• kostenlos mitmachen
2014
2013
2012
Dezember
  31.12.2012
  Sonntag, 30.12.2012 (Musik)
  30.12.2012
  Samstag, 29.12.2012
  29.12.2012
  Freitag, 28.12. Training
  28.12.2012
  Donnerstag, 27.12. Training
  27.12.2012
  Mittwoch, 26.12.2012 - Zweiter Weihnachtstag
  26.12.2012
  Dienstag, 25.12.2012 - Erster Weihnachtstag
  26.12.2012
  Montag, 24.12.2012 Heiligabend
  26.12.2012
  Sonntag, 23.12.2012 (Training und Arbeit)
  26.12.2012
  Samstag, 22.12.2012
  22.12.2012
  Freitag, 21.12. Training
  21.12.2012
  Donnerstag, 20.12.
  20.12.2012
  Mittwoch, 19.12. KG + Training
  19.12.2012
  Dienstag, 18.12.2012 (Erinnerungen Schulzeit)
  18.12.2012
  MO, 17.12. KG
  17.12.2012
  SO, 16.12. (Kirche)
  16.12.2012
  Samstag, 15.12. Training (+ Erinnerungen Schulzeit)
  15.12.2012
  Freitag, 14.12. (Venlo)
  14.12.2012
  Donnerstag, 13.12. (Weihnachtsmarkt + Feier)
  13.12.2012
  Mittwoch, 12.12. KG + Training
  12.12.2012
  Dienstag, 11.12. (Arzt)
  11.12.2012
  Montag, 10.12. KG
  10.12.2012
  Sonntag, 09.12.
  09.12.2012
  Samstag, 08.12. Training
  08.12.2012
  Freitag, 07.12. (Gespräch)
  07.12.2012
  Donnerstag, 06.12. Schwimmen
  06.12.2012
  Mittwoch, 05.12. KG + Training
  05.12.2012
  Dienstag, 04.12. ("Schach-Matt")
  04.12.2012
  Montag, 03.12. KG
  03.12.2012
  Sonntag, 02.12. - 1. Advent
  02.12.2012
  Samstag, 01.12. Training
  01.12.2012
  Freitag, 30.11.
November
Oktober
September
August
Juli
Juni
Mai
April
März
Februar
Januar
2011

SO, 16.12. (Kirche)


Heute war so gar nicht mein Tag, die Erkältung, der kräftige Schnupfen hat mich voll und ganz im Griff. Die meiste Zeit des Tages lag ich deswegen im Bett. Als ich zwischendurch mal aufgestanden bin, habe ich etwas gelesen und schon mal ein paar Weihnachtsgeschenke eingepackt (insbesondere die für meine Therapeuten). 

Meinen Freund habe ich leider auch schon angesteckt. Er "leidet" immer sehr an Erkältungen (wie manche Männer halt sind....), "dementsprechend" sah unser Tag heute halt auch aus. Während ich im Bett lag, lag er teilweise neben mir und teilweise auf der Couch. Gegen Abend hat er dann auch noch Milch frisch aus dem Kühlschrank getrunken, was ihm so gar nicht bekommen ist. Ihm war es danach so schlecht, dass er den Rest des Abends nur noch im Bett lag (und auch Medikamente genommen hat). 

Ich hoffe, dass es mir morgen Abend einigermaßen stabil geht (mit einem Schnupfen kann ich leben...!!), damit ich zur KG gehen kann.

Da Weihnachten vor der Türe steht, wollte ich heute mal über die Kirche im Allgemeinen schreiben. Also, ich mache mir gar nichts daraus, gehe auch "freiwillig" in keine Kirche rein. Wenn ich irgendwann mal heiraten sollte, dann ganz bestimmt nur standesamtlich, eine Kirche werde ich auch dann nicht betreten. Das heißt natürlich nicht, dass ich an nichts "glauben" würde, das eine hat mit dem anderen gar nichts zu tun, ich habe halt nur mit Kirchen ganz große Probleme.

Als Kind hatten wir eine ganz große Familie, aber bereits seit frühester Kindheit sind dann alle älteren Familienmitglieder verstorben (an die meisten kann ich mich gar nicht mehr erinnern). Meine Mutter stammt vom "Lande" (im weitesten Kreis Bielefeld/Bad Salzuflen), sie ist "neuapostolisch", das ist eine Art evangelisch (als sie ein Kind war, sind sie hier in unsere Stadt gezogen). Mein Vater stammt hier aus unserer Stadt, er war evangelisch. Er hat sich nie etwas aus der Kirche gemacht (das habe ich wohl von ihm) und er ist bereits vor meiner Geburt aus der Kirche ausgetreten. Von Kindheit an war ich außer an Weihnachten ausschließlich zu Trauerfeiern im Rahmen von Beerdigungen in Kirchen. Ich persönlich verbinde die Kirche deswegen nur mit Trauer und Tränen. Sobald ich eine Kirche betrete, fallen mir sofort wieder unzählige Situationen von damals bei den Beerdigungen ein, rund um Omas, Opas, Tanten, Onkeln und jetzt natürlich auch meines Vaters. Auch wenn wir im Urlaub sind, meine Stimmung kann super gut sein, ich kann eben noch total gelacht haben, in dem Moment, wenn ich eine Kirche betrete, werde ich total sentimental und kurz danach laufen mir schon die Tränen, dagegen komme ich nicht an. Mein Freund mag Kirchen, die ganze Atmosphäre (er ist katholisch). Er besichtigt in Urlauben auch gerne Kirchen, lässt mich inzwischen aber draußen stehen, bevor er meine gute Stimmung darin wieder kaputt macht. 

Als ich damals etwa 13 Jahre alt war, ging für meinen Jahrgang die Konfirmandenzeit los. Ich wollte keinesfalls dorthin, meinem Vater war es völlig egal (er war ja eh nicht mehr in der Kirche), aber in diesem Fall ließ meine Mutter nicht locker, sie bestand total darauf. Ihr persönlich kam es dabei allerdings auf die reine Konfirmation an, auf das große Fest, das ich eigentlich gar nicht wollte, worauf sie aber ebenfalls total bestanden hat. Ich habe mich damals mit "Händen und Füßen" dagegen gesträubt, kam gegen sie aber nicht an. Sie hat mich schließlich damit "geködert", dass alle meine damaligen Schulfreundinnen, die in meinem Jahrgang waren, ebenfalls dorthin gegangen sind. Diese Konfirmandenzeit zog sich über 2 Jahre, jeweils an 2 Wochenenden im Monat, Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr, in dieser Zeit wäre ich also 2 Jahre lang alleine gewesen, auch den ganzen Sommer über, wenn ich nicht daran teilgenommen hätte. Schließlich habe ich dann "zähneknirschend" zugestimmt.

Das erste halbe Jahr war für mich dann total öde, "Kirche pur", mit unzähligen Gebeten, reinen Kirchenliedern (der Pastor konnte sehr gut Gitarre spielen) und sehr vielen "Gruppenspielen", wie man sich in verschiedenen Situationen verhält (z. B. um jemand sein Beileid auszusprechen). Dieses halbe Jahr zog sich für mich unwahrscheinlich hin.

Danach wurde es dann zum Glück viel schöner. Aus der großen Gruppe wurden mehrere kleine Gruppen mit verschiedenen Themen gebildet. Unter anderem eine Bastelgruppe (sehr viel aus Papier/Pappe), eine Handarbeitsgruppe (dort wurde sehr viel gestrickt und gehäkelt usw.) und eine "Orf"-Gruppe, also Musik-Gruppe. Das war ziemlich genau zu der Zeit, als wir uns in der Schule für ein "Wahlpflichtfach" entscheiden mussten, als ich gerne in den Musikunterricht gegangen wäre, stattdessen aber Französisch lernen musste. In der Kirche bin ich dann in diese Musikgruppe gegangen. Dort wurde keiner abgewiesen, jeder konnte von sich aus entscheiden, in welche Gruppe er wollte, das wurde dann voll und ganz akzeptiert. 

Diese Gruppe war dann wirklich total klasse, bestand etwa zur Hälfte aus Jungen und Mädchen. Es war alles dabei, 2 Mal Gitarre, Schlagzeug, Querflöte, Blockflöte, Keyboard, Geige und noch einiges mehr. Ich konnte zwar auch Blockflöte spielen, aber nur "Hobbymäßig", in der Gruppe fühlte ich mich dafür viel zu unsicher (außerdem hatte ich Angst davor, zu viele Noten für die Lieder lernen zu müssen). Das war aber gar kein Problem, ich bekam halt einfach das "Triangel", sollte mich immer auf den Rhythmus konzentrieren und damit zusätzlich den Takt angeben, was gar kein Problem gewesen ist. 

In dieser Gruppe war ich dann rund 1,5 Jahre, bis zur Konfirmation. Das war echt total klasse, daran habe ich nur schöne Erinnerungen. Die Gruppe war echt toll, wir haben uns sehr gut verstanden. An der einen Gitarre war der Sohn vom Pastor, der ebenfalls total gut drauf war. In der ersten Zeit haben wir nur Kirchenlieder gespielt, sind dann aber immer mehr in "Volkslieder" (aus der "Mundorgel") übergegangen, zum Teil sogar zu deutschen Schlagern. 

In den Sommermonaten war das total klasse, da hatten wir fast an jedem Wochenende einen "Auftritt", haben auf Sommerfesten von Altenheimen, Kindergärten, Krankenhäusern usw. gespielt. Es waren immer nur 2 bis 3 Lieder (meistens Volkslieder oder Schlager, um die anderen aufzuheitern), anschließend wurde für uns dann immer ein Tisch reserviert, wo wir dann so lange gemütlich sitzen durften, wie wir wollten, Essen und Trinken kostenlos. Wir haben damals immer eine sehr gute Stimmung gehabt, das war eine sehr schöne Zeit. So lief es dann die 1,5 Jahre bis zur Konfirmation.

Als Abschluss dieser Zeit gab es dann für alle zusammen (also auch für die anderen Gruppen, für die Bastelgruppen usw.) eine gemeinsame Konfirmandenfreizeit, ähnlich wie auf einer Klassenfahrt, aber viel schöner. Es war ein verlängertes Wochenende, das super schön gewesen ist. Die Stimmung war einmalig, wir haben viele Wanderungen und Schnitzeljagden gemacht, abends saßen wir gemütlich am Lagerfeuer zusammen. Die Stimmung unter allen war einfach unbeschreiblich toll. 

Die Meisten aus meiner Gruppe haben sich "Dinge" zur Konfirmation gewünscht, große Musikanlagen , eine schöne große Urlaubsreise oder auch ein Sparbuch für ihren späteren Führerschein. Was ich wollte, das war meiner Mutter völlig egal, sie bestand darauf, in einem Lokal einen Raum zu mieten und dort mit der gesamten Verwandtschaft, auch von weiter her, ganz groß diesen Tag zu feiern. Ich könne mir ja Geld wünschen, worauf die meisten allerdings nicht eingegangen sind (ich bekam Blumen ohne Ende, damit kann eine 15 jährige ganz bestimmt viel anfangen....).

Die anderen Mädchen sahen dann total toll aus, so richtig "cool", in Hosenanzügen oder auch Jeansröcken. Meine Mutter bestand bei mir auf einem "klassischen" Kleid, ganz in schwarz, Knielang und Schulterfrei. Auf dem Bauch ein breiter weißer Gürtel, auf dem Rücken zu einer riesen großen Schleife gebunden. Ganz schrecklich, alle älteren fanden mich an diesem Tag total süß, total niedlich, ich fand es einfach nur ganz schrecklich (ich hätte tausendmal lieber einen Hosenanzug angehabt). 

Für den Tag der Konfirmation wollte der Pastor dann Mütter haben, die sich am Ablauf mit kleinen Beiträgen (Gedichten) beteiligen. Meine Mutter konnte mal wieder (so wie auch in der Schule) nicht schnell genug hier schreien, sie will ja immer in meiner Nähe sein, alles mit mir zusammen machen. Sie hat in der Kirche dann ein lange Gedicht vorgelesen.

Der bisherige Konfirmantenunterricht fand immer im Gemeindezentrum statt, für die Konfirmation mussten wir dann jedoch in die Kirche. Mit den anderen aus meiner Gruppe hatte ich längst über mein Problem gesprochen und alle haben mir Mut gemacht, ich bin dort nicht alleine, wir gehören alle zusammen. 

Als es dann soweit war, hatte ich ein total beklemmendes Gefühl (ganz abgesehen davon, dass ich mich in diesem Kleid total unwohl, total lächerlich gefühlt habe). Die anderen aus meiner Gruppe waren dann aber wirklich total in Ordnung, es wurde ständig "getuschelt", hin und her geflüstert und gekichert, kreuz und quer durch alle Bänke. Wirklich ernst war von unserer Gruppe keiner an diesem Tag. Zum Schluss hin mussten wir dann gruppenweise nach vorne gehen, um das Abendmahl zu bekommen. Der Junge und das Mädchen neben mir waren total gut drauf, sie flüsterten sich (über meinen Kopf hinweg) immer wieder leise Witze zu, so dass wir drei immer wieder etwas lachen mussten und vom Pastor "strafende" Blicke erhielten, was uns jedoch egal gewesen ist. Es war ja eh unser letzter "Kirchentag" (mein Vater blieb übrigens draußen stehen, kam nicht in die Kirche rein). Es war wirklich mein letzter Kirchentag, abgesehen von weiteren Beerdigungen im Laufe der Jahre (mein Vater, Oma, Opa usw.) war ich seitdem in keiner Kirche mehr.

Die anderen aus meiner Gruppe bekamen dann vor der Kirche ihre Geschenke, zum Teil in Form von Gutscheinen überreicht, alles, was sie sich gewünscht haben, damals war ich sehr neidisch auf sie. Wir fuhren stattdessen zum Restaurant, zu dem angemieteten Saal. Der Saal war gut gefüllt, viele Verwandte, die ich zum Teil seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hatte. 

Dann ging die große "Fotosession" los, die Ewigkeiten gedauert hat. Ich stand ständig im Mittelpunkt (was ich ja eh immer so "liebe") und musste mit allen fotografiert werden. Mal mit der ganzen Familie, mal mit beiden Opas, mal mit den Omas, dann mit jedem einzeln, mit meinen Cousinen usw. und so fort. Ich habe gedacht, wir würden damit nie fertig werden. Mit den Geschenken im Allgemeinen konnte ich nur sehr wenig oder auch gar nichts anfangen (ich wurde ebenfalls mit jedem Geschenk in der Hand fotografiert, sollte alles ganz stolz in die Kamera halten, das hat genervt ohne Ende). Das war übrigens im Sommer 1985. 

Nun gut, damit habe ich für mich das Kapitel "Kirche" beendet. An positiver Erinnerung wird für mich auf jeden Fall immer diese Orf-Gruppe und die tolle Gemeinschaft innerhalb dieser Gruppe bleiben. 

<< vorheriger Eintragnächster Eintrag >>

Kommentar schreiben

Du musst dich Einloggen oder kostenlos anmelden um Kommentare zu schreiben