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Donnerstag, 30.08. (Geld und Sport)


Der heutige Tag war gar nicht schlecht. Auf der Arbeit habe ich direkt diese neue "Buchstütze" ausprobiert. Was soll ich sagen, ich komme damit super gut zurecht, konnte die Arbeit damit zum Teil besser "aufteilen", wodurch ich mit den Aufgaben schneller voran gekommen bin, als ich gedacht habe. Zudem habe ich heute Abend endlich mal keine Schmerzen, keinerlei Beschwerden im Nacken (was ich in der letzten Zeit sehr häufig hatte). Ja, diese kleine Anschaffung hat sich für mich voll und ganz gelohnt.

Heute Abend wollte ich dann eigentlich endlich mal wieder Fahrrad fahren. Letztens lief es über mehrere Wochen ja super gut, ich bin so gut wie täglich gefahren. Bei dem extrem warmen Wetter hatte ich dann wirklich Angst, insbesondere halt wegen meiner schlechten Trinkgewohnheiten. Im normalen Alltag hatte ich den Kreislauf zwar sehr gut im Griff, aber das Fahrradfahren war mir bei der extremen Luftfeuchtigkeit dennoch viel zu gefährlich. Ich glaube nicht, dass mein Kreislauf das dann mitgemacht hätte. 

Nun gut, inzwischen sind die Temperaturen ja schon wieder sehr viel angenehmer, was den Sport betrifft. Aber nach der wettermäßigen "Zwangspause" fällt es mir jetzt im Moment schwer, wieder in den Rhythmus zu kommen, wieder das regelmäßige Fahren abends einzuplanen (ich bevorzuge mal wieder die Aufgaben im Haushalt). Heute kam noch dazu, dass die Lampe, die Birne im Schlafzimmer kaputt gegangen ist (es war immerhin die erste, die dort seit unserem Einzug in diese Wohnung im April 2008 drin war, alle anderen haben wir seitdem bereits mehrmals ausgewechselt). Diese Birne kann ich nicht alleine wechseln. Zum einen macht man das am besten zu zweit, weil die Lampenschale mit Schrauben gehalten wird (es ist besser, wenn eine weitere Person daneben steht und die Schrauben annimmt). Ganz abgesehen davon, dass ich ohne Leiter nicht an die Decke komme. Mein Freund erzählt mir "was anderes", wenn ich (bei meinem tollen Gleichgewichtssinn) alleine auf der Leiter "rum turne", die meisten Unfälle passieren bekanntlich ja eh im Haushalt. Als mein Freund dann (gegen 22.30 Uhr) von der Arbeit kam, hat er als erstes die Birne gewechselt (ich stand mit Taschenlampe daneben). O. K., zum Fahrrad fahren hätte ich "notfalls" auch die Nachttischlampe anschalten können, aber an dieses deutlich dunklere, geschwächte Licht habe ich wirklich nicht gedacht, das wäre mir beim Fahren auch zu dunkel gewesen. 

Nun gut, vielleicht raffe ich mich morgen Abend dann endlich mal wieder zum Fahren auf, ansonsten habe ich mir bereits den 01. September als neuen "Start" für das regelmäßige Fahren gewählt (das liegt immerhin in sehr greifbarer Nähe). Das heißt, am Samstag nach dem Training werde ich damit dann ganz bestimmt nicht mehr loslegen, aber dann auf jeden Fall ab Sonntag wieder. 

Heute Abend habe ich die Nachrichten verfolgt, insbesondere den Sportteil. Diese "paralympischen Spiele" finde ich jetzt interessanter, als zuvor die Spiele der "gesunden Menschen". Ich finde es total enorm, mit wieviel Spaß, Kraft und Ehrgeiz diese Menschen an den einzelnen Disziplinen teilnehmen, wie viele Medaillen sie dort erkämpfen (davon können sich die "gesunden Sportler" durchaus eine "Scheibe abschneiden"). Zum einen der Schwimmer ohne Arme, der schneller voran kam als die meisten anderen, die ihre Arme halt zu Hilfe nehmen konnten. So wie er durch das Wasser "geschossen" ist, das hat mich schon an einen Delphin erinnert (ich spreche hier jetzt nur von den deutschen Teilnehmern). Oder auch der Fahrradfahrer mit nur einem Bein, also im Prinzip nur der halben "Antriebskraft", auch er kam schneller voran, als die meisten Anderen mit 2 Beinen, holte ebenfalls eine Medaille, ich meine eine silberne, einer war noch schneller als er, aber immerhin war er unter den ersten Drei dabei, was die meisten "gesunden Sportler" in den meisten Disziplinen ja nicht geschafft haben. Ja, die Leistung dieser Sportler finde ich total enorm, total bewundernswert.

Morgen Nachmittag kommt meine Mutter mal wieder zu Besuch, was mich jedes Mal total aufwühlt. Sie bleibt dann meistens etwa 4 Stunden. Ich kann ihr halt weiterhin kaum was recht machen, alles kann und weiß sie besser als ich und muss zu allen Bereichen meines Lebens ihren "Senf" dazu geben, wie ich alles ihrer Meinung nach besser machen kann. Letztendlich wende ich ihre Empfehlungen eh so gut wie nie an, sie ist charakterlich halt völlig anders als ich. Nächste Woche fliegt sie ja für 3 Wochen nach Mallorca, vorher möchte sie sich halt noch von mir verabschieden. Ich finde ihre Besuche immer sehr anstrengend, wenn ich mich für alles, für mein Verhalten in jeglichen Situationen "rechtfertigen" muss. 

Was uns beide z. B. auch grundlegend unterscheidet, das ist unser Verhältnis zu Geld. Viele Paare haben ja ein gemeinsames Konto, ich habe jedoch von Anfang an darauf bestanden, dass jeder von uns (wir gehen schließlich beide Arbeiten) sein Konto behält und alle wichtigen Ausgaben teilen wir uns, einer bezahlt alles, bekommt vom Anderen dann jeweils automatisch die Hälfte davon (Miete, Versicherungen, Hotelkosten im Urlaub, größere Anschaffungen, z. B. Möbel oder Elektrosachen). Das läuft bei uns von Anfang an total super, völlig ohne Probleme. 

Meine Mutter kann mit Geld nicht umgehen, sobald sie Geld in den Händen hat, geht sie damit los, guckt, wofür sie es ausgeben kann und in "Null Komma Nix" ist es weg. Sie hat damals Einzelhandelskauffrau gelernt, ging direkt danach aber ins Büro, in die Buchhaltung, wo sie mehrere Jahre, bis zu meiner Geburt, gearbeitet hat. In den ersten Jahren blieb sie dann zu Hause. Mein Vater hat immer schon sehr gut verdient, hat ihr regelmäßig Woche für Woche "Taschengeld" gegeben (schon alleine diese Situation ist für mich heute unvorstellbar), für sie selbst und für mich. Das Geld floss nur so durch ihre Finger. Schließlich hat es meinem Vater gereicht, er hatte gar keinen Überblick mehr. Er bestand dann darauf, dass sie ein "Haushaltsbuch" führt, wofür sie sein Geld im einzelnen ausgab. Gegen die wichtigen Sachen hatte er ja nichts, aber der viele "Tennef", den sie nebenbei holte, das musste auf Dauer wirklich nicht sein. Der Haussagen hing bei uns deswegen so einige Male schief. 

Dann war meine Mutter es leid, ständig dafür Rechenschaft ablegen zu müssen, was und warum sie sich etwas gekauft hat und fing schließlich wieder stundenweise als Verkäuferin an zu Arbeiten. Sie machte viele Gelegenheitsjobs, mal hier ein paar Wochen, dann dort ein paar Monate, dann mal wieder nur ein paar Wochen, in den verschiedensten Geschäften, Lebensmittel, Elektrotechnik oder Kleidung. Immerhin ging sie mit diesem Geld dann etwas "sorgsamer" um, etwa die Hälfte gab sie aus, die andere Hälfte sparte sie heimlich für einen Führerschein. Mit dem Führerschein fing sie an, als sie Mitte 30 war (ich war damals 10 Jahre), machte alles heimlich, ging sogar extra in eine Fahrschule in einer anderen Stadt, damit sie dort möglichst von keinem erkannt wird. Erst am Tag der Prüfung, die sie beim ersten Mal bestanden hat, was groß mit der Familie und Freunden gefeiert worden ist, hat mein Vater davon erfahren. Er hat getobt ohne Ende, hatte dafür kein Verständnis und wollte sie zunächst auch nicht mit seinem Auto fahren lassen. In den ersten Jahren "übte" sie dann immer mit den Autos von Freunden und Bekannten, bis mein Vater sie dann auch endlich unser Auto fahren ließ (warum er so krass reagiert hat, das weiß ich auch nicht). 

Ich wollte niemals von einem Mann so abhängig werden, wie meine Mutter von meinem Vater, wollte imer meine Selbständigkeit behalten. O. k., das Autofahren habe ich inzwischen "an den Nagel gehangen", ob für immer, das wird die Zukunft dann zeigen. Mein Ängstlichkeit nach den Unfällen ist im Moment einfach zu groß. Wie heißt es immer so schön, wer vom Pferd fällt, soll wieder aufsteigen und weiter Reiten. Das kann ich aber nicht, in keinem Bereich. Wenn ich Probleme habe oder Fehler gemacht habe (so wie beim Autofahren), dann ziehe ich mich höchstens zurück und habe Angst vor dem nächsten Versuch. Natürlich könnte es auch sein, dass dieser Fehler dann einmalig war, dass ich gerade in solchen Situationen dann mehr aufpassen würde, dass es mir nie wieder passieren wird, aber die Angst vor einer Wiederholung ist bei mir dann einfach zu groß. 

Das bezieht sich bei mir zum Teil auch auf sportliche Sachen. Mein Freund hat mir ja vor 2 Jahren zum Geburtstag ein ganz neues Fahrrad geschenkt. Die ersten Fahrversuche im letzten Jahr (nach rund 20 Jahren Fahr-Pause) waren ja völlig unmöglich, mir fehlte völlig das Gleichgewicht, ich konnte mich darauf nicht gerade halten, ging ständig mit den Füßen wieder runter auf den Boden (auch zum Bremsen) und meine Arme zitterten ohne Ende, ich konnte den Lenker nicht eine Minute ruhig halten. Mein Training an sich läuft ja bestens, ich bin seit rund 3 Wochen so gut wie schmerzfrei (zumindest im Rücken, abgesehen vom Muskelkater im rechten Fuß und den gelegentlichen Problemen im rechten Bein) und die gestrigen Übungen mit den Hanteln hätte ich mir im letzten Jahr im Leben nicht zugetraut. In den letzten Wochen war das Wetter ja super schön, aber ich habe trotzdem keinen neuen Versuch gewagt, nochmals das Fahren zu üben (mein Freund hat mich mehrmals darauf angesprochen, ich habe jedoch jedes Mal abgeblockt, worüber er ganz enttäuscht ist). Ich hatte Angst davor, dass es wieder nicht klappt, dass mir dazu weiterhin die Kraft und das Gleichgewicht fehlt. Es mag sein, dass es beim nächsten Mal total super klappt, dass ich einfach aufsteige und losfahre, trotzdem habe ich vor diesem erneuten Versuch im Moment eine große Angst (obwohl ich es eigentlich sehr, sehr gerne wieder machen würde, aber die Angst überwiegt im Moment am meisten).

Genauso ist es bei manchen KG-Übungen, mit denen ich früher zum Teil bereits Probleme hatte. Es mag sein, dass ich davon die eine oder andere Übung inzwischen ganz gut kann (es gibt mehrere Übungen, an die ich jetzt denke), aber da ich früher damit bereits Probleme hatte, bekomme ich heute direkt Angst, wenn solche oder ähnliche Übungen angesagt werden und sofort fallen mir diese Übungen dann doppelt und dreifach so schwer. Dann gegen diese Angst anzukämpfen, den Mut zusammen zu nehmen und versuchen, die Übung so gut wie möglich durchzuführen, das fällt mir dann total schwer. Ein paar Übungen, die ich früher fast gar nicht konnte, die klappen inzwischen zum Teil schon sehr gut, aber vor den anderen Übungen habe ich weiterhin große Angst (die meisten Übungen, an die ich jetzt denke, hängen mit dem großen Gymnastikball und zum Teil auch mit der Sprossenwand zusammen, woran ich als Kind sehr viele KG-Übungen durchführen musste, womit ich ganz große Schwierigkeiten hatte). 

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