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Dienstag, 10.12.2013


O man, der heutige Abend ist mal wieder völlig anders gelaufen als geplant:

Ich hatte für heute die Wassergymnastik fest eingeplant. Vor der Türe des Schwimmbades wurden wir jedoch "abgefangen". Vor uns sind kleine Kinder (unter 6 Jahre) zum Schwimmenlernen. Einem Kind ist kurz zuvor ein "Malheur" passiert und das Becken musste deswegen zunächst gereinigt werden (was einige Zeit in Anspruch nimmt). Deswegen fiel die Wassergymnastik heute aus (am Donnerstag ist es wieder).

Mein Freund hatte mich dort abgesetzt, befand sich schon wieder auf der Rückfahrt nach Hause (es sind ja nur rund 2 Kilometer). Ich rief ihn direkt per Handy an. Er stand gerade eh an einer Ampel, wo er gut drehen konnte. Ich stellte mich direkt an den Straßenrand, wo er mich immer abholt. Ich habe etwa 2 Minuten gewartet. Neben mir stand ein Auto, darin saß eine Frau. Ich habe noch aus den Augenwinkeln wahrgenommen, dass sie sich darin "bewegte", irgendwas vorne machte (ob am Handy oder am Radio, das weiß ich nicht). Sie machte das Licht an, blieb aber weiterhin stehen. 

Dann kam mein Freund, blieb am Rand der Straße, an diesem Parkstreifen stehen. Das Hinterrad der Beifahrerseite war in etwa in Höhe der linken Kofferraumseite des geparkten Autos dieser Frau. Er blieb stehen, ich machte die Beifahrertüre auf, beugte mich etwas ins Auto und legte meine Tasche in den Fußraum (das mache ich immer, bevor ich einsteige). In dem Moment gab es einen mächtigen Ruck, das ganze Auto wackelte und ich habe mich total erschrocken. Die Frau fuhr rückwärts los und hat unser Auto gerammt. Ich zuckte sofort zurück, stand wieder in der geöffneten Türe (die Tasche lag da schon im Fußraum) und die Frau fuhr immer weiter, "ratschte" immer mehr auf. Ich war nur noch "Stop" am schreien. 

Dann blieb die Frau stehen (ihre Fahrerseite ist über etwa einen bis 1,5 Meter total eingebeult, die Farbe, dunkelblau, total abgekratzt). Sie riss die Türe auf und schrie mich sofort an, was das sollte, ob wir keine Augen im Kopf hätten, weshalb wir in ihr Auto gefahren wären....... (An unserem Auto ist der Kotflügel über dem Hinterrad (hinten rechts) kaputt, "klafft" ein Stück auseinander, außerdem ist die Stoßstange kaputt, zum Glück unterhalb der Lampen, an einem Stück eine tiefe Beule, wo der Lack abgekratzt ist, darunter ist sie "aufgeplatzt", klafft ein Loch.)

Es entstand dann eine minutenlange sehr heiße Diskussion, die immer lauter und hitziger wurde. Mein Freund bzw. das Auto hat gestanden, sonst hätte ich mich kaum ins Auto gebeugt (ich bin keine Stuntfrau, die in ein fahrendes Auto springen kann). Ich stand in Höhe ihres Kofferraums. Ich schwöre, dass sie zwar Lampen an hatte (die roten Rücklichter), aber definitiv noch keine weißen Lampen zum Rückwärtsfahren (sonst hätte mein Freund ganz bestimmt nicht schräg hinter ihr gehalten). 

Mein Freund hielt sich die ganze Zeit im Hintergrund, ließ mich die ganze Zeit reden, alles klären. Er hat mich vorhin noch gelobt, wie gut ich geredet hätte. Sehr gute Wortwahl, mir nichts gefallen lassen, mit fester Stimme und "bestimmten" Tonfall, aber dennoch nicht geschrien. Schließlich war die Frau dann dran, das würde sie sich von uns nicht gefallen lassen, sie würde uns anzeigen und wir müssten für diesen Schaden aufkommen. Dabei fing sie dann plötzlich ganz heftig an zu weinen. Mein Freund meinte dann zu mir, schnapp dir dein Handy und ruf die Polizei. Das habe ich dann auch gemacht. Kurze Beschreibung worum es ging und wo wir sind. Dann haben wir beide uns ins Auto gesetzt, Türen zu und haben gewartet. Die Frau (etwa 50 Jahre, nach ihrem Dialekt zu urteilen wahrscheinlich eine Polin) lief die ganze Zeit draußen weinend auf und ab.

Nach etwa 5 Minuten kam bereits die Polizei, zwei sehr nette junge Polizistinnen (etwa Mitte 20). Als sie fragten, was passiert ist, kam ich gar nicht zu Wort. Die Frau redete sofort wie wild, dass wir in ihr Auto gefahren sind, aber für den Schaden nicht aufkommen wollen. Dann meinte eine der Polizistinnen, dass es so keinen Zweck hätte. Getrennte Unfallaufnahme. Sie ging dann mit der Frau einige Meter zur Seite, redete mit ihr. 

Für die Polizistin, die bei uns blieb, war der Fall auch ganz klar. Die Unfallschäden waren mehr als eindeutig. Dann kamen die Beiden wieder zu uns rüber. Die Frau wollte uns weiterhin anzeigen, war immer noch am weinen. Die Polizistin hat ihr dann jedoch klargemacht, dass sie mit dieser Anzeige vor Gericht nicht durchkommen würde, dann würde auf jeden Fall jeder auf seinen Kosten sitzen bleiben. Sie hat sich dann sogar darüber beschwert, dass ich sie angeschrien hätte. Dazu hätte ich nicht das Recht. Mein Freund sagte dann direkt, dass ich mich nur "verteidigt" hätte, als sie uns als Lügner hingestellt hätte. Aber ich habe sie nicht angeschrien. 

Lange Rede, kurzer Sinn. Dieses ganze Theater zog sich über etwa 45 Minuten hin. Die Polizistinnen waren ganz auf unserer Seite, unser Auto hat gestanden, die Frau hat anscheinend nicht nach hinten geguckt (beim Rückwärtsfahren), sonst hätte sie uns gesehen. Es wäre zwar immer "ungünstig", sich quer hinter parkende Autos zu stellen, aber auf diesem breiten Parkstreifen (vor dem Schwimmbad) sei es zum Ein- und Aussteigen völlig normal. Wer dort ausparkt, hat darauf zu achten, dass hinter einem alles frei ist. Sie hat die alleinige Schuld (auch laut deren Protokoll) und der Schaden soll komplett über ihre Versicherung laufen. 

Die Polizistinnen hatten reichlich Mühe damit, die völlig aufgelöste Frau (sie war nur am Weinen) wieder einigermaßen zu beruhigen, damit sie einigermaßen sicher nach Hause fahren kann. Sie gaben uns das Unfallprotokoll und empfahlen uns, uns umgehend mit unserer Versicherung in Verbindung zu setzen (die HUK Coburg). Das will mein Freund morgen Nachmittag direkt machen. Die Schadensregulierung sollen die Versicherungen dann unter sich klären. Am meisten ist mein Freund sauer über die Rennerei, die dadurch jetzt auf ihn zukommt. Erst zur Versicherung, dann zur Werkstatt. 

Ja, auch wenn ich dieses Gespräch ziemlich gut und sicher geführt habe (worüber ich selber überrascht war), zu Hause kam dann auch bei mir die ganze Aufregung total durch. Mein Puls war bestimmt auf über "180" (ich bekam dann auch plötzlich heftige Kopfschmerzen). Ich rief dann erstmal meine Mutter an, habe etwa 30 Minuten mit ihr gesprochen, ihr erstmal alles erzählt. 

Ich verstehe nicht, weshalb die Frau nicht sofort angehalten hat, als es geknallt hat. Dann wäre bei Weitem nicht soviel passiert. Sie soll mir nicht erzählen, dass sie es nicht gemerkt hat. Ich hatte früher (auch schon als 20jährige) so einige Unfälle, alles Auffahrunfälle, aber alles nur ganz minimale Blechschäden, die man mit ein "paar Mark" unter der Hand regeln konnte. Darüber habe ich vorhin noch mit meiner Mutter gesprochen, sie kann sich noch an alles erinnern. Ich konnte die Abstände noch nie richtig einschätzen und meine Reaktion zu bremsen war ja auch noch nie die beste. Aber beim kleinsten Ruck habe ich reagiert. Sie hing schon in unserem Kotflügel und gab trotzdem Gas, fuhr noch ein ganzes Stück weiter, riss den Kotflügel noch weiter auf und ebenso die Stoßstange. Und wenn ich mich dann total erschrecke (ich stand ja direkt daneben) und laut Stop schreie, dann beschwert sie sich, dass ich nicht das Recht hätte, sie anzuschreien??? Was hätte ich denn sonst in diesem Moment sagen sollen? Könnten Sie jetzt bitte anhalten, oder was????

Nach diesem Telefonat, nach dieser ganzen Aufregung hatte ich dann so richtig Hunger. Da wir dienstags, wenn ich eigentlich im Wasser bin, kein richtiges Essen einplanen, habe ich mir dann aus dem Kühlschrank Currrywurst (von Meica) und aus dem Tiefkühler Kroketten heiß gemacht. Danach habe ich dann angefangen, meine Sachen für morgen zu sortieren. 

Am Donnerstag ist übrigens letztes Mal Wassergymnastik. Die "interne" Weihnachtsfeier, also im Schwimmbad, muss auf Dienstag (nächster Woche) vorgezogen werden, weil am Donnerstag bereits eine Schwimmgruppe des Vereins darin zur Weihnachtsfeier ist. Die Wassergymnastik an sich wird dann also auf jeden Fall ausfallen und an der Weihnachtsfeier möchte ich nicht teilnehmen. Das ist diese Feier, wo jeder was mitbringen soll (wo letztes Jahr keiner an meine Plätzchen gegangen ist, so etwas "Süßes" wollten sie nicht, nur herzhaftes). Und nach der relativ doofen Weihnachtsfeier im Restaurant, wo an meinem Tisch eh keine richtige Stimmung aufgekommen ist, die mächtig langweilig war, habe ich dazu jetzt erst recht keine Lust mehr. Und nächste Woche Donnerstag, bei der letzten Wassergymnastik, da bin ich ja bereits mit den beiden Frauen in der Stadt verabredet. Erst über den Weihnachtsmarkt und dann irgendwo gemütlich zusammen hinsetzen. 

Meinem Fuß ging es heute deutlich besser als gestern. Nicht völlig schmerzfrei, ich merke es immer noch, aber zumindest hatte ich heute beim Laufen nicht mehr die heftigen Stiche im Gelenk. Gegen Abend wurde es dann aber wieder etwas intensiver. Aber das kann dann wirklich mit der ganzen Aufregung mit dem Unfall zusammen hängen, dass ich mich dadurch innerlich immer mehr verspannt habe. 

Auf der Arbeit war es heute ganz gut. Ich bin mit meiner Arbeit ganz gut voran gekommen, habe einen ganzen Schwung geschafft. Ich habe auch endlich den Mut gefunden und habe meinem Chef von dem kleinen Geschenk erzählt, dass es von mir ist. Ich werde ihm jetzt ganz bestimmt nicht "regelmäßig" was schenken (Grins), das war eine Ausnahme, aber so gut, wie die Arbeit im Moment läuft, so gut, wie das Betriebsklima im Allgemeinen im Moment ist, da musste es halt einfach mal sein....!!!!

Ich wurde jetzt auch von verschiedenen Personen (Kollegen) darauf angesprochen, dass sie es schön finden, dass es mir wieder besser geht, dass ich, im Vergleich zu früher, etwas mehr aus mir rauskomme, mehr mit den Anderen rede, etwas offener geworden bin. Sie meinten auch, dass es schön wäre, wenn ich mich demnächst dann auch mal an gemeinsamen Sachen (so wie der gestrigen Weihnachtsfeier) beteiligen würde.

Ja, Theorie und Praxis. Wie ich schon öfters geschrieben habe, theoretisch möchte ich es ja, möchte "so richtig" dazugehören und anerkannt werden, aber in der Praxis fällt es mir dann doch immer wieder schwer (es ist zwar jetzt ein "blöder" Vergleich, aber in diesem Zusammenhang muss ich gerade an die Schwimm- bzw. Chlorbrille denken, theoretisch möchte ich sie bei der Wassergymnastik aufsetzen, damit meine Augen danach von dem Chlorwasser nicht so brennen, aber praktisch "traue" ich es mich nicht, weil ich damit innerhalb der Gruppe nicht auffallen möchte.....).

Wie heißt es immer so schön, "Aller Anfang ist schwer!!!!!". Ich möchte daran teilnehmen (bei uns ergeben sich diesbezüglich immer wieder Gelegenheiten, auch wenn Kollegen Geburtstag haben, wobei ich mich ja meistens "schnellstmöglich" verdrücke....), aber die Überwindung, dann wirklich dabei zu sein, das fällt mir noch mächtig schwer.

Gestern war ja eh eine "Ausnahmesituation", nachdem die Sache mit dem Todesfall in der Familie meiner Kollegin passiert ist. Das hat mich seelisch mächtig belastet und "umgehauen" (bei mir sind im Laufe des Tages und auch Abends einige Tränen gelaufen). Wer weiß, wenn das nicht passiert wäre, wenn die Stimmung im ganzen gut und locker gewesen wäre, vielleicht hätte ich dann doch (zumindest zeitweise) daran teilgenommen. Ganz ausschließen möchte ich das jetzt nicht. Ich hatte mich dafür zwar nicht mit "angemeldet", aber wie meine Kollegen heute schon gesagt haben, das wäre dennoch kein Problem gewesen, auch wenn ich mir vorab unsicher bin, ich gehöre dazu und wenn ich möchte, kann ich auf jeden Fall an solchen Sachen teilnehmen. 

 

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