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mein Leben bisher


Mein Zuhause liegt im schönen Thüringen. Donndorf ist ein kleiner Ort im Kyffhäuserkreis.
Dort gibt es seit vielen Jahren ein kleines Gasthaus, die Bauernstube.
Gleichzeitig das Zuhause meiner Familie bestehend aus Mama und ihren Mann, meinen zwei Geschwistern und meinen
Großeltern, die die Bauernstube nach der Wende eröffneten.
 
Meine Eltern trennten sich als ich sechs Jahre alt war. Für mich war das ein schwerer Schock, und ich bin erst sehr spät darüber hinweg
gekommen. Mit 16 machte ich meinen Realschulabschluss und zog zu meinen Vater nach Baden Württemberg und beendete eine dreijährige Ausbildung
als Maler und Lackiererin.
Alles lief perfekt. Ich hatte eine abgeschlossene Ausbildung, ein gutes Gehalt von 1500,- , einen Freund, eine Wohnung... bis ich arbeitslos wurde und damit in ein tiefes Loch viel. Ich verschuldete mich, fing an zu trinken, nahm Drogen, konnte keine Miete mehr zahlen.
Ich habe mich zuhause selbst eingesperrt, verweigerte aus Scharm den Kontakt mit meinen Eltern. Mein Vater, der nur ein paar Meter von mir entfernt wohnte, hat nicht viel davon mitbekommen. Wahrscheinlich hatte er genug “eigene Probleme”. Aber meine Mutter... 500 Kilometer entfernt, spürte was passierte. Und bevor mich meine Ärztin zum Psychotherapeut schicken wollte, kam meine Mutter und holte mich nachhause. Sie fing mich auf und gab mir Arbeit so viel sie konnte. Arbeit war genug da, aber nicht genügend Geld.
Ich hatte mich entschieden meinen Beruf aufzugeben und ins Gastgewerbe zu gehen. Das war schließlich etwas, was unsere Familie schon immer gemacht hat und bis heute sehr gut kann.
Es war jedoch schwierig ohne Ausbildung einen gut bezahlten Job in der Gastronomie zu finden. Meine Mutter kam selber geradeso über die Runden.
Schließlich hatte ich einen Berg Schulden, an den ich heute noch zu knabbern habe.
Dann fand ich zufällig beim Arbeitsamt in der Jobbörse die Anzeige “Neustart in Österreich”.
Über private Arbeitsvermittlung, die mir damals das Arbeitsamt finanzierte, bekam ich einen Job als Serviererin für die kommende Saison in Kötschach Mauthen in Österreich.
Nun hatte ich drei Tage Zeit, um mich auf einen totalen Neuanfang vorzubereiten. Ich habe alles aufgegeben, alles hinter mir gelassen.
Ich weiß nicht mehr was für ein Tag es war. Am Abend bin ich mit den Zug über die Schweiz nach Österreich. Um Zehn am morgen kam ich in Kötschach an. Meine neue Chefin holte mich vom Bahnhof. Es ging gleich ins Restaurant und ich durfte total müde und kaputt nach zehn Stunden Zugfahrt acht Stunden ranklotzen.
 
So habe ich mein Leben wieder einigermaßen in den Griff bekommen.
Jetzt lebe ich in Kärnten, in der Stadt Völkermarkt, habe eine feste Stelle als Kellnerin und eine Wohnung.
Und wie das so ist... sechs Tage in der Woche, fünfzehn Stunden, kaum Urlaub.
Ich war schon fast zwei Jahre nicht mehr zuhause. Ich verdiene gutes Geld und kann meine Schulden zahlen.
Aber es passt mir überhaupt nicht das es mir besser geht als meiner Familie.
Vor einer Woche konnte ich vier Tage Urlaub nehmen. Meine Mutter kam nach Österreich mit ihrem Mann und meiner Schwester.
Sie sah nicht gut aus. Das trieb mir die Tränen in die Augen und ich sehne mich danach endlich wieder nach hause zu kommen.

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