• kostenlos mitmachen

2009 Juli, August DAS MEER . Die Luccheser Villen


 

                                     2009

 

17.Juli. Versuch von Schnitten/ Portovenere/ Palmaria/ Cinque Terre.

 

 

Heute im Juli und August 2009
Sotto Palmaria ( und ich denke an Platen)

Die Sonne flimmert nach
mittäglich Wasser glitzert
silbern vor Frasquita dem Boot
zwischen Mast und Segel
das Seeräubernest Portovenere
im alten Blick: und meine Finger
auf dem winzigen Laptop
klopfen die armen liegengelassenen
Verse / fünfundreissig
Jahre im Dunkeln, jetzt erst
wie eine Schrift Archäologie
meines Lebens / entdeckt,
sieht mein Blick euch wieder
weckt diese schlafenden Wesen
von den Buchstaben-Toten auf.
 

Palmaria, die Insel Platens

8.09.09 auf dem Boot in Palmaria. Nach einer schönen Fahrt.

 

9.9. Und dann genießt man auch / den Morgen. Die Wellen, den Wind, den Möwenschrei. Das Ufer/ Vertrauen, die Erde / auch wenn sie einmal hart dunkel und tief mit lauter Wurzeln und Würmern  / sein wird. / Alles Illusion, was ich sehe? Das Schöne?/ Oder ist es Gottes Rücklicht, / bevor er sich wieder aus dem Staub und zu Staub / gemacht hat?

 

Scham

Worte sind nich da / für diesen Wind,  mit Blick auf ein Miltärbad / diese kleinen Wellen, gekräuselt/ kommen sie auf das Boot zu  / sanft. / Nichts ist es / ein Nichts / geht sie das Wort "Welle" "klein" oder " sanft" an/ außer dass sie durch mich gegangen / mein Auge sie sah / ein Wesen / bald Erde / doch jetzt noch dieses Bild:/ Portovenere kommt ins Auge /wie ein Seeräubernest / der Berg über ihm wie ein großes liegendes Tier /die Boote /einse blau neben mir / und nah das Land.

Doch sinnlos sind diese Sätze / nur was ich jetzt an Sehglück empfinde zählt /

          

Und Flug um Flug  entthront die Wand / und Grenze ruft / die Zeilen fest geschlossen. / Regress ist Freitod / stürz in die Erinnerung / das Heu bin ich / Sein Duft it meine Nase.

Was abe ist die blöde Kunst / die nicht berührt / Herr Benn.

La vita non mi è più / Arrestata in fondo alla golla / Che mia roccia di gridi. / Ungaretti der Luccheser.

 

 

Wir warten im Assozieren / auf eine lebensverändern / Visison. / Thyrhenisches Meer. Ein frevelhaftes Blau. / Was ist das Horizontale / Gewerbe / und Gewebe im Onienschlingenwald / Torre die Lago / ungotisch, ja. Latein (+ wie Amerika) und gar nicht in der Schule. / Festa und KPI im Tanz und  Dröhnen / dort am neuen Hafen / doch Ohr- Pfeifen / weil ich ein Deutcher bin

Und Wasser hebräisch hiesse: MEM, wie würzig.

 

Meer / Meer noch mehr / und Immer-Meer / Vision  am Wasser / waschen / weiß wie Linnen / Waschblau am Trog / das wars / noch klein / und nach gezogen  der Hof / Erinnerung ans Regenfass / nass der Kindersommen. Als käme er wieder ./ Und immer sei es.

 

 

 

     PORTOVENEE /LE GRAZIE

POTOVENERE. DIE UNSCHULD DER LANDSCHAFT UND WIR.

WIESO BIN ICH EIGENTLICH HIER?

 

 

Der Himmel ist blau. In der Ferne das Meer, ein Strich. In allen Dingen diese Unmög­lichkeit, es stimmt nicht, dass Dinge hier auf der Erde ganz sein können, wenn wir es nicht sind,  das ist eine Lüge. Sie sind nicht mehr heil. In jedem Baum inzwischen, jedem Grashalm diese Un­glaubwürdigkeit, an der wir mittragen, weil wir in jeder Sekunde dazu beitragen, dass etwas nicht stimmt -  wir zu ohn­mächtig sind, etwas daran zu ändern, und doch meinen, es ändern zu können. Unnötige Schuld?

 

 

Ich erinnerte mich an diese Zustände im vergangenen Sommer, und als hinge alles, was hier wie überall in der Welt geschehen war, mit diesen Zuständen und mit der Auflösung der Wirklichkeit zusammen:

     "Ja, ich hatte furchtbare Angst, dass es wiederkommt, das stimmt. Und dann kam es ausgerechnet im schönsten Sommer wieder, Urlaub, nennt man es: ich sehe es vor mir, als wäre es gestern gewesen: Das alte Seeräubernest mit der steilen engen und vielfarbigen Häuserfront am kleinen Hafen, hier lagen wir nachts mit dem Boot. Und so habe ich es in Erinnerung: Es ist alles so friedlich. Schön. Aber die Gegend ist voller Grauen, auf Schritt und Tritt Grauen: Am Tag waren wir in San Terenzo gewesen, Shelley hat hier gewohnt, mit Mary Shelley, seiner Frau, die Frankenstein geschrieben hat; Shelley ist von hier nach Livorno gesegelt und vor Viareggio im Sturm mit seinem Boot untergegangen.

 

                Alpi Apuane. Die „Linia gotica“ und  die Partisanen

    

Zuerst fahren wir, als müßten wir die Gründe und Hintergründe dieser Zustände und aller Auflösung aufsuchen: nach Bardino, wo Reders Deutsche zwanzig Männer erschossen hatten. In San Terenzo die PzAA 16., sie wütete in Valla das Dorf war verwüstet worden, an der Mauer Kinder, erschrockene große Augen, Frauen mit schreienden Säuglingen im Arm, stehen starr vor Schreck da, einige ringen die Hände, bitten, flehen, doch brutal mit dem Gewehrkolben werden zwei jungen Müttern die Köpfe eingeschlagen, dass sie in ihrem Blut liegen bleiben, die Säuglinge daneben, eine andere Mutter hebt das schreiende blutverschmierte Kleine auf, nimmt es zum eigenen, hält zwei im Arm, arme Körperchen, noch nicht zum Bewußtsein erwacht, Gottseidank? Und jetzt stehen sie alle da, stumm, nur der Wind ist zu hören und aus der Ferne Schafsglocken. Einige Vögel zwitschern in den Bäumen. Dann das regelmäßige und gnadenlose Knattern, das Mähen der Maschinengewehre und MPs, die Wände in Valla geben es wieder, wenn man die Augen schließt, ich habe es gehört, auch in Bardino, wo dreiundfünfzig Menschen oben an den Bäumen hingen, sich langsam mit dem Wind drehten, die Gesichter verzerrt, ich habe es gehört auch oben am Ende eines engen Tales unter dem schroffen Gipfel des Pizzo d´ Ucello: Vinca, das zu Fivizano gehört, und muß es in deutscher Sprache sagen, schäme mich für jedes Und, jedes Oder, jedes Komma, und dann kommen wir vorbei. Und wir kamen auch an dem Viehgatter vorbei, wo die 29 Frauen und Säuglinge gefunden worden waren, mit aufgeschlitzten Leibern, bestialisch zugerichtet, zum Teil noch im Tode vergewaltigt. Das jüngste Kind war gerade zwei Tage alt, im Bauch einer Mutter ein Ungeborenes, das vor der Geburt sterben mußte. Und am 26. August 1944, dem dritten Tag des Gemetzels von Vinca, notieren die Ic und Ia der 14. Armee stolz in ihren Tgesmeldungen, natürlich in deutscher Sprache: „Bandenunternehmen im Raum 143/50-51-52-64 abgeschlossen. Bisher 1480 Bandenangehörige, Bandenhelfer und Bandenverdächtige erfaßt. 332 Banditen im Kampf niedergemacht. 600 Einzelgehöfte und Bandenunterkünfte sowie 17 Ortschaften im Raum Monte Sagro, dabei Hauptlager Vinca, vernichtet.“

Als wir unseren Wein in der Certosa von Farneta holten, erzählten uns die Padres vom Massaker in ihrem Kloster. Wenn wir zu Michelangelos Steinbrüchen fuhren, kamen wir zum Dorf Bérgiola Foscalina, wo die Dörfler in der Schule bei lebendigem Leib mit Flammenwerfern verbrannt wurden. Von Fucécchio, von Pontremoli, vom Cisa ganz zu schweigen....

 

                                        Portovenere

     In der Nacht dann Portovenere, ich lag halbnackt in der Kabine neben Hannah, da hatte ich wieder die Zwangsvorstellung, nicht aus meinem Körper herauszukönnen, in ihm eingesperrt zu sein, wie jeder Baum, wie die Erschossenen an der Mauer, die Gehenkten, aber auch wie wir alle, wie Hannah, wie unser kleiner schwarzer Hund; es ist jedesmal entsetzlich, als stehe eine Hinrichtung bevor. Ein Bekannter aus Pistoia leidet darunter, dass er im Körper festsitzt, und hat mich schon vor Jahren auf diesen tödlichen Gedanken gebracht; seither werde ich ihn nicht mehr los. Was ist schlimmer, diese Fleischzelle oder der Tod: - als Befreiung? Doch niemals hinab, eingezwängt ins Erdloch. Nein frei, frei zu Asche und Rauch verstreut in die Luft, ins Gras zwischen die Bäume, die weiter in die Ferne und aufs Meer sehen, im Chlorophyl belichtet. Die Angst lebendig begraben zu werden oder in einem engen Schacht, einer Betonkammer oder einem Rohr, einem Brunnenschacht zu ersticken, hat mit dieser alten verdrängten Körperangst zu tun. Wir könnten nicht leben, würden wir dieses Bewußtsein, im Fleisch unentrinnbar eingemauert zu sein, nicht dauernd vergessen. Ich holte den kleinen Hund in die Koje, preßte sein zottiges Fell an meine glatte Haut, als ließe sich diese aufreißen und als könnte ich so verschmelzen mit etwas das draußen ist; ich ließ den Gedanken in mir kreisen, dass doch alles aus den gleichen Elektronen besteht, der Körper nur ein Sieb ist, die feste kompakte Körpergestalt nur eine Täuschung, ein Phantom; doch auch diese Übung beruhigte mich nicht, es war ja gerade der Gedanke, das Bewußtsein bis hin zur Übelkeit und zum Schwindel, die mir zusetzten. Es war ein Bewußtsein, das freilich erst einsetzt, wenn sich die gewohnte Vorstellung auflöst, dass ein Körper ein Körper, ein Hund ein Hund, eine Frau eine Frau ist, wenn Namen nicht mehr schützen, alles  über­real ist, namenlos Haut und Knochen. Ein vergessenes Wissen, dass wir ins Fleisch gefallen sind, anderswohin gehören, und dass solche Angstzustände uns näher ans Erwachen bringen.   

 

(In uns flüstern die Phantome

alle Toten die vergingen

wir sind jetzt die armen Söhne

ihre Zeit, die sie nicht lebten

Ihn vor allen Dingen.)

 


 

Und überlege hier, wie so der Zufall spielt. Wie hängt eigentlich Meeresurlaub, Verbrechen und Wahnsinn zusammen. Wie kann er zusammenhängen, Und erinnere mich an unseren Merresausflug an die Adriaküste:

 

August von Platen

Einladung nach der Insel Palmaria

[541] An den Freiherrn von Rumohr

 

                                                 Palmaria, die Insel Platens

 

 

Einladung nach der Insel Palmaria

[541] An den Freiherrn von Rumohr

 

1828.

 

Wo Spezias siebenbusiger Golf nach Westen hin

Sich öffnet gegen Korsika,

Stand ehedem ein Venustempel, jetzo ragt

Am Ufer eine kleine Stadt.

Ihr dehnt ein Eiland gegenüber lang sich aus,

Der Schiffer nennt's Palmaria:

Nur wenige Hütten zählt es, hier und dort verstreut,

Bewohner zählt es wenige;

Ölbäume stehn am minderschroffen Bergeshang,

Die meergewohnte Myrte blüht

Nach allen Seiten, Rebe gedeiht und Feigenbaum,

Den Gipfel krönen Pinien.

In einer Bucht am Ufer aber locke dich

Die kleine Villa halbversteckt.

Für diesen Sommer ist sie mein, und jeden Tag

Erquicken hier des Morgenwinds,

Der reinen Luft, des salzigen Bades Kühlungen,

Und ungestörte Muße mich.

Carraras Marmorberge steigen fern empor,

Zu ihren Füßen Lerici,

(Wo jenes Dichters Freund ertrank, und dann von ihm

Bestattet ward im Aschenkrug.)

Mit kahler Stirne ragen dort des Apennins

Bergrücken, während wohlgemut

 

Vorüber leichte Schiffe ziehn, um hier und dort

Kaufmännisch aufzustapeln, was

An Pomeranzen senden mag Sizilien,

An fremden Weinen Genua.

Doch, wenn du dich einbürgern wolltest hier vielleicht,

So sollst du wissen, was gebricht:

Nichts fehlt zu dieses Aufenthalts Behaglichkeit

Als folgerechtere Küchenkunst;

Ein rauher Seemann waltet mir am Herde jetzt,

Der stets von Porto Venere

Des Morgens holt zu Schiffe meinen Hausbedarf,

Als Koch und als Matrose dient.

Da dies Bekenntnis im voraus ich abgelegt,

So darf ich immer sagen: Komm!

Wofern die Schatten deines florentinischen

Landhauses je du missen kannst,

Das oft als Gastfreund liebend mich und gern empfing,

Zu wohlbestelltem Tische lud;

Wofern in einem Himmelsstrich du leben magst,

Der keinen Raffael gebar;

(Doch zeugten diese Küsten auch Unsterbliche,

Kolumbus und Napoleon!)

Wofern du, dem so teuer ist toskanischer,

Vibrierter Konsonantenhauch,

An Genuesersprache dich, an gallische

Verweichlichung gewöhnen kannst:

So komm! Wo nicht, so lebe wohl! An jedem Ort

Bleibt stets ja doch dein Eigentum

Der edle Scharfblick, welcher mißt der Künste Reich,

Und eine Seele voll von Huld!

Doch eilst du dieser Insel zu, so male dir

Nicht Capri vor und nicht Sorrent,

Wo ewige Wollust flötet, als Sirene lauscht,

Und flötet ihren Klageton!

Torheit und Unruh waren's, deren falsche Hast

Mich nach dem Norden angespornt;

Doch folgte baldige Reue nach, und leise tritt

Sehnsucht in ihr poetisch Recht.

Sobald ich Mailands alten Dom und jene Stadt,

Die auf dem Meere steht, gesehn,

Sobald Ariosts und Dantes Grab ich fromm besucht,

Um deren edle Schläfe nie

 

[543] Lorbeern genug aufhäufen kann Bewunderung:

Verdoppelt eile dann der Schritt

Dem Süden wieder zugewendet pfeilgeschwind,

Anconas hohen Strand vorbei,

Und Rom sogar und Konradins Schlachtfeld vorbei,

Zurück in mein gelobtes Land,

Bis mich zuletzt absondere vom Gewühl des Tags

Der stillste Pomeranzenhain.

 

Die Insel Tino bei Palmaria

Myrtengebüsch, Steineichen, in Trümmer zerfallenes Kloster,

Leuchtturm, felsige Bucht, liebliche Welle des Meers.

 

 

 

Und lege meines dazu:

 

 

Heute im  Juli und August 2009

Sotto Palmaria ( und ich denke an Platen)

 

Die Sonne flimmert nach

mittäglich Wasser glitzert

silbern vor  Frasquita dem Boot

zwischen Mast und Segel

das Seeräubernest Portovenere

im alten Blick: und meine Finger

auf  dem winzigen Laptop

klopfen die armen liegengelassenen

Verse / fünfundreissig

Jahre im Dunkeln, jetzt erst

wie eine Schrift Archäologie

meines Lebens / entdeckt, 

sieht mein Blick euch wieder

weckt   diese  schlafenden Wesen 

von den  Buchstaben-Toten  auf.

 

 


 

 

Cinque Terre

Der Zauber der über das Meer sich vorbeugenden Hügel, eine prachtvolle Choreographie, die von einem romantischen Maler gezeichnet worden ist, der ein Bild voll empfindlichen Intensität gemacht hat. Seit jeher sind die Fünf Länder Stolz von La Spezia und Reiseziel für internationalen Touristen. Häuser und Wege stellen einen einzigartigen Naturanblick dar, der noch unbefleckt und den Seeüberlieferungen treu geblieben ist. Die Reise nach den prachtvollen Ortschaften der Fünf Länder beginnt von der Ausfahrt aus der Autobahn Brugnatos. Dann nach Borghetto Vara, Pignone erreicht man Monterosso, das erste unter den fünf kleinen Dörfen. Die charakteristische Übereinstimmung des Gebietes, das aus dem Felsen gewonnen worden ist, macht die Ankunft bezaubernd. Der Tourist wird von der Statue des Rieses aufgenommen. Es handelt von einem Neptun, der auf das Felsenriff gestütz ist, um das Meer zu bewahren. Dann Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore. Diese Ortschaften werden von der berühmten "Weg der Liebe" verbunden: der Weg, der über das Meer ist, ist das romantischste und bedeutendeste Bild eines Naturfreskos voll Zauber. Außerdem gibt es für die Kenner des Schmackhaften Weins eine einzigartige Spezialität: der Wein namens Sciacchetrà, der von den dichten Weingeländen gewonnen wird, die diese Zone charakterisiert. Dieser Weißwein wird von echten Kenner in begrenzten Menge Die Straße der Wallfahrtsorte

 

Tellaro


alte und eindrucksvolle Ortschaft, wahrscheinlich von Etruskischem Ursprung, am Meeresufer positioniert und nur 3 Km von Lerici entfernt Das Dorf ist charakterisiert von einer „piazzetta“ (Hauptplatz), die der Treffpunkt von den Einheimischen und den Touristen ist, und auf dem sich verschiedene Geschäfte erheben. Kleine enge Gässchen wie in einen Labyrinth, ein buntes Haus dicht ans andere gebaut

Die Häuser erheben sich auch um die kleine Kirche herum, die auf einem Riff wenige Meter vom Meer entfernt errichtet ist

In Tellaro befinden sich viele verschiedene Restaurants und Cafes mit blick aufs Meer und auch kleine Badeanstalten die sich auf den Stränden, „Spiaggioni“ genannt, befinden

 

Le Grazie

Die Erste dieser Buchten nach Portovenere gelegen, wird “Cala dell’oliva” genannt, es folgt eine andere die den Namen von einem adeligen Kloster von Mönchen hat, “Nostra Signore delle Grazie”.

Die Bucht ist eine Meile lang, hier ist das Wasser immer sehr ruhig, ein idealer Platz um sich auszuruhen, entspannen oder zum Angeln

Die Römische Villa des Varignano, im ländlichen Stil, ist in der Bucht der Anmut (Insenatura delle Grazie) gelegen, im Gebiet von der Gemeinde von Porto Venere, an den Abhängen des Hügels Muzzerone, in eine Landschaft von spannender Schönheit.

 

 

Viareggio7.9./8.9. 09

 

Der Sonnen Aufgang ist hier wie der erste Morgen /der ohne mich war / wiederholt nun zum unendlichen Mal den Anfang./ Und es wird mir gesagt, dass ich bewusst diese Strahlen des Anfangs aufnehmen soll / zulassen das was IST./ Nur so kommt zu dir / das Lebenkönnen.  Als Krücke  das Schreiben. Zwei Fischer wie Monster und Marsmenschen / gehen nach Hause / und reden die Menschensprache. Die Kutter und Boote kehren heim vom Nachtfang. Mototrengeräusche und das milde Wasser um mich. Ich sitze am Bug der Frasquita und lasse es reden, mir  sagen / während kleine Fische am Ankerseil knabbern, / ihren weissen Bauch blitzend zeigen /  ich  an eine Kollegin, die großen Erfolg hat, denken muss / und vor mir der schöne Scherenschnitt der Alpi Apuane  in ganzer Pracht Länge sich hinzieht / auch unser Pedona Berg  / darunter Agliano / unsichtbar hier / so fern wie mein Leben - / es wird mir also gesagt

 / in Fünfjahrestakten vergeht / mein Leben / immer schneller / und jetzt vielleicht noch zwei Mal:  der Fünfjahrestakt. / Ich zog  nämlich die gelbe Wetterjacke an / ein Geschenk zum Siebzigsten / eben war: / Fünfundiebzig / und bald geht die Sonne nicht mehr auf / diese Schreibhand ist dann nichts / als Asche.

 

8.09.09 auf dem Boot in Palmaria. Nach einer schönen Fahrt.

 

9.9. Und dann genießt man auch / den Morgen. Die Wellen, den Wind, den Möwenschrei. Das Ufer/ Vertrauen, die Erde / auch wenn sie einmal hart dunkel und tief mit lauter Wurzeln und Würmern  / sein wird. / Alles Illusion, was ich sehe? Das Schöne?/ Oder ist es Gottes Rücklicht, / bevor er sich wieder aus dem Staub und zu Staub / gemacht hat?

 

Scham

 

Worte sind nich da / für diesen Wind,  mit Blick auf ein Miltärbad / diese kleinen Wellen, gekräuselt/ kommen sie auf das Boot zu  / sanft. / Nichts ist es / ein Nichts / geht sie das Wort "Welle" "klein" oder " sanft" an/ außer dass sie durch mich gegangen / mein Auge sie sah / ein Wesen / bald Erde / doch jetzt noch dieses Bild:/ Portovenere kommt ins Auge /wie ein Seeräubernest / der Berg über ihm wie ein großes liegendes Tier /die Boote /einse blau neben mir / und nah das Land.

Doch sinnlos sind diese Sätze / nur was ich jetzt an Sehglück empfinde zählt /

 

9.9. Weiter abgeschrieben Tb.

Verloren abgeschr.n 7.7.09

 

Immer wieder die Entscheidung / von hier weg zuziehen / nur noch Zeile! / Alles-Eins leben / Traum-Reggression (Delta) / Toleranz wo alles hoch ommt / Worte sprudeln den Jungbrunnen / alt.

 

28. (an Elisabeth?)

 

29.Schmitt und Natascha.

          

Kindernachmittag ( nach Benn)

Kindermittag das Summen / Bach Libellen / und der Hahn. / Der Hang schräg / seine  Blume in das Licht, mein Mittag. Der mit Heuduft kitzelt / Und keine Zeit vergeht / in den Gedichen von Albert / in die Kokel getaucht / draussen im Flimmern vom Mühlnham./  Was noch ist / heisser Stein / beim Barfussgehn / als wärs dem Jud schon längst geschehn / und ich in ihm  / nur noch den Tod geortet.

 

Und höre / dass an jenem Tag  / in  Alisch wir den roten / Ikarus mit Roth in einen Kinderhimmel fliegenh liessen. / Lauro de Boris liess zu gleicher Zeit /vom Himmmel seine Blätter regnen auf Rom. / Und suchte mit seiner Maschine den Tod / einfach durch  Schrift. Ewige Stadt / so gegen zwölf Uhr Mittags.

 

Und Flug um Flug  entthront die Wand / und Grenze ruft / die Zeilen fest geschlossen. / Regress ist Freitod / stürz in die Erinnerung / das Heu bin ich / Sein Duft it meine Nase.

Was abe ist die blöde Kunst / die nicht berührt / Herr Benn.

La vita non mi è più / Arrestata in fondo alla golla / Che mia roccia di gridi. / Ungaretti der Luccheser.

 

 

 

Tarahumara von Michaux / von Artaud,. / Und Hin fahreh / wie hin richten / “Wir aber wehn / Agartisch ist die Flut.”

Und Auferstehung hier / morgen ist wieder Ostern : Und gestern Gesu morto / C. hat das Öl im Wasser gezündet / Badia. Und heute ist Nebel.

 

Wir warten im Assozieren / auf eine lebensverändern / Visison. / Thyrhenisches Meer. Ein frevelhaftes Blau. / Was ist das Horizontale / Gewerbe / und Gewebe im Onienschlingenwald / Torre die Lago / ungotisch, ja. Latein (+ wie Amerika) und gar nicht in der Schule. / Festa und KPI im Tanz und  Dröhnen / dort am neuen Hafen / doch Ohr- Pfeifen / weil ich ein Deutcher bin

Und Wasser hebräisch hiesse: MEM, wie würzig.

 

Meer / Meer noch mehr / und Immer-Meer / Vision  am Wasser / waschen / weiß

wie Linnen / Waschblau am Trog / das wars / noch klein / und nach gezogen

der Hof / Erinnerung ans Regenfass / nass der Kindersommen. Als käme er wieder ./ Und immer sei es.

 

Am 31.0.3. 86 finde ich in meinem Tagebuch: Dichternebel. In Sassi zu  Rudolf Borchhardts Hütte. Parks und Häuser mit Balkonen, eine lange gewundene Strasse. Und die zwei Verrückten in einer Bar / Trattoria. Und die Kapelle Ariosts.  Doch heute anstatt Dichter / Dichtr Nebel. (Titel: Dichternebel) Und du suchst mir die Praxisfrau / die dir alles  abscneidet. Eine sogenannte Blöde Kuh./  Die dich lächerlichmacht und reizt  bis ufs Blut./ Auch wenn du mehr weisst, warum wir da sind!

 

Am 9./10. Mai 1912: Zusammentreffen mit Hugo und Gerty von Hofmannsthal, Ottonie Gräfin Degenfeld und Max Mell in Lucca, ›Albergo Universo‹. 
Ende Mai/Juni: Aufenthalt in Sassi oberhalb Castelnuovo/Garfagnana. Übertragungen nach Pindar. Hofmannsthals Reisegesellschaft dort am 20. Mai für einen Tag zu Gast. 
Ende Juni: Einzug in die Villa Mansi in Monsagrati Alto bei S. Martino in Freddana/Lucca. 
7./8. Oktober: Besuch Heymels in der Villa Mansi, am Monatsende Bertha und Willy Wiegand… (Borchardt-Archiv). 

 

„Im Sommer 1912 verlässt ein deutscher Dichter in aller Herrgottsfrühe sein Haus in Sassi im Apennin, um Enzian, Aurikeln und Narzissen zu pflücken. Er erwartet Gäste, Hugo von Hofmannsthal, dessen Frau Gerty und die Gräfin Ottonie Degenfeld, und bereitet ihnen einen festlichen Empfang. Der Tisch, wird die Gräfin später notieren, "war über und über mit den schönsten Alpenblumen besät, wie ich es nie vorher und nachher gesehen habe". Rudolf Borchardt hat das inszeniert. Er war nämlich auch ein leidenschaftlicher Liebhaber der Blumen. ( JUTTA STÖSSINGER):

 

Bei der Rückkehr fuhren wir über Castelnuovo.

 

Castelnuovo di Garfagnana. Hier war Ariost Gouverneur der d´Este.

Ariost / der sich verstecken wollte / Im Buch / mit der Fiktion / idyllischer Sohn / ti me piace abitar  la mia contrada. Questa mi basta. /  War in Ferrara in die Garfagnana zu Fuß gekommen / vom Hofe der D´Este. Und Kardinal Hyppolyt. Schrieb den Orlando Furioso zehn Jahre lang von 1531-41

 

http://www.orlando-furioso.net/Ariost.htm    151_castelnuovo

 

Und korrigierte daran / ein ganzes Leben lang. Ging in Hausschuhen fast bis nach Modena / in Gedanken versunken /eben.  Und merkte dieses erst auf halbm Weg. / Mit ihm endet die Renaissance / er wird zum Sancho Pansa. Er ist nicht mhr der Edle Rtter. /Er ist nichts mehr. /Er ist die Indifferenz. / Er ist die innere Zerrissenheit / dann die Wirklichkeit / War zu nichts mehr gut / wie ich / damals auch. / Nur noch die Zeile galt. Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung,07.08.2004

Die "Rettung eines Meisterwerk" erblickt ein völlig begeisterter Karlheinz Stierle in Italo Calvinos Nacherzählung von Ariosts "Rasendem Roland", einem "humoristischem Weltgedicht", das er in einem Atemzug mit Dantes "Commedia", Petrarcas "Canzoniere" und Boccaccios "Decameron" nennt. Calvinos Verdienst ist nach Ansicht Stierles um so höher einzuschätzen, als Ariosts "widerspenstiger Klassiker" - für Friedrich Schlegel der Inbegriff der romantischen Ironie - heute kaum noch gelesen werde. Ausführlich berichtet Stierle vom "heiteren Wahnsinn der Ereignisse" im "Rasenden Roland". Calvinos Nacherzählung versteht er dabei nicht als "überbrückende Inhaltsangabe", sondern als einen "vor Geist und Lebendigkeit sprühender Begleittext, der kunstvoll immer wieder den Rahmen schafft, in dem Ariosts Dichtung selbst in um so leuchtenderen Farben ihre Auftritte hat." Ein großes Lob spricht er dabei dem Übersetzer Burkhard Kröber aus, der Calvinos Bandbreite von "sachlichem Referat, klugem Kommentar, ironisch gebrochener Eindampfung oft Dutzender Ariostscher Oktaven zu wenigen knappen Sätzen und seiner eigenen Erzählerstimme" in ein "modernes, kraftvolles und schnörkelloses Deutsch" bringe. Auch Johannes Grützkes Illustrationen des Bandes lassen das Herz des Rezensenten höher schlagen. Und überhaupt: "Alles ist an diesem liebevoll gemachten Band zu loben", schwärmt Stierle über die Gestaltung des Buches, "alles trägt hier dazu bei, dem Leser und Buchfreund ein Vergnügen zu bereiten, wie es der von Hans Magnus Enzensberger herausgegebenen 'Anderen Bibliothek' würdig ist".

 

151_castelnuovo

 

Der Hauptort der eigentlichen Garfagnana ist wunderschön am Zusammenfluß des Serchio und der Turrite Secca gelegen. 
Seine Bedeutung verdankt der Ort den Herzögen von Este, die im XV. jahrhundert hier den Hauptstützpunkt für ihre regionalen Besitzungen gründeten. Zwischen 1522 und 1525 hielt sich in der Rocca Ludovico Ariosto auf, den man gegen seinen Willen als Gouverneur in die Garfagnana geschickt hatte. Zu den Hauptwerken des berühmten emilianischen Dichters gehört L 'Orlando Funoso (Der rasende Roland). Der Dom weist Stilformen des 16. jahrhunderts auf und birgt eine Mana Himmelfahrt von Santi di Tito. Weitere Baudenkmäler: das Kapuzinerkloster aus dem 17. jahrhundert und das im 18. Jahrhundert gegründete Notariatsarchiv. 
Eine herrliche kurvenreiche Panoramastraße steigt von Castelnuovo zum Radici-Paß bis Pievepelago an. In ihrem Verlauf kommt man nach Pieve Fosciana mit der pfarrkirche aus dem 14. jahrhundert und weiter nach Castiglione di Garfagnana, einem von Lucca im 14. jahrhundert befestigten Ort mit sehenswerten Sakralbauten. Eine Straße führt vom Paß aus nach San Pellegrino in Alpe; diese alte Herberge mit einer brühmten Wallfahrtskirche soll im 7. jahrhundert von einem Sohn des schottischen Königs gegründet worden sein, der sich zur Buße hier in die Berge zurückgezogen hatte; im Innern ein TempeIchen von Matteo Civitall. Im nahegelegenen Museo Etnografico sind Gebrauchsgegenstände, Werkzeug und Mobiliar aus dem Alltagsleben und der Bauernkultur der Gartagnana zu sehen.


 

                           LUCHESER VILLEN

 

 

In meinem Roman “Der Verweser” heisst es:

Als wir dann in Lucca ankamen, es war meine erste Begegnung mit dieser Stadt, schien sie mir fremd; wir sahen zuerst den Dom San Martino an, den Schwarzen Christus, lasen die Reiseführerkommentare, Heine dazu, gingen dann zum Palazzo Guinigi (der abgesprungene Verputz erinnerte mich an Wien), auf dem hohen Turm war eine Steineiche, über den Büschen im Garten eine Palme - da hatte ich andauernd jenes merkwürdige Gefühl einer Wiederbegegnung, und ich fürchtete jene Übelkeit, jenen Schwindel, wenn Szenen, Bilder, Gesichter aus dem Unbewußten wie aus vergessenen Alpträumen hochsteigen. Als wir dann gegen Mittag durch eine mir bisher völlig unbekannte Straße, die Via del Fosso, kamen, da begannen die Traumfetzen tatsächlich hochzusteigen; Jeder kennt dieses seltsame Gefühl des Wiedererkennen, des Déjá-vu: ein Haus, vor dem wir standen, ja ... es war genau jenes Haus mit den grünen Fensterläden, wo ich die üppige Frau im Morgenrock gesehen hatte. Ich stand regungslos da und starrte das Haus an, es war mir vertraut wie die Häuser und Gegenstände der Kindheit; die blonde Frau wandte mir ihr Gesicht zu, es war sehr schön, und sie lächelte mir mit herausforderndem Blick zu.

Damals, als ich diese Stadt wiederfand, sie wie aus einem vergessenen Traum in mir wiederkam, standen mir die Tränen in den Augen: . Als wäre jene Berührung ein Durchbruch durch die Zeit gewesen - zu etwas heftig Ersehntem. Als gäbe es wirklich so etwas wie eine Wiederkehr: Ich sah es doch genau und mit den Händen greifbar vor mir: Die Tür stand einen Spalt offen, ich ging hinein, ich erkannte alles wieder: ein kleiner Vorraum, sogar eine Kommode gab es, rechts die kleine Treppe, eine Tür, links eine andere, eine steile Treppe, ich ging hinauf, als käme ich nach Hause... im Zimmer alte Möbel, starker undefinierbarer Geruch, der sich wie gesprayt in Atmosphäre auflöste, mehr noch, sie war ein wenig gruftig, diese dichte Aura des Abgelebten, verrottet wie in alten luccheser Villen, überall Spuren der Toten, alter Bewohner, von den Sinnen wieder zur Anwesenheit gezwungen.

So war es auch mit dem Bild, ich sah es an der Wand hinter der bräunlichvergilbten Stehlampe, es stellte einen Bärtigen dar, das Haar silbrig, die grünlichen Augen prüfend, die Hand erhoben, warnende Geste mit den drei Fingern, offenbar ein Zeichen, das Todeszeichen... ich erkannte es, ich erschrak. Szenen, die mir dazu aus dem Unbewußten hochstiegen, wie im Nebel Bilder formten, Traumfetzen und Fragmente, herausgewürgt voller Übelkeit, materielle Fragmente einer furchtbaren Vorstellung; Schwindel erfaßte mich, meist wird ein Anfall ausgelöst durch Blickkontakt, das Gesicht eines Unbekannten vor mir, blitzartig die Wahrnehmung: den kennst du, wo hast du den schon mal gesehen? Irgendwo erlebt und gut gekannt; doch ein Loch im Gedächtnis quält, dafür wühlende Emotionen, krankhaft, schmerzhaft. In der luccheser Via del Fosso war das wieder so, Übelkeit und Schwindel und dann diese Traumfetzen.

 

 

 Luccheser VILLEN und GÄRTEN

Über 300 historische VILLEN und GÄRTEN weist der Kreis Lucca auf. 
Da sie sich fast alle in Privatbesitz befinden, können jedoch nur einige
wenige besichtigt werden. Die Saisonöffnungszeiten bewegen sich in der Regel
zwischen Anfang März und Ende Oktober. Die Eintrittspreise liegen zwischen
ca. 7000 Lire und 12 000 Lire pro Person.
 

VILLA TORRIGIANI  in CAMIGLIANO
Eine exzellente Einführung in den exklusiven Lebensstil der vergangenen
Jahrhunderte: gepflegt, bewahrt und perfekt vorgeführt.
Sowohl das Innere der Villa, als auch der schön angelegte Park können besichtigt
werden. Die oberen Etagen sind weiterhin von den jetzigen Eigentümern, der 
aristokratischen Familie Colonna, bewohnt: ein Haus mit Seele.

<< vorheriger Eintrag

Kommentar schreiben

Du musst dich Einloggen oder kostenlos anmelden um Kommentare zu schreiben