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Dienstag, 04.12. ("Schach-Matt")


Heute geht es mir alles andere als gut. Seelisch bin ich total "ausgelaugt". Der heutige Tag war einfach nur schrecklich. Es ist nichts besonderes passiert, einfach nur alles in allem. Den Nachmittag und Abend habe ich mit starken Kopfschmerzen im Bett verbracht. Ich habe natürlich Aspirin getrunken, aber es hat Stunden gedauert, bis sie einigermaßen gewirkt haben. Ich nehme an, dass es schon mehr Richtung Migräne ging, da ich ebenfalls etwas Übelkeit hatte. Jetzt geht es zwar wieder etwas besser, das "Hämmern" im Kopf hat wieder nachgelassen, aber ganz weg sind die Kopfschmerzen trotzdem immer noch nicht.

Auf der Arbeit wird es für mich immer härter. Ich versuche zwar, alle Aufgaben unter einen Hut zu bekommen, bloß nichts zu vergessen oder zu übersehen, aber mit der Zeit wird das immer schwerer. Wie sagt mein Chef immer so schön, man muss Prioritäten setzen. Schon ganz klar, aber ich frage mich im Moment ständig, wie ich das bewerkstelligen soll. Für die Vertretung für meinen Kollegen, also für die Telefonzentrale und zum Teil auch für den Postdienst, geht an manchen Tagen verdammt viel Zeit verloren. Wenn man das mal über ein paar Wochen (also als Urlaubsvertretung) durchziehen muss, das ist dann zum Teil zwar auch schon hart, aber dennoch überschaubar. Dann kann man anders planen und weiß, ab wann man sich wieder auf seine eigenen Aufgaben "stürzen" bzw. konzentrieren kann. Aber auf "unbestimmte Zeit" (es ist immer noch nicht absehbar, ab wann mein Kollege eventuell wieder Arbeiten kann, das kann sich unter Umständen noch über Monate hinziehen, eventuell kommt er Anfang des Jahres sogar noch ins Krankenhaus), das ist wirklich verdammt hart. Wenn das so weiter geht, dann bin ich wahrscheinlich die nächste, die dann ausfällt, die dann irgendwann einen totalen "Burn Out" hat, zumindest fühle ich mich im Moment so.

Heute konnte ich mich irgendwie so gar nicht auf meine Aufgaben konzentrieren. Ich war irgendwie nicht so richtig bei der Sache. Egal, worum ich mich gekümmert habe, ständig hatte ich im Hinterkopf, ob das jetzt richtig läuft, also ob ich mich für die richtige Reihenfolge entschieden habe, oder ob ich die Sachen doch besser in einer anderen Reihenfolge abarbeiten soll. In dem Moment musste ich irgendwie ans Training denken, wo man bei den Übungen immer "klare Anweisungen" bekommt, was man machen soll und worauf man achten soll. Ja, das wäre es, ist im beruflichen Alltag natürlich ein Ding der Unmöglichkeit, jemand, der mir mal genau sagt, worauf ich gerade jetzt, wo alles von Tag zu Tag unüberschaubarer wird (mit jeder neuen Post, mit jedem neuen Posteingang sozusagen), achten soll, welche Reihenfolge gerade jetzt richtig wäre und was ich "offiziell" liegen lassen darf (alles gleichzeitig geht jetzt ganz bestimmt nicht, das kann man völlig vergessen). Im Moment habe ich irgendwie die Vertretungsaufgaben besser im Griff, als meine eigenen. Ich habe Angst davor, wenn ich irgendwann mal auf den Rückstand angesprochen werde (den ich jetzt absolut nicht vermeiden kann), dass ich dann vor "Aufregung" sofort in Tränen ausbreche (was durchaus passieren kann). Als mein Freund heute Abend nach Hause kam und mich im Bett liegen sah (ich muss ziemlich blass gewesen sein), da hat er natürlich sofort gefragt, was los ist. In dem Moment kamen mir ein paar Tränen, dagegen kam ich nicht an.

Heute Mittag habe ich mich mit einer Aufgabe beschäftigt, die ich eigentlich schon einige Male gemacht habe. Ich hatte jedoch ein totales "Black-Out", konnte nicht mehr klar denken. Ich habe es noch so gut wie möglich versucht und habe im Computer (in meinen Programmen) nach früheren, ähnlichen Beispielen gesucht (um es damit zu vergleichen), gab es dann schließlich aber auf. Ich hoffe, dass ich morgen wieder besser drauf bin, dass ich mich morgen wieder besser konzentrieren kann, auch diese Aufgabe muss ich schließlich irgendwie in den Griff bekommen.

Morgen Abend habe ich (nach der KG) ja erstmal wieder Training. Darauf freue ich mich schon wieder. Bei ihm, also bei seinem Training kommt man wirklich auf andere Gedanken (so viele "Kombi-Übungen", wie er immer dabei hat). Dabei muss man "abschalten" und sich auf die Bewegungsabläufe konzentrieren, ansonsten könnte man die meisten Übungen vergessen, dann würden sich viel zu viele Fehler "einschleichen". Und wenn man bei ihm nicht ganz bei der Sache ist, das merkt er dann meistens sofort und spricht einen auch darauf an (das ist mir im Laufe des Jahres ein paar Mal passiert). 

Ich habe gestern bei der KG noch mit meiner Therapeutin über das Training, also speziell über das Boxen gesprochen, dass ich dabei bisher nicht den Mut habe, um mal mit Kraft zuzuschlagen. Wie meinte meine Therapeutin daraufhin, ich solle es doch einfach mal versuchen und wenn er den Schlag dann wirklich (wider Erwarten) nicht halten kann, dann wäre er schließlich "selber Schuld", schließlich wäre es ja seine Idee gewesen. Grins, ja im Grunde hat sie natürlich damit recht. Einen Versuch, wieviel er letztendlich wirklich halten kann, wäre es im Prinzip wert. Das wäre, nach einer stressigen Woche (wir machen es meistens Samstags als Aufwärmtraining) wirklich mal eine Möglichkeit, um sich etwas "auszupowern" (wie ich es früher auch mit den Hanteln bei der Wassergymnastik immer gemacht habe). 

So, ich hoffe, dass ich morgen seelisch wieder besser drauf bin. Gut, dass wir an den beiden Tagen nach Weihnachten Betriebsferien haben, dass wir dann also 1,5 Wochen frei haben. Diese Zeit brauche ich dann wirklich mal, um etwas abzuspannen. Ja, und auf die 3 Tage in der ersten Januarwoche, die ich ursprünglich ja eingeplant hatte, auf die verzichte ich zunächst. Aber spätestens, wenn mein Kollege dann "irgendwann" wieder im Dienst ist, brauche ich unbedingt mal etwas "Resturlaub" (ich hoffe, dass ich die Zeit bis dahin seelisch so gut es geht durchhalte). 

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Kommentare

berolina48 [Tb: Berolina48 II] - 05.12.2012 21:23
Liebe PetraM ! Danke für Deine lieben Zeilen . Ich drücke Dir die Daumen , dass diesen Arbeitsstress aushälst . Kann denn Dein Chef keine Vertretung einstellen . Vielleicht jemand der wenigstens das Telefon bedient . Einen netten Nikolaus wünscht Dir Berolina !

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