• kostenlos mitmachen

Der grobe Anfang / Gedankengänge


 

[ Verfasst mit einem Freund! Dies ist eine grobe Version des Anfangs und muss noch bearbeitet werden. Verbesserungsvorschläge werden gerne angenommen]

 

Chroniken einer Klinge

 

Prolog

 

 

Vom Freunde verraten, wurde Georg Vontran wegen Mordes und Räuberei angeklagt. Seine Frau, der Hexerei beschuldigt und vor seinen Augen bei lebendigem Leibe verbrannt. Seine Söhne wurden der Armee des Reiches übergeben. Er selbst wurde über zwei Wochen lang gefoltert, doch entgegen der Erwartung des Folterknechts und des Richters hielt er den Qualen stand ohne daran zu zerbrechen. Obwohl Georg kein Geständnis zu entlocken war, wurde er zum Tode durch den Strang verurteilt. Einen Tag vor seiner Hinrichtung brach Krieg über das Reich aus. Der König, seine Mannen in der Unterzahl wissend, zwang sämtliche Gefangenen in den Krieg. Nur diesem Umstand ist es zu verdanken, dass er nicht hingerichtet wurde. Noch geschwächt von der Folter und ohne Ausrüstung oder Waffen wurde Georg mit den anderen Gefangenen nach mehreren heißen Sommertagen und vielen tausend Metern Marschweg über den Fluss in Richtung Feind getrieben. Vormals noch von den eigenen Soldaten bewacht, fragte er sich, weshalb sie an der Brücke zurückblieben. Das Wetter schlug um. Nach Wochen ohne einen Tropfen Wasser regnete es nun sintflutartig. Georg ahnte, was gleich passieren würde. Doch noch bevor er den Gedanken zu Ende dachte, sah er vor sich bereits das anstürmende feindliche Heer. Panik brach aus und trieb die Gefangenen zurück zur Brücke, aber die Soldaten des Reiches hatten sie bereits zerstört. Viele versuchten, den Fluss zu durchschwimmen, aber die starke Strömung  riss die vom langen Marsch erschöpften Menschen mit sich. Diejenigen, die es knapp zum anderen Ufer schafften, wurden von den Halmbarten der eigenen Soldaten gepfählt. Dem feindlichen Heer entgegenblickend, entschied sich Georg mit den restlichen Todgeweihten für den hoffnungslosen Kampf. Sie bewaffneten sich mit Steinen und Ästen und formierten sich in drei Reihen. Georg selbst stand in der zweiten Reihe.

Der Feind greift an. Die schwere Infanterie stürmte heran und zerschlug die erste Reihe. Die Äste zersplitterten an ihren metallenen Schilden. Einigen war es jedoch gelungen, den Feinden mit Steinen die Schädel zu zertrümmern. Diese Gelegenheit nahm der Vontran wahr und schnappte sich Schwert und Schild eines Gefallenen. Nur den Bruchteil einer Sekunde später stieß eine Klinge auf Georg zu, die er dank Schild im letzten Moment geduckt abwehren konnte. Überrascht durch diese unerwartete Wendung seine Deckung vernachlässigend, spürte der Soldat plötzlich einen stechenden Schmerz in seiner Brust. Er sank zu Boden und sah nur noch, wie ein Stiefel gegen seine Schulter drückt und Georg ihm das Schwert wieder aus seinem Körper zog. Auch wenn dieser Zweikampf gewonnen war, so war die Schlacht dennoch verloren. Den nächsten Hieb konnte Georg zwar mit dem Schwert abwehren, auf einmal aber fühlte er eine große Hitze im linken Oberschenkel. Diese Hitze erinnerte ihn an die Hinrichtung seiner Frau. Bevor er sein Bewusstsein durch einen Schildstoß verlor, dachte er an die Person, die an all dem Schuld trug... und an Rache.

 

 

 

Nach dem Kampf erwachte er auf dem Schlachtfeld. Unfähig, einen klaren Gedanken zu fassen, schob Georg den Körper, der auf ihn lag, beiseite. Der Körper weißt eine Verletzung in der Brust auf, von einer großen Klinge verursacht. Georg setzte sich hin, da seine Versuche aufzustehen scheiterten. In der pochenden Wunde seines Oberschenkels steckt noch immer das rostige Schwert des Soldaten, den Georg erschlug. Er nahm sich ein kleines Stück Holz, steckte es sich zwischen die Zähne und biss so fest darauf, wie er konnte. Er umfasste langsam den Griff der Klinge. Georg atmete einmal tief durch. Mit einem festen Ruck und unter unsäglichen Schmerzen zog er das Schwert heraus. Es war zerbrochen. Georg spuckte das Holz wieder aus und nahm sich ein Stück der Uniform des toten Landknechts. Damit verband er sein Bein um die Blutung zu stoppen. Nachdem er nun endlich wieder einigermaßen klar denken konnte, sah er sich um. Überall liegen Leichen. Die meisten tragen einfache Lumpen, nur wenige Uniform. Diese Soldaten durchsucht er und nimmt sich dabei ihre Geldsäckel sowie von einem in Georgs Statur, dessen Uniform wesentlich edler wirkte als die der anderen Soldaten, die Stiefel und einen hübsch verzierten Dolch. An dem Hals dieses Mannes fand er eine Narbe in Form eines "S". Danach machte er sich auf den Weg. Wohin er ging, wusste er nicht. Nach Stunden durch Wiesen und Wälder entdeckte er eine Straße. Den Wagenspuren nach, musste dieser Weg zu einer Ortschaft führen, also schleppte sich Georg die Straße entlang. Nach einer weiteren Stunde erreichte er erschöpft die Tore eines größeren Dorfes. Die Wachen brachten ihn zum örtlichen Feldscher, um die Wunde mit dem Glüheisen ausbrennen zu lassen. Als er das Eisen ansetzt, verzog Georg nur leicht das Gesicht. Der Feldscher fragte verwundert:

 

"Mein Herr, Ihr seid der erste Mann, der dabei nicht geschrien hat, spürt Ihr den Schmerz nicht?"

"Nach stundenlangem Marsch mit dieser Wunde ist das eine Erleichterung. Aber sagt Ihr mir, wo ich hier bin?"

"Ihr befindet Euch in meiner Klinik in Irlmoos."

Georg denkt verwundert nach. "Irlmoos? Liegt das nicht in Italien?"

Der Feldscher fängt lauthals an zu lachen, dass er sich verschluckt:

"Natürlich liegt das in Italien, Ihr seid in Italien, mein Freund. Hat Euch jemand einen Knüppel über Euren Schädel gezogen?"

Georg erzählte ihm von der Schlacht, beschrieb die Uniform der Soldaten und erwähnte die Narbe. Das Gesicht des Feldscher wurde blass wie die blutleere Haut der Toten.

"Eine S-förmige Narbe sagt Ihr? Welch Wunder, dass Ihr das überlebt habt."

"Ihr wisst wer diese Männer waren? So sagt es mir." Zögerlich nur sprach der Arzt: "Serpentes Illiminati".

Diese Worte ließen Georgs Blut zu Eis gefrieren. "Ich dachte, dieser Orden wäre eine Legende."

"Ziemlich reale Legende, wenn sie Euch so zugerichtet haben", meinte der Feldscher sarkastisch.

"Diese Männer durchstreifen seit Monaten das Land, niemand weiß genau woher sie kommen oder was sie suchen. Sicher ist nur eins: Wo auch immer sie sind, sie hinterlassen eine Spur des Todes. Es ist besser, Ihr bleibt eine Weile hier. Mein Cousin besitzt ein Gehöft ganz in der Nähe. Dort könnt Ihr Euch auskurieren und wenn Ihr wieder gesund seid, dort helfen die Felder zu bestellen."

Und so tat Georg.

 

 

Hinter ihm lag ein für italienische Verhältnisse harter, lang andauernder Winter, dem eine große Hungersnot folgte. Auf Erlass des Königs beschlagnahmten die Steuereintreiber alles, was die Bauern besaßen, damit die reichen Fürsten trotz der Hungersnot weiterhin in Saus und Braus leben konnten. Doch nicht alle beugten sich dem Willen des Königs. Sie vertrieben die Steuereintreiber mit Heugabeln und Dreschflegeln von ihren Höfen. Manche raubten sie sogar aus. Um einen bevorstehenden Bürgerkrieg zu verhindern, schickten die Fürsten ihre Armeen aus, um die Bauern zu unterdrücken und auszuplündern. Die, die nicht von diesen Söldnern verschleppt oder getötet wurden, flohen, versteckten sich. Nicht jedoch Georg Vontran. Er verbündete sich mit den Gleichgesinnten der umliegenden Gehöfte. Zwar hat niemand von ihnen weitreichende militärische Erfahrung, dennoch sind sie vermessen, sich gegen die Unterdrücker zu wehren. Diese Entschlossenheit und ihre Kenntnisse über das Gelände verschafften ihnen einen regen Zulauf, sodass sie nun in der Lage sind, sich ihrer Haut zu erwehren. Ihr Einflussgebiet dehnte sich derart aus, dass man diesen Zusammenschluss einfacher Bauern als Fürstentum hätte bezeichnen können. Sie verwalten ihre eigenen Ländereien und Armeen, was ihnen einem Grafen ebenbürtige politische Macht gab. Beflügelt durch diesen Erfolg, haben sie sich das Ziel gesetzt, jedem zu helfen und von der Tyrannei der Obrigkeit zu befreien, der ihrer Hilfe bedarf.

Sie nannten sich Die Harzschützen, benannt nach Georgs Ursprung und um ihm sein eigentliches Ziel wieder in sein Gedächtnis zu rufen: In die alte Heimat zurückkehren und sich an seinen Feinden für ihre Taten zu rächen.

 

Einst verstoßen, wird er wiederkehren, stärker, und sein gestohlenes Gut einfordern.

 

 

 

[|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|]

 

 

 

Kapitel 2 - Erinnerungen (KE an SI)

 

 

Die Gedanken jener Nacht gleichen dem feuchtkalten, schwindenden Nebel der Morgendämmerung. Das einzige, was ihn an die Geschehnisse von damals erinnert, ist die vernarbte, von geborstener Klinge verursachte Wunde. Seitdem vergeht keine Nacht, in der er nicht von Albträumen geplagt wird. Immer wieder durchlebt er die Qualen der Vergangenheit. Diese Nacht jedoch waren es keine verschwommenen Bilder. Dieses Mal war es klar…

 

Schweißgebadet saß er in seinem Bett. Die Erinnerungen, die er stets verdrängte, nun waren sie wieder in seinem Kopf. An der Tür klopfte es.

"Herein!", rief Georg.

Es war Cheffe, Rottmeister und enger Vertrauter Georgs.

"Georg, ich habe eine wichtige Nachricht aus Frankreich."

"Frankreich? Was kann das sein? Sprich."

"Es heißt, große Armeen fremden Ursprungs durchstreifen die Landen dort und rauben sämtliche Gehöfte und Städte aus."

"Armeen? Was für Armeen? Was weißt du über sie?"

"Nicht viel, nur dass Ihr Symbol eine Schlange ist und-"

"Serpentes Illiminati!"

"Kann sein, kennst du sie etwa?"

"Unwichtig. Sag allen bescheid. So wie der heilige Patricius Irland befreite, werden wir Frankreich von den Schlangen befreien."

Der Haufen setzt sich in Bewegung.

 

[|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|][|]

 

Der Große Krieg, wie er hinter vorgehaltener Hand genannt wird, er schien lange verloren. Zu viele Feinde, zu wenige Freunde gab es. Aber solche Freunde, wie Georg Vontran sie verlor, wird er nie wieder finden. Niemand, der ihm in dieser schweren Zeit mehr zur Seite stand. So hockten sie im Morgengrauen in ihrem letzten verbliebenen Versteck, tief in den Wäldern Südfrankreichs. Seinem letzten dutzend Mannen die ausweglose Situation schildernd, ließ Georg ihnen freie Hand, auf dass sie über ihr eigenes Schicksal verfügen mögen.

Mancher wandte sich ab, kehrte zu seiner Familie zurück. Andere, solche, die alles verloren hatten in diesem Kampf, zogen auf eigene Faust weiter, auf der Suche nach Vergeltung. Nachdem Georg seine Rede beendet hatte, war er wieder allein, wie damals in der Zeit vor dem Großen Krieg. Er sah sich um, betrachtete den letzten, erbärmlichen Rest seiner Herrschaft, bestehend aus dem was er am Leibe trägt, ein paar Fellen verschiedener Tiere, mit Seilen und Ästen zu einem behelfsmäßigen Zelt gespannt und dem Griff einer zerbrochenen Klinge, in dessen Knauf das Symbol einer Schlange eingraviert ist. Ein Artefakt, dass er nie aus der Hand gab, da es ihn stets an seine eigene Verwundbarkeit erinnerte und so manches mal das Leben rettete. Er legte seine Uniform ab, eine verschlissene, oft genähte schwarze Lederhose und eine schmutzige Baumwolltunika, auf der das Symbol seines ehemaligen Heeres prangt: Heugabel und Dreschflegel gekreuzt unter einem Schild. Diese Uniform warf er in das lodernde Feuer, auf dass er nie wieder damit in Verbindung gebracht würde. Georg packte seine Sachen, zurrte die Felle fest, löschte das Feuer und machte sich auf den Weg. Er wanderte Richtung Sonnenaufgang, in der Hoffnung, dort über die Landesgrenze in befriedetes Gebiet zu gelangen und so seinen Verfolgern zu entkommen. Die Sonne erreicht ihren Zenit zur selben Stunde wie Georg eine halbwegs befestigte Straße, die zu einer kleinen Stadt führte. Als er sich dem Stadttor näherte, erkannte er erleichtert das Zeichen der freien Stadt Burgmoor. Somit kann er sich hier frei bewegen und muss keine feindlichen Patrouillen fürchten, die ihn eventuell entlarven könnten. Zu seinem nicht enden wollenden Glück befand sich zur Zeit ein Zirkus in der Stadt, der viele Menschen anlockte. Menschen, die Geldbeutel bei sich trugen. Sogleich tauchte Georg in der Menschenmenge unter, die das feurige Spektakel der Gaukler staunend verfolgten. Er zückte sein Messer und schnitt Geldbeutel für Geldbeutel unauffällig ab und füllte mit deren Inhalt seinen eigenen Säckel. Eines der vielen inoffiziellen Talente, die Georg bereits während seiner frühen Jahre erlernte und noch heute erfolgreich beherrschte. Leider packte ihn gleichzeitig der Übermut, weshalb er ausgerechnet die Art von Person bestehlen wollte, die man niemals bestehlen sollte: Einer Wache im Dienst. Es kam, wie es kommen musste. Die Wache bemerkte den Diebstahl sofort, packte Georgs Arm und zog ihn aus der Menschenmenge. Gerade als sie auf dem Weg zum Wachturm an dem Wirtshaus vorbeikamen, gerieten sie in eine Prügelei von angetrunkenen Gästen der Kneipe. In diesem Gerangel war es Georg möglich, sich rasch in eine Nebengasse zu entfernen. Von der Wache verfolgt und in einer Sackgasse landend, kletterte er auf das Dach des Wirtshauses. Die schwere, unbewegliche Plattenrüstung verfluchend, schleppte sich der Wachmann hinterher über die Dächer der Stadt. Doch bereits nach wenigen Minuten war es dem flinken Vontran gelungen, zu entkommen. Versteckt im Gebälk eines Wohnhauses, verfolgte er mit schadenfrohem Grinsen den unbeholfenen Abstieg des Wächters, der mit einem Schrei und einem Aufprall endete. 

Kommentare

MeganXD - 27.05.2012 12:09
WOW!!! das klingt wirklich gut!!! Bitte schreib noch weiter!! könntest du dir vielleicht auch mal mein Tagebuch 'Im Schatten meiner selbst' durchlesen? Ich hab gerade erst mit dem Schreiben angefangen also erwarte nicht zu viel!

Danke im vorraus und für die tolle Geschichte!


Kommentar schreiben

Du musst dich Einloggen oder kostenlos anmelden um Kommentare zu schreiben