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Mittwoch, 25.12.2013 (Erster Weihnachtstag)


Zunächst mal möchte ich allen frohe Weihnachten wünschen.

Ich bin erstmal froh, wenn Weihnachten wieder vorbei ist. Wenn man alle "Pflichtbesuche" hinter sich hat und den Weihnachtsurlaub genießen kann. Aber da morgen, am zweiten Weihnachtstag, ja immer noch alles geschlossen hat, freue ich mich jetzt schon mehr auf Freitag. Dann ist die erste Urlaubswoche auch schon wieder um. Morgen steht erstmal der Haushalt im Vordergrund. Mal wieder Wäsche und Küche. Aber da ich damit ja nicht unter Zeitdruck stehe, werde ich mir im Laufe des Tages damit in Ruhe Zeit lassen.

Heute stand ja der Besuch bei meiner Mutter auf dem Tagesplan. Wir waren fast auf die Minute genau 2 Stunden dort. Wir beide haben jeder 50 Euro geschenkt bekommen, mein Freund bekam zusätzlich eine Flasche Rotwein, ich ein Buch, einen Reiseführer über Wien (da wir ja gerne Städtetouren machen und mal davon gesprochen haben, dass wir irgendwann auch mal nach Wien möchten) und ein "Schreibmäppchen" mit Block und Kugelschreiber für unterwegs. Wenn ich mir unterwegs mal was wichtiges aufschreiben möchte. Auch, weil ich jetzt im Dezember wieder etwas Depressionen hatte, wobei das ja mehr die Trauer um unsere Katze war. Wenn ich mal alles loswerden wolle, dann könnte ich auf diesem Block alles aufschreiben, eine Art "Tagebuch" schreiben.... Von dieser Seite weiß meine Mutter natürlich nichts und das wird auch so bleiben, das ist auch besser so. Es gibt einige Personen, bei denen es besser ist, wenn sie niemals etwas von diesen Einträgen (von meinen Gedanken) erfahren!! Aber dafür gibt es heutzutage ja schließlich das anonyme Internet!!

Ansonsten "ging" der heutige Besuch eigentlich. Wir hatten mehrere interessante Themen, mussten aber trotzdem wieder, so wie üblich, jedes Wort auf die Goldwaage legen. Und wenn man sich mal "verplappert" hat, dann schnell den richtigen Dreh finden, es richtig "umschreiben", um wieder auf die richtigen Themen zu kommen. Aber darin sind mein Freund und ich inzwischen ganz gut. Jahrelanges Training sozusagen. Die zwei Stunden gingen auf jeden Fall relativ schnell um.

Zu Lachen gab es allerdings gar nichts. Wir haben halt einen völlig anderen Humor. Über Sachen, über die wir total Lachen können, gibt es dort dann ernstgemeinte Diskussionen über die jeweilige Situation. Richtige Situationskomik kennt meine Mutter auch nicht. Worüber andere Lachen, da macht sie sich dann ernsthaft Gedanken, was dabei alles passieren und schief gehen kann. 

Ich vergesse nie einen Abend bei Ingo Appelt. Den fand ich früher eine Zeitlang mal total super. Er trat dann in unserer Nähe auf. Mit meinem Freund hatte ich gerade eine kleine "Krise". Die Eintrittskarten hatte ich bereits und meine Mutter hat mich dann spontan begleitet (mein Freund wollte an dem Abend partout nicht mitkommen). Sie kannte Ingo Appelt bis dahin noch gar nicht. Ich fand seine Sprüche super gut, habe mich über so einige Kommentare abgerollt ohne Ende. Meine Mutter saß den ganzen Abend über still neben mir, hat kein einziges Mal gelacht. Sie war ständig nur dran "Mein Gott, wie ist der denn drauf, das war ja hart, das gibt es ja gar nicht......". Mit diesem Humor, mit diesen Sprüchen konnte sie absolut nichts anfangen, das war nicht ihre Welt. Als wir uns dann wieder vertragen haben, da hat sich mein Freund erstmal bei mir dafür entschuldigt, dass er mich nicht begleitet hat (was er heute auch bereut), dass ich zusammen mit meiner Mutter dorthin gehen musste. Das war auch das erste und letzte Mal. Mit meiner Mutter werde ich ganz bestimmt nicht mehr zu solchen Veranstaltungen gehen.

Meine Schwägerin hatte gestern eine schicke schwarze Hose an. Dazu passten ihre Hausschuhe nicht, deswegen hatte sie den ganzen Abend über Schuhe mit kleinem Absatz an (was in der Wohnung wirklich nicht nötig gewesen wäre). Sie haben (so wie wir) überall Parkett. Um keinen Ärger mit den Nachbarn zu bekommen (sie wohnen in der ersten Etage) kam sie dann auf die Idee und hat Filzplättchen unter ihre Schuhe gemacht (die man auch unter Stühle macht). Sie kam damit dann einmal kurz ins Rutschen und machte sie dann sofort wieder ab. Daraus entstand dann allerdings ein gutes Gespräch, weil wir uns die dollsten Situationen ausgemalt haben, was damit theoretisch alles passieren könnte (aber alles total locker und völlig übertrieben dargestellt). Als wir dieses Gespräch dann vorhin bei meiner Mutter erwähnt haben, da war sie nur dran, wie gefährlich das ist, wie viele Unfälle so passieren könnten, was so alles passieren könnte usw. Also "Stimmung" ist vorhin ganz bestimmt keine aufgekommen, wir haben einfach nur ruhige und interessante Gespräche geführt.

Unter anderem ging es, durch den Unfall letztens, um das Thema Autofahren. Ich bin ja seit über einem Jahr nicht mehr gefahren, werde meinen Führerschein aber trotzdem nicht abgeben. Er gibt mir trotzdem eine gewisse "innere Sicherheit". Ich meine, wenn es darauf ankommt,  (wobei ich hoffe, dass diese Situation niemals eintreten wird), dass ich dann in der Lage wäre, zumindest kleine Strecken zu fahren. Dass man das im Grunde nie verlernen wird. Wobei, das man im Grunde alles verlernen kann, das habe ich ja beim Fahrradfahren und auch beim Schwimmen schon gesehen. Der Freund meiner Mutter meinte jedoch, dass ich das jetzt gar nicht mehr könnte. Dass ich erst ein paar Stunden Unterricht nehmen müsste, wenn ich nochmals fahren wollte. Ich glaube aber, wenn es darauf ankommt und ich erstmal im Auto sitzen würde, dass mir dann die wichtigsten Sachen wieder einfallen würden. Daraus entstand dann eine lebhafte Diskussion. 

Das hat mich sehr an 1989 erinnert, als meine Oma gestorben ist. Auch wenn sie sehr "altmodisch" war, ich hatte eine sehr enge Bindung zu ihr, habe sehr an ihr gehangen. Dadurch, weil ich (durch die Erkrankung meiner Mutter) alles in allem viele Monate bei ihr gewohnt bzw. gelebt habe, war sie fast schon meine zweite Mutter. Sie hatte eine "Asbest-Lunge" und dadurch Lungenkrebs, woran sie dann gestorben bzw. erstickt ist. Es ging ihr schon seit Tagen sehr schlecht, sie bekam immer schlechter Luft. Ausgerechnet an dem Geburtstag meiner Mutter (Februar) ist es dann "passiert".... Mittags waren wir noch bei ihr, da war sie sehr schlecht drauf, war nur am japsen. Abends war unsere Wohnung dann voll. Der Geburtstag meiner Mutter halt. Sehr viele vom Turnverein, Nachbarn, einige Freunde und die ganze Familie (damals wurden die Geburtstage bei uns immer sehr groß gefeiert). Dann kam der Anruf meines Opas. Er wusste nicht, was er machen sollte (meine Oma bekam immer schlechter Luft). Wir fuhren dann dorthin. Meine Mutter und ich, ihre Schwester (also meine Tante) mit ihren beiden Töchtern (also meine beiden Cousinen). Meine Mutter rief von dort aus den Notarzt. Wir waren etwa eine Stunde da (mit Notarzt), als meine Oma dann plötzlich aufhörte zu atmen (wie es der Zufall wollte, zu der Geburtsstunde meiner Mutter.....). 

Wir waren alle völlig fertig mit den Nerven. Seit damals hat meine Mutter auch niemals mehr so richtig ihren Geburtstag gefeiert, geht seitdem nur noch im kleinen Rahmen Essen. Darüber ist sie bis heute nicht weg gekommen. Meine Mutter und ihre Schwester blieben dann die ganze Nacht über dort, also bei meinem Opa, wollten ihn nicht alleine lassen (er ist rund 1,5 Jahre später gestorben, im Sommer 1990). Mein Vater war damals schon schwer krebskrank, starb rund 2 Monate Später (April 1989). Er war schon ziemlich schwach, von der Chemo "gezeichnet". Damals war der Turnverein total klasse. Alle packten sofort mit an, haben alles weg gemacht und aufgeräumt (sauber gemacht). Als wir später nach Hause kamen, da sah man nichts mehr davon, dass bei uns abends eine Fete stattgefunden hat. Es was ausgemacht, dass meine Mutter eigentlich mehrere Personen nach Hause fahren sollte (mein Vater war schon zu schwach zum Fahren). Aber erstens war sie dazu seelisch nicht in der Lage und zweitens war sie ja eh die ganze Nacht bei ihrem Vater. 

An dem Tag hatte ich einen Hosenanzug an, dazu (ganz super selten bei mir) "Stöckelschuhe" mit Pfennigabsätzen. Da macht man sich einmal im Leben super schick, und dann passiert so etwas..... Ich habe mein Gehirn dann "ausgeschaltet" und habe nur noch "funktioniert", habe mir dann unser Auto, den Mercedes geschnappt (den Führerschein hatte ich seit Herbst 1988, also seit ein paar Monaten) und habe alle nach Hause gefahren. Alle waren dran, dass ich "so" nicht fahren könne. Auch ich war total fertig (ich hing halt sehr an meiner Oma), noch dazu mit diesen Schuhen, mit diesen Absätzen. Ich weiß nicht wie, aber ich habe es geschafft und habe alle sicher nach Hause gebracht. In dieser Nacht habe ich wirklich nicht mehr "nachgedacht", sondern nur noch funktioniert. Ja, und deshalb glaube ich, wenn jetzt mal wieder "Not am Mann" wäre, dass ich auch dann wieder "funktionieren" könnte, im Notfall auch wieder fahren könnte. In Notfällen entwickelt man "Kräfte" und reagiert bzw. "funktioniert" anders, als in normalen Zeiten. Deswegen würde ich meinen Führerschein auch nicht abgeben, um im Notfall auch offiziell fahren zu dürfen.

Da ja Mittwoch gewesen ist, ging es dann auch noch um meinen Sport (um meine Therapie). Meine Mutter meinte, dass ich den nächsten Antrag auf Verschlimmerung stellen soll, damit ich höher gestuft werde. Wenn ich schon so viele Ausgaben habe (für KG, fürs Training und für den Schwimmverein, Schwimmen wird für meinen Rücken ja eh immer empfohlen), dann soll ich mit dem Behindertenausweis wenigstens an anderen Stellen sparen können. Ich glaube aber nicht, dass das im Moment was bringen würde, da es mir im Moment echt gut geht. Ich bin ja im Moment endlich mal wieder schmerzfrei. Aber meine Mutter meinte direkt, dass ich nur wegen dem regelmäßigen Sport schmerzfrei bin (womit sie natürlich recht hat), ohne Sport sähe es ganz bestimmt völlig anders aus. Ja, wenn das Wörtchen wenn nicht wäre...... Im Grunde hat sie recht, aber ich glaube trotzdem nicht, dass ich mit einem Verschlimmerungsantrag im Moment was erreichen würde. So sind die deutschen Gesetze halt. Jeder ist sich selbst der Nächste und jeder muss sehen, dass er durch kommt, das Beste aus seinem Leben (und aus seiner Gesundheit) macht, egal wie....

Ja, heute (am Mittwoch) hätte ich Sport gehabt (dafür werde ich dann direkt die 50 Euro von meiner Mutter einsetzen, das ist inzwischen halt mein größtes Hobby geworden, was aber auch am meisten ins Geld geht). Durch die Feiertage verschiebt sich jetzt ja alles etwas. Das nächste Training ist dann ja am Freitag Nachmittag. Darauf freue ich mich jetzt schon wieder!! Ich habe meinen Therapeuten als Dank für Ihre Hilfe ja auch etwas zu Weihnachten geschenkt, dass muss einfach sein (von meiner Physiotherapeutin habe ich nichts bekommen). Das Geschenk meines Trainers war dieses Jahr wirklich das schönste von allen. Die Anderen (mein Freund, meine Mutter und auch meine Schwägerin und ihr Mann) waren von dieser Idee begeistert, darauf ist sonst keiner gekommen. Ja, ich bin froh, dass ich ihn kennengelernt habe, dass ich mich vor rund 2 Jahren mit ihm in Verbindung gesetzt habe. Eine bessere Entscheidung hätte ich im Rahmen meiner Therapie wirklich nicht treffen können. Mit meinem Geschenk für ihn habe ich anscheinend aber auch richtig gelegen. Wir hatten einen kurzen SMS-Kontakt, dass ihm meine Sachen auch gefallen haben. Ja, ich sage mal so, auf eine weitere gute Zusammenarbeit und auf die nächsten Erfolge im Jahr 2014.....!!!

 

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