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Sonntag, 29.09.2013, Sport und "Depri-Phase"


Mir geht es im Moment nicht so gut. Ich hatte heute einen totalen Depri-Tag. So viel wie heute habe ich schon lange nicht mehr geweint. Aber trotzdem war ich heute Nachmittag beim Training, was ich letztlich jedoch abgebrochen habe. Heute wurde mir alles zu viel.

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass durch den gestrigen Abend alle meine in letzter Zeit verdrängten Sorgen und Probleme wieder total hochgekommen sind. Mein Freund fand diesen Abend total gut. Er sagt, er ist nicht wegen der Show dorthin gegangen, sondern wegen der Technik. Er interessiert sich ja immer total für Techniksachen. Ihn hat es interessiert, was dort hinter den Kulissen abläuft, wie der Auf- und Abbau der Bühnenbilder läuft, die Führung der Kameras, halt alles, was man sonst im Fernsehen nicht zu sehen bekommt. Er ist gestern Abend also voll und ganz auf seine Kosten gekommen. Dass Sänger dort waren, deren Musik er gerne hört, das war dann zusätzlich noch positiv. Aber er wäre auch dorthin gegangen, wenn ihn die Musik, die Sänger nicht interessiert hätten. Ihm kam es nur auf die Technik und die Kameras an. 

Ja, aber das war bei mir völlig anders. Ich wollte mal live dabei sein, die Sänger mal live sehen. Dass die Akustik dann so schlecht ist, dass man die Interviews kaum verstehen konnte, das fand ich schon sehr enttäuschend und natürlich auch, dass die Entfernung so groß war. Ich bin fest davon ausgegangen, dass dort irgendwo eine große Leinwand ist, auf der man die Show aus der Nähe (wie am Fernsehen) verfolgen kann. Ich war sehr enttäuscht darüber, dass man die meisten kaum sehen konnte. Ja, und ich nehme an, dass durch diese Enttäuschung meine unterdrückten Gefühle aus der letzten Zeit wieder wach geworden sind. 

Als ich wachgeworden bin, da hatte ich schon ganz kräftige Kopfschmerzen und die Tränen liefen mir. ich habe direkt 2 Aspirin getrunken, aber diese haben erst gegen Abend (!!) gewirkt. Die Kopfschmerzen hielten noch über viele Stunden an. 

Das Training wollte ich mir aber dennoch um keinen Preis entgehen lassen. Ich muss wirklich schon so richtig krank sein, völlig flach liegen, bevor ich das mal absagen würde. Das ist halt inzwischen mein großes Hobby, mein "Highlight" in jeder Woche, worauf ich mich immer so richtig freue. Mit meinem Trainer rede ich dabei ja auch immer über alles mögliche, komme dadurch auch mal so richtig auf andere Gedanken, werde dadurch auch mal von meinen Problemen abgelenkt, was mir halt auch immer total gut tut. Das ist im Prinzip das Gleiche, wie bei der Wassergymnastik. Ich mache es sowohl aus körperlichen, als auch aus seelischen Gründen. Aber leider kann man nicht immer alle seelischen Probleme einfach so "ausblenden".

Das Training fing dann echt gut an. Erst haben wir uns etwas unterhalten. Dann folgte ein kleines Aufwärmprogramm, das ich ziemlich gut hinbekommen habe (im Wechsel Kniebeugen und Unterarmliegestütze auf dem Kasten, dabei Bewegungen mit den Beinen). 

Anschließend folgten auf der Matte liegend so einige Varianten der Crunches. Dabei fingen meine Probleme dann schon an. Mir fehlte heute irgendwie die Kraft, ich kam nicht so richtig hoch. Ich habe gekämpft ohne Ende, aber meine Leistungen waren heute bei weitem nicht so gut wie sonst. 

Auch beim "Fahrrad fahren", wie ich es immer nenne, auf dem Rücken liegend die Beine im Wechsel weg strecken, folgten sehr viele Korrekturen. Entweder habe ich mich auf die Beine konzentriert, sie relativ gleichmäßig im Wechsel zu bewegen (dann ging mein Rücken hoch), oder aber ich drückte den Rücken so flach wie möglich runter, dann hatte ich die Beine nicht mehr unter Kontrolle. Schon das fiel mir heute so richtig schwer.

Dann kam der Block, bei dem ich dann letztendlich "versagt" habe. Verschiedene Übungen mit den Hanteln und der Hantelstange. Das fiel mir heute unendlich schwer. Die 7,5 kg Hantel kam mir heute wie mindestens 10 kg vor und die 5 kg Hanteln mindestens wie gefühlte 8 oder 9 kg. Ich hatte aber immer meine aktuellen 78 kg vor Augen, wollte unbedingt das Training durchziehen, egal wie. 

Es fiel mir immer und immer schwerer. Mein Kopf war am "pochen" ohne Ende. Bei der Anspannung hielt ich mehrmals die Luft ganz intensiv an, so dass es mir mehrmals etwas schwindelig geworden ist. Ich wollte ihn dann zwar zwischendurch, als mir die Übungen immer schwerer gefallen sind, darauf ansprechen, ob wir nicht mal ein paar leichtere Übungen einbauen können, z. B. im Vier-Füßler-Stand, aber das habe ich mir nicht so richtig getraut. Ich wusste irgendwie nicht, wie ich ihn darauf ansprechen sollte. 

Dann kamen auch noch mehrere Übungen, die mir immer total schwer fallen, mit denen ich immer unwahrscheinlich kämpfen muss. Zuerst mit den Hanteln. Oberkörper nach vorne, Arme gestreckt nach hinten und nach oben "wippen". Da ist bei mir irgendwie eine "Sperre", das fällt mir immer unwahrscheinlich schwer. Dann mit der Hantelstange, die ein ordentliches "Eigengewicht" hat. Damit im Prinzip "nur" hoch und runter. Das geht immer unwahrscheinlich in die Hände, in die Finger. Ich kann die Stange kaum halten, das fällt mir total schwer. Und als wenn das alles noch nicht reichen würde, anschließend noch "Liegestütze von hinten", also auf dem Kasten vorne am Rand abstützen und direkt vor dem Kasten dann runter, also die Liegestütze durchführen. 

Die erste Runde habe ich geschafft. Vor Anstrengung kamen mir zwar mehrmals etwas die Tränen, aber ich konnte sie dennoch zurück halten. Zu der Runde gehörten dann noch Liegestütze auf den Knien (die normalen auf der Matte) und das Hochdrücken in die richtige Liegestütz-Position, was ich heute dann sogar viel länger als sonst halten konnte (trotz meiner heutigen schlechten seelischen Verfassung sogar noch ein kleiner Erfolg......). 

Ja, aber in der zweiten Runde war es dann aus. Bei den Hanteln nach hinten (mit den gestreckten Armen) gab ich schließlich auf, die Kraft verließ mich total. Die Hantelstange konnte ich nur noch mit letzter Kraft halten. Danach waren meine Arme (Unterarme) total am zittern. Dann auf den Kasten setzen und eigentlich die Liegestütze von hinten.

In diesem Moment war es bei mir aus. Die Tränen kamen mir einfach so, ich konnte es nicht mehr unterdrücken. Total PEINLICH!!!! Mein Trainer wusste natürlich überhaupt nicht, was los war, machte sofort das Fenster auf und gab mir was zu trinken. Bei mir kam dann alles so richtig durch. Alle Sorgen und Probleme kamen wieder so richtig hoch, alles, was mich in letzter Zeit so richtig beschäftigt hat. Wir haben das Training dann abgebrochen, das hätte heute auch keinen Sinn mehr gemacht, haben stattdessen noch was darüber geredet, was mich alles so beschäftigt und bedrückt. 

Zum einen was mein Gewicht betrifft. Es ärgert mich total, dass ich wieder 3 kg zugenommen habe. Wofür habe ich im Sommer eigentlich so gekämpft, habe tagelang regelrecht gehungert, war stolz über jedes Gramm, das ich verloren habe. Und kaum geht es mir seelisch nicht so gut, so dass ich mal wieder gesündigt habe, schon habe ich wieder mehrere Kilos mehr drauf. Das bedrückt mich wirklich sehr. Als ich dann meinte, dass es daran liegt, dass ich zu wenig Fahrradfahren würde (hier zu Hause), dass mein Sportprogramm (die Wassergymnastik) zu intensiv sei (was meine Physiotherapeutin immer sagt), da ging er dann sofort darauf ein, dass ich das beibehalten solle. Stattdessen würden wir am Mittwoch nochmals in Ruhe über einen geänderten Trainingsplan sprechen (da sich die KG bei mir ja auch geändert hat, Mittwochs will ich jetzt auf jeden Fall die Stunde beim Training beibehalten, ich bin froh, dass ich diese Entscheidung getroffen habe, zumindest diese "Baustelle" in meinem Kopf losgeworden bin!!). 

Eine weitere "Baustelle" betrifft die Arbeit, also das bevorstehende Seminar (im November). Ich versuche zwar, möglichst ruhig und locker an diese Sache dranzugehen, aber keiner weiß, wie es in meinem innersten dabei aussieht. Ich weiß, dass das kaum ein Mensch verstehen wird, aber ich habe ganz große Angst vor diesem Seminar. Alleine im Hotelzimmer, die fremden Menschen kennenlernen, mit und vor ihnen reden zu müssen, die Gruppenspiele mit ihnen durchführen zu müssen usw. Keiner kann ermessen, wie groß meine Angst davor ist. Letztes Jahr war es so heftig, hat mich seelisch so runtergezogen, dass ich wenig später für 4 Wochen einen Krankenschein hatte (wegen Depressionen). Viel anders geht es mir im Moment jetzt auch nicht. Ich weiß auch noch nicht, wie ich seelisch die nächsten 6 Wochen bis zu diesem Seminar durchhalten soll. Mein Trainer hat mir diesbezüglich vorhin zwar auch wieder Mut gemacht, aber auch er kann mich nicht so wirklich verstehen, dazu ist er viel zu selbstbewusst. 

Bei uns ist das so, dass wir eine Art finanzielle "Belohnung" dafür bekommen, wenn wir an solchen Seminaren teilnehmen, also an Fortbildungen teilnehmen. Aber was habe ich von mehr Geld, wenn es mich seelisch immer weiter runter zieht. Ach man, schon alleine bei dem Gedanken daran kommen mir schon wieder die Tränen. Wenn ich heute meinem Chef begegnet wäre, dann hätte ich ihn spontan darauf angesprochen, ob es eine Möglichkeit gibt, mich aus diesem Verfahren rauszunehmen. Ich glaube, das würde ihn dann noch nichtmals mehr wundern, nachdem ich mich Anfang des Jahres ja im ganzen finanziell habe runterstufen lassen (um Verantwortung abgeben zu können). Lieber weniger Geld, hauptsache mir geht es seelisch soweit gut. Mal sehen, wie es mir seelisch in der nächsten Zeit geht. Wenn das nicht besser wird, dann werde ich ihn (bzw. meinen Kollegen) wirklich mal darauf ansprechen. Lieber im Büro meinen täglichen Aufgaben nachgehen, als "für ein paar Euro" an einem Seminar teilzunehmen und anschließend wieder für ein paar Wochen wegen Depressionen völlig auszufallen. Ja, dieses Thema, diese Angst vor dem Seminar beschäftigt mich im Moment unwahrscheinlich, lässt mich gar nicht mehr los. 

Nach dem Training war ich dann völlig aufgelöst und habe mich ins Bett gelegt, fing immer wieder an zu weinen. Das hielt dann bis zum Abend an. Erst gegen Abend (etwa gegen 20 Uhr) ging es mir dann etwas besser, dann habe ich mich erstmal auf den Haushalt gestürzt, mal auf andere Gedanken kommen. 

 

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