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Sonntag, 09.02.2014 (Training)


Der heutige Tag war ein ganz heftiges Auf und Ab der Gefühle. 

Heute Mittag erst das Training. Das war wieder super gut. Anfangs hat er mir erstmal mit meiner Pulsuhr geholfen. Ich habe wohl eine falsche Taste gedrückt und habe sie verstellt. Sie war ständig am blinken und ich bekam die richtige Anzeige nicht mehr rein. Das ist ja gar nichts für mich. Meistens landen bei mir solche Sachen dann schnellstmöglich in der nächsten Schublade. Aber darin ist er total hilfsbereit. Während ich mich umgezogen habe hat er sie ruck-zuck wieder richtig eingestellt. 

Das Training war dann wieder total gut. Die meisten Probleme hatte ich zeitweise mit der rechten Schulter. Wir haben viele Übungen mit den Hanteln gemacht. Manche Übungen klappten völlig ohne Probleme, also völlig ohne Schmerzen und bei anderen Übungen tat es so heftig weh, dass ich mich zusammenreißen musste. Wenn es zu heftig wurde, dann hat er auch eben schnell improvisiert. 

Er vermutet übrigens, dass gestern mehrere Faktoren zusammengekommen sind, als es mir so schlecht gewesen ist. Dass daran nicht nur die Donuts Schuld waren (trotzdem will ich jetzt wieder weitestgehend auf Süßigkeiten verzichten, habe bei meiner Mutter auch keinen Kuchen gegessen, obwohl sie extra für mich Käsekuchen aufbewahrt hat), sondern auch mal wieder mein Wassermangel, da ich gestern mal wieder sehr wenig getrunken habe (weniger als einen Liter). Das könnte auch die Migräne ausgelöst haben. 

Das Training fand ich im ganzen wieder gut. Ein paar etwas schwierigere Übungen, aber ansonsten alles im normalen Bereich. Mit den Crunches musste ich mal wieder mächtig kämpfen. Ich hatte das Gefühl, als wenn mein Rücken dabei auf dem Boden "kleben" würde. Die fielen mir heute mal wieder sehr schwer. Dafür kam ich mit den Hantelübungen umso besser klar. 

Zum Teil merkt man beim oder nach dem Training auch mal ganz andere Muskelgruppen als sonst. Wenn wir sonst viele Übungen für die Beine gemacht haben, dann merke ich danach die hinteren Oberschenkel ganz heftig. Heute habe ich jedoch beim Training den vorderen Bereich, oberhalb der Knie ganz heftig gemerkt (auf beiden Seiten). Eine Übung (Kniebeugen sozusagen in "Zeitlupe") ging unwahrscheinlich in die Beine. 

Am Ende des Trainings, als ich mich wieder umgezogen habe, hat sich noch ein schönes Gespräch ergeben. Ich weiß gar nicht mehr, wie wir darauf gekommen sind. Es ging auf jeden Fall ums Training an sich, dass ich bei ihm anscheinend keine "Angst" haben muss, dass auch er das Training mit mir auf Dauer (über Jahre, ohne Begrenzung also) einplant. Ich weiß auch nicht, aber in dem Moment hätte ich ihn am liebsten, so wie an Weihnachten, kurz in den Arm genommen und Danke gesagt. Natürlich habe ich das nicht gemacht (wobei es nicht ausgeschlossen ist, dass mir das irgendwann mal "passiert", wenn ich mich über etwas so richtig freue....). Aber dieser Satz kam für mich "seelisch" in dieser Woche gleich hinter dem Satz von meiner Kollegin (am Montag), dass sie in Kürze den einen Bereich von mir übernehmen wird. Beides hat mich seelisch mächtig aufgewühlt. Positiv natürlich. Ich habe bei meinem Trainer halt immer wieder die Angst, dass er sich "übernimmt", dass ihm alles zuviel werden könnte. Die Schule (als Lehrer), die Trainingszeiten im Schwimmverein (auch beim Wasserball) und dann noch die Termine beim Personal-Training. Aber er sieht das alles total locker, scheint alles gut im Griff zu haben. Was Besseres hätte mir wirklich nicht passieren können!!

Wir sind dann irgendwie noch darauf zu sprechen gekommen, wie ich damals überhaupt auf ihn aufmerksam geworden bin. Also dass ich im Internet auf seine Seite aufmerksam geworden bin. Welche Punkte dann im einzelnen "ausschlaggebend" dafür waren, dass ich ihn kennenlernen wollte, dass ich mich mit ihm in Verbindung gesetzt habe, das habe ich ihm dann aber lieber nicht erzählt, denn ansonsten wäre ich in diesem Moment ganz bestimmt rot geworden. Das wollte ich dann lieber vermeiden und bin etwas "neutraler" und allgemeiner dabei geblieben (Grins). Ich bin halt auch "nur" eine Frau, aber zu diesem Thema habe ich ja vor einiger Zeit bereits mehr geschrieben (Grins). 

Es war auf jeden Fall ein sehr schönes und interessantes Gespräch, schöner hätte das heutige Training im Prinzip nicht enden können. 

Mein Freund hat mich dort dann so wie immer abgeholt. Wir sind dann direkt zu meiner Mutter gefahren. Zuerst war es ganz schön. Wir waren insgesamt etwas über 3 Stunden dort. Die Zeit verging sehr schnell. An einem Schrank ist ein Griff abgebrochen. Ihr Freund wusste noch nicht, wie er das reparieren sollte. Mein Freund wollte sich dann sofort darum kümmern. Für ihn natürlich eine sehr schöne Gelegenheit, um nicht die ganze Zeit im Wohnzimmer sitzen zu müssen. Er fuhr dann erst kurz nach hier (also zu uns nach Hause), um passendes Werkzeug zu holen, kam dann direkt wieder und hat es so gut es ging repariert. Danach saß auch er noch über 2 Stunden mit im Wohnzimmer. 

Die ersten Gespräche drehten sich um unsere Wohnungssuche und  um gestern, sie hat mir viel von ihren Gästen erzählt, die ich ja alle kenne. Zum Teil vom Sportverein, ein paar Bekannte, Nachbarn und ihre Schwester. Dann auch über unser Auto, wie die Reparatur nach dem Unfall jetzt gelaufen ist. Auch über die Uhr von meinem Freund, die Reparatur wird etwa 50 Euro kosten. 

Dann haben wir über meine Arbeit gesprochen, wie die letzten zwei Wochen dort gelaufen sind. Dass es für mich so viel seelische Aufregung bedeutet hat. Dann konnte ich mir von ihrem Freund so einiges anhören. Depressionen gibt es nicht, das ist alles nur Einbildung und eine "Show", die man vor anderen abziehen würde. Das hätte er in meiner Reha schon nicht verstanden (er hat mich dort zusammen mit meiner Mutter abgeholt), dass ich nur am weinen war, mich über Stunden nicht beruhigen konnte (ich kam dagegen absolut nicht an). Kein Mensch muss weinen, wenn man es nicht will, dann kommen auch keine Tränen. Ach Mensch, wenn das mal so einfach wäre.....!! Er hatte dafür gar kein Verständnis (ich habe in der Reha täglich mehrere Stunden geweint, dagegen kam ich nie an).

Und dass ich vor Gruppen nicht reden kann, dass ich letzte Woche auf der Arbeit das Gefühl hatte, keine Luft mehr zu bekommen, nur noch raus aus der Küche wollte, das konnte er auch nicht verstehen. Das wäre alles nur "Show" gewesen, um aufzufallen. Nein, ganz bestimmt nicht, im Gegenteil, ich will ja gar nicht "auffallen" und im Mittelpunkt stehen. Damit hatte ich ja immer schon Probleme. Auch wenn ich in der Schulzeit schriftlich alles richtig hatte (auch bei den Hausaufgaben), die richtige Lösung praktisch vor mir lag, ich konnte es trotzdem nicht laut sagen. Es kam mehrmals vor, dass ich aufgerufen worden bin, aber dann wurde ich sofort rot, blieb entweder total still oder fing total an zu stottern. Ich habe es dann nie geschafft, die richtige Antwort "einfach" nur vorzulesen. Die Lehrer ließen mich dann schließlich alle "in Ruhe" und riefen mich auch nicht mehr auf (gemeldet habe ich mich eh grundsätzlich nie). Sie wussten, dass ich immer konzentriert bei der Sache war und dass die Aufgaben, die ich abgeliefert habe (egal ob Hausaufgaben oder Klassenarbeiten) immer gut und in Ordnung waren. Ja, aber der Freund meiner Mutter meinte vorhin, dass man das lernen kann und dass mein Verhalten immer nur "Show" wäre. Na klar, ich bin eine "Schauspielerin" und verstelle mich mein Leben lang. Nein, das würde ich gar nicht schaffen. 

Meine Mutter hat zwischenzeitlich viel über Depressionen gelesen und sagte dann auch direkt, dass vieles davon total auf mich zutreffen würde. Aber ihr Freund meinte dann, dass ich nicht "krank" sei, ich sei total gesund und solle endlich damit aufhören, überall (also auch auf der Arbeit und im Schwimmverein, wo ich in meiner Gruppe auch immer sehr still bin) so eine "Show" abzuziehen. In dem Moment war ich dann wieder den Tränen nahe. Er weiß ja gar nicht, wie heftig solche Situationen seelisch für mich sind. Ich kam mir in diesem Moment wie eine totale Simulantin vor. Meine Mutter meinte dann, dass es auch Menschen mit Depressionen gibt, die dann schließlich Selbstmord machen. Darauf meinte ihr Freund dann zu mir, dass ich es dann aber "richtig" machen solle, damit ich anschließend nicht im Krankenhaus lande....... Dieses Gespräch hat mich im ganzen mächtig aufgewühlt und ich war mehrmals den Tränen sehr nahe. 

Gut, dass ich vorher das positive Gespräch mit meinem Trainer hatte, das ich noch im "Hinterkopf" hatte. Das hat mich in diesem Moment dann "aufrecht gehalten", so dass ich die Tränen zurückhalten konnte. 

Als wir dort dann raus kamen, da fragte mein Freund mich dann direkt, was ich jetzt von "Nervennahrung" halten würde. Zucker wollte ich nach dem gestrigen Tag nicht, aber etwas "deftiges", also Pommes. Wir sind dann nach McDonalds gefahren, also nach McDrive, haben zu Hause gegessen (McChicken und Pommes). 

Ich war von diesem Gespräch innerlich total aufgewühlt, fühlte mich total "in die Enge getrieben" und war dann froh, als sich dann die Gelegenheit ergab, eine E-Mail zu schreiben (das kam dann zufällig). Beim Schreiben konnte ich mich dann wieder gut "abreagieren", kam dabei wieder auf völlig andere Gedanken, was in diesem Moment total gut gewesen ist. Ja, diese Sache mit der E-Mail kam vorhin dann genau im richtigen Moment, um mich seelisch wieder zu beruhigen. 

Im Laufe des Nachmittages und Abends haben wir uns dann ums Wohnzimmer gekümmert. Ich habe aufgeräumt, wir haben alles zusammen zur Seite getragen (Wohnzimmer- und Beistelltisch) und mein Freund hat alles noch gefegt. Heute Abend saß ich dann noch etwa zwei Stunden auf dem Sessel, habe sozusagen "Abschied" genommen. Darin habe ich im Laufe der Jahre (wir hatten diese Garnitur jetzt etwa 12 Jahre) so einige Stunden gesessen, einschließlich der Nächte, die ich darin geschlafen habe. Insbesondere wenn ich bei Erkältungen nicht flach im Liegen schlafen konnte, dann habe ich einige Male in diesem Sessel geschlafen. Wenn morgen die neue Couch kommt, dann nehmen sie die alten Couch und auch diesen Sessel mit. Auch wenn ich mich auf die neue Couch freue, trotzdem ist das für mich auch ein komisches Gefühl. O K, dieser Sessel würde zu der neuen Couch absolut nicht passen, aber trotzdem habe ich mich in den ganzen Jahren halt total daran gewöhnt. Ich finde ihn nach wie vor total bequem. Ab morgen muss ich mich dann erstmal an die neue Couch gewöhnen. 

 

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