• kostenlos mitmachen

Freitag, 13.12.2013


Heute war ein relativ ruhiger Tag. Ich habe heute endlich mal wieder früh Feierabend gemacht (in den letzten Monaten war ich freitags meistens bis 15 oder 17 Uhr im Büro). Ich habe zwar genug Arbeit, aber mein Kollege hat das Telefon übernommen (das hatten wir so abgesprochen), weil ich direkt nach der Arbeit einen Termin hatte. Ich musste dringend zum Friseur und vor Weihnachten gab es dort eh einen Engpass mit den Terminen. Deswegen war ich ja schon froh darüber, dass ich heute Nachmittag dorthin gehen konnte. 

Zum einen etwas kürzen, aber nur minimal, etwa 2 cm. Sie waren sehr lang geworden und irgendwann sieht die Länge dann nicht mehr aus. Insbesondere beim Sport, ganz besonders im Schwimmbad, wenn ich die Haare hoch mache, dann nervt es, wenn sie zu lang werden, dann kann ich sie nicht mehr "bändigen". Ich kenne so einige Frauen, die ein "Händchen" für schöne Frisuren haben, die es immer wieder schaffen "mit ein paar Handgriffen" eine schöne und flotte Frisur hinzubekommen (diesbezüglich muss ich gerade an eine Kollegin denken, sie hat auch lange Haare sieht optisch immer mal wieder anders aus, kommt immer mal wieder anders ins Büro). Das bekomme ich nicht hin. Das konnte ich noch nie. Egal was ich vorhabe, es sieht hinterher immer anders aus als geplant. Deswegen versuche ich jetzt halt immer den "pflegeleichtesten" Weg zu gehen. 

Außerdem mal wieder Nachfärben. Ich habe mich total an die bloden Haare gewöhnt. Früher, mit den dunkelbraunen Haaren, wurde mir oft gesagt, dass ich total blass aussehen würde. Das ist jetzt nicht mehr der Fall. Mit den helleren Haaren fühle ich mich jetzt um ein vielfaches besser, das gefällt mir selber viel besser.

Beim Thema Kopf muss ich gerade noch an Donnerstag, an die Wassergymnastik denken. Anfangs haben wir (in der zweiten Gruppe) einen Kreis gebildet und haben als Aufwärmtraining wieder dieses Fang- und Werfenspiel gemacht. Dieses Mal allerdings nicht mit der kleinen Nudel, dieser kleinen Hantel, wie ich sie immer nenne, sondern mit dem großen Schwimmbrett (mit dem wir später ja auch noch so einige Übungen gemacht haben). An die kleine Nudel habe ich mich ja inzwischen gewöhnt, kann sie relativ zielsicher zu den anderen Frauen werfen und fange sie meistens auch auf. Aber dieses große Schwimmbrett war mir zu groß und unhandlich. Jedes Mal, wenn es auf mich zugeflogen kam (wir sollten es waagerecht, wie eine Frisbee-Scheibe werfen), habe ich spontan gedacht, dass ich gleich "geköpft" werde. Ich wusste nicht, wie ich sie packen sollte, wollte sie nicht vor den Kopf kriegen und bin schließlich jedes Mal zur Seite gegangen (habe sie kein einziges Mal gefangen). Auch beim Werfen habe ich jedes Mal nur die Frau angeguckt, die ich gerade meinte (damit sie sich "angesprochen" fühlt) und habe dann zumindest versucht in ihre Richtung zu werfen (was nicht immer so richtig geklappt hat).

Irgendwie bin ich bei diesem Spiel am Donnerstag aber nicht so richtig mitgekommen und habe es schließlich auch aufgegeben. Die ganze Zeit über, bei diesem Werfen und Fangen, im großen Kreis laufen und die beiden (wer gerade wirft und wer es fängt) müssen dann schnell die Plätze im Kreis tauschen, also quer durch den Kreis auf die andere Seite. Im Wasser laufe ich nach wie vor ja eh total langsam, fast schon in "Zeitlupe", komme kaum von der Stelle. Und umso mehr Strömung entsteht, wenn sich alle bewegen, dann werde ich immer langsamer. Zum Schluss hin kam ich irgendwie immer öfter dran, aber nach und nach verließ mich immer mehr die Kraft (um mich im Wasser "schnellstmöglich" zu bewegen). Zum einen jedes Mal zuerst hinter dem Schwimmbrett herlaufen (das zum Teil ein Stück hinter mir gelandet ist) und dann noch schnellstmöglich zur anderen Seite rüber laufen. Immer und immer wieder. Irgendwann konnte ich dann nicht mehr und bin zur Seite gegangen, erstmal etwas "runter fahren" und tief durchatmen.

Dann tut mir meine Mutter so richtig leid. Ihre beste Freundin (sie sind Nachbarn) zieht Anfang des Jahres um (in die Nähe ihrer Tochter), einige Kilometer von hier entfernt. Nicht "aus der Welt", aber halt nicht mehr so wie die ganzen Jahre über "Tür an Tür" für einen spontanen Besuch (häufig mehrmals wöchentlich). Das weckt bei mir allerdings auch viele Erinnerungen an früher.

Die Beiden haben sich vor 44 Jahren kennengelernt. Sie hat auch eine Tochter in meinem Alter (1,5 Monate jünger als ich). Sie haben sich kennengelernt, als sie sich gemeinsam mit uns (zunächst noch im Kinderwagen) auf dem Spielplatz getroffen haben. Mit ihr, also der Tochter, bin ich dann sozusagen zusammen aufgewachsen. Sie war nie meine beste Freundin, wir beide hatten immer eigene "Freundescliquen", aber waren dennoch bis wir erwachsen wurden (sie hat geheiratet und ist dann halt einige Kilometer weggezogen) gute Freundinnen. Unsere Mütter wurden dicke Freundinnen, was bis heute so geblieben ist. Sie machten immer schon sehr viel zusammen und als wir noch klein waren, da nahmen sie uns dann halt zusammen überall mit hin. Dadurch habe ich mit ihr halt relativ viel Zeit verbracht. Einschließlich einiger Sommerurlaube (je 3 Wochen) in Italien am Meer. Auch wenn wir nie dicke Freundinnen geworden sind (unsere Interessen gehen zu weit auseinander), wir haben uns immer total gut verstanden. 

Am meisten haben mich immer die Vergleiche genervt (das geht bis heute so). Sie ist besser als ich, das war von Anfang an so. Sie konnte alles früher als ich (sprechen, laufen usw.) und egal worum es als Kind ging, immer hieß es, streng dich an, sie kann es ja schließlich auch schon (obwohl sie 1,5 Monate jünger ist). Auch in der Schulzeit, sie war grundsätzlich in allen Fächern besser als ich (brauchte auch nie Nachhilfe). Am Ende jeden Schuljahres wurden wir beide zusammen (von unseren Müttern) fotografiert, mit dem Zeugnis in der Hand (Richtung Kamera). Ich weiß noch, wie ich dabei immer extra mit den Händen etwas gewackelt habe, damit man es auf dem Foto bloß nicht richtig lesen kann (ihre Noten waren ja eh immer besser). Eines von diesen Fotos habe ich sogar noch. 

So ging es die ganzen Jahre über weiter. In der Schule blieb sie immer die Bessere, in der Freizeit lief bei ihr alles besser (sie ist sehr selbstbewusst, wurde schon ziemlich früh sehr selbständig und hatte einen guten Freundeskreis) und auch im Urlaub in Italien bei verschiedenen Spielen am Strand (und natürlich auch beim Schwimmen im Meer), sie war und blieb immerzu die Bessere von uns Beiden. Ich war sehr oft total neidisch und eifersüchtig auf sie, kam aber an ihre Leistungen nie ran (sie war es auch, die mir damals auf der Wiese den Becher Wasser ins Gesicht geschüttet hat, woraufhin ich schreiend weggelaufen bin). Deswegen war ich dann auch mächtig stolz, als ich mit meinen eigenen Hobbys Erfolge hatte. Als ich damals in der Grundschulzeit mit dem Ballett den Auftritt in der Stadthalle hatte. Endlich mal etwas, worin ich gut war, worin ich besser war als sie. Das Tanzen gab mir halt immer Selbstbewusstsein, aber damit musste ich dann ja aufhören...... 

Nach der Schule kam dann die Ausbildung. Sie wurde "Verkäuferin", also Kauffrau im Einzelhandel (wobei ich nicht sagen würde, dass das was "Besseres" als eine Bürokauffrau ist). Ja, aber ich bin dann halt "normal" im Büro gelandet und sie hatte nach der Ausbildung Glück, dass sie eine Filiale (einer Lebensmittelkette) übernehmen konnte. Eine Filialleiterin ist natürlich wieder besser als eine "normale" Bürokraft..... (Zumindest wurde es mir ständig so gesagt.)

In diesem Zusammenhang lernte sie dann ihren Mann kennen (er leitet ebenfalls eine Filiale). Er ist, im Gegensatz zu meinem Freund, total locker, aufgeschlossen und Familiengebunden (was ich bis heute regelmäßig zu hören bekomme, ich kenne ihn nicht persönlich). Er hat sich von Anfang an sehr intensiv um ihre Eltern gekümmert, viel mit ihnen zusammen unternommen (zu dem "Verhältnis" zwischen meinem Freund und meiner Mutter muss ich glaube ich nichts mehr schreiben.....). Er hat jetzt eine Wohnung in seiner Nähe angemietet (das war seit längerem geplant), wo die Beiden, also seine Schwiegereltern jetzt einziehen (damit sie näher zusammen sind, damit er sich mehr um sie kümmern kann). Ja, die Beiden sind nach wie vor besser als wir, mein "böser" Freund kümmert sich nicht so intensiv um seine Schwiegermutter..... 

Vor Jahren wurde sie (die Tochter) dann schwanger, selbst das bekam ich dann wieder aufs "Butterbrot" geschmiert, dass ich meiner Mutter keine Enkeln "geschenkt" habe, obwohl sie Kinder doch so lieben würde. Dass mir die Ärzte davon abgeraten haben, das interessiert dann keinen. Es geht nur um das Prinzip. Ja, und als Filialleiter haben beide halt sehr viel Geld. Eigenes Haus, ein kleines Schwimmbad im Garten, ein Pferd usw. (alles, was man sich vorstellen kann), ja und wir haben "nur" eine Mietwohnung (meinem Freund gehen die Vergleiche mit den Beiden auch sehr auf die Nerven). 

Ja, aber für meine Mutter tut es mir trotzdem sehr leid. Die beiden Frauen waren sehr oft zusammen, haben sich Woche für Woche sehr häufig getroffen, auch mal eben auf ein Stück Kuchen oder eine Tasse Kaffee. An den Wochenenden waren sie häufig zusammen auf Trödelmärkten (ihr gemeinsames Hobby). Dass meine Mutter deswegen traurig ist, das kann ich gut verstehen. Für sie ändert sich freizeitmäßig jetzt sehr viel. 

Wir haben übrigens Post vom Möbelhaus bekommen. Es gibt Lieferschwierigkeiten. Unser neues Sofa, das für mitte Januar geplant war, das wird erst etwa Ende Januar oder Anfang Februar geliefert werden. Aber nun gut, auf diese 2 bis 3 Wochen kommt es jetzt auch nicht mehr an..... 

 

<< vorheriger Eintragnächster Eintrag >>

Kommentare

awtwahl [Tb: arnowa 2013] - 14.12.2013 19:28
eine schoene vierte Adventswoche ! liebe Gruesse ar***no

Kommentar schreiben

Du musst dich Einloggen oder kostenlos anmelden um Kommentare zu schreiben