -selbst unter Menschen- abdrifte und meinen Dingen nachhänge.. da muss man mich anstubbsen und wieder 'aufwecken', ansonsten verharre ich einfach so und denke an.. nicht an Gott.. aber an die Welt, was danach kommt, wo ich stehe, mit wem, und alles das.. Ich meine, es geht mir gut. Wirklich, wirklich gut. Keinen Stress zuhause, oder nur wenig, bald Arbeit, neue Freunde -hoffentlich-, neues Leben... oder eher ein neuer Abschnitt. Mein Herz schlägt schnell, mal langsam, während mir die Zeit wie Sand durch die Finger rinnt.. wie so oft.


Was soll ich groß sagen in diesen Zeiten.. ich freue mich. Doch ab und an, öfter, als mir lieb ist, denke ich an früher zurück. Nicht an die blöden, dummen, ignorierbaren Zeiten, sondern an das, was man als jugendlicher Mensch eben durchmacht.. erste Lieben, Internetbekanntschaften, Alkohol, Sex, Downfall und Rise Against.. gewissermaßen. Manchmal denke ich daran, wie es früher war, und ein Gefühl der Nostalgie hält Einzug.. auf den Lippen ein 'Schöne, gute Zeit' murmelnd, eine Hand am Herzen, wehmütiges Seufzen... wie jung wir doch alle waren. Wie naiv und dumm.. Wie wir alle anbandelten und jeder einzelne kalte Füße bekam, wie wir unsere Tagebücher vollschrieben, ohne einen Inhalt zu haben.. wie wir spielten, ohne zu gewinnen, tanzten, ohne der Musik zu lauschen.. das waren die Zeiten, an die ich gern zurückdenke - sinnlose, nostalige Zeiten..

 

Ich kannte Leute, die mich heute nicht mehr kennen.. und habe viel Zeit mit ihnen verbracht. Es waren gute Zeiten, stets begleitet von einer.. einer Art Melancholie, wie man sie spürt bei Dingen, die bald zuende gehen. Wir haben gelebt, oft miteinander philosophiert.. geredet, und uns einander irgendwie gestützt, haben, naiv, wie wir waren, unsere Leben miteinander geteilt. Es tat uns gut zu wissen, dass der andere das nachvollziehen konnte, was wir fühlten.. bei Lieben, bei Stress mit irgendwem, bei Perspektivlosigkeit.. und wir konnten in ein Bett gehen und uns halten, ohne anderen Kram zu tun, den wir hätten machen können.. wir schickten uns Bilder, wir lachten und weinten, wir hörten Musik und wippten zum Takt dazu.. gute Zeiten, wirklich. Wir dachten viel aneinander und schrieben und lachten und waren sinnlos, geistlos, zeitlos..

 

Zumindest solange, bis die Zeit uns einholte und wir unsere Wege gingen. Getrennt, weil wir den Kontakt verloren. Weil wir auch eigene Leben hatten, wie wir feststellten. Eigene Gefühle, die wir nicht teilen konnten, eigene Schulden, die wir nicht tilgen konnten, eigene Geschichten, die wir zu schreiben hatten. Ein Wort ergab das andere, und unsere Sicht war genommen, die Realität schlussendlich erkennend, wie sie war -grausam, weil es nicht so wie im Traum war, wo wir lagen und lachten, nein. Grausam und real. Das Herz schmerzte nicht mehr, weil es schön war, sondern, weil uns das Leben die Brust zusammendrückte. Wir stritten uns, realisierend, dass wir andere Vorstellungen vom Leben hatten. Andere veränderten sich mit, passten sich uns an, und wir blieben Freunde bis heute, doch andere sind gegangen.. für immer? Ich weiss es nicht, und.. ich habe aufgegeben, es herausfinden zu wollen. Bei manchen zumindest.. sie waren lange Zeit fester Teil meines Lebens, und das ist etwas, was man nicht vergisst. Nie vergessen wird..

 

Denn in diesen fernen Nächten tanzten und sangen wir, der Welt zeigend, dass wir leben können. Und heute schmunzeln wir darüber, wie torhaft wie waren, und gehen, den Rücken dem allem zuwendend, unsere Wege. Und dennoch blicken wir zurück in die Fußstapfen, die wir im Schnee hinterließen, ob das alles wirklich passiert ist..

~Sin

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