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Freitag, 29.06. Carolinensiel


Der heutige Tag war im großen und ganzen sehr schön. 

Er fing schon super gut an. In diesem Hafen ist ein Denkmal, 2 Männer, also 2 Figuren sitzen auf der Kaimauer. Einer dieser Männer lehnt mit dem Oberkörper auf dieser Mauer und guckt sozusagen Richtung Hafen. Von unserem Frühstücksraum aus kann man diese Figuren sehr gut sehen. Während wir heute morgen gefrühstückt haben, sah ich etwas aus dem Fenster, habe eigentlich die Fischerboote beobachtet. Zunächst nahm ich nur im Unterbewusstsein wahr, dass 2 ältere Menschen, Mann und Frau (durchschnittlich 70 bis 75 Jahre) mit dem Fahrrad an der Mauer hielten. Die Frau ging auf die beiden Männer, auf diese Figuren zu. Dort hob sie dann ihr rechtes Bein. Ihr Mann stand mit einem Fotoapparat daneben. Mein erster Gedanke war, dass sie aus Scherz so machen würde, als wenn sie die Figur in den Po "treten" würde, warum auch nicht, eine originelle Idee. Dann ging der Mann zu ihr, gab ihr die Hand und die Frau krabbelte total umständlich auf den Rücken dieser Figur (die auf der Mauer lehnte). 

In diesem Moment konnte ich mir ein Grinsen nicht mehr verkneifen, das sah zum Schießen aus. Mein Freund, der mit dem Rücken zum Fenster saß, fragte was los ist. Ich zeigte nur auf die Beiden und fing an zu lachen. Mein Freund drehte sich um (die Frau versuchte gerade sehr umständlich, sich auf dem Kopf dieser Figur abzustützen) und fing ebenfalls voll an zu lachen. Dann wurden nach und nach alle Anderen im Frühstücksraum auf diese Situation aufmerksam. Alle hörten auf zu Essen und guckten raus. Die gesamte Situation zog sich über mindestens  5 bis 10 Minuten hin. Die Frau nahm immer neue Positionen auf dieser Figur ein und ihr Mann fotografierte fleißig weiter. Im Raum kamen immer mehr Sprüche nach dem Motto "Was kommt denn jetzt, das gibt es doch nicht, das kann doch nicht wahr sein, je oller je doller..." usw. Wir waren schließlich alle am Lachen ohne Ende, meine Tränen liefen nur noch so, erst als die Frau (ebenfalls sehr umständlich) von der Figur wieder runter war und mit dem Fahrrad weggefahren ist, konnte ich mich wieder beruhigen und zu Ende essen. Aber selbst danach fielen noch weitere Sprüche nach dem Motto "So etwas haben wir hier noch nie gesehen, in dem Alter, kann nur noch schlecht Laufen, macht aber die tollsten Bewegungen auf dieser Figur". Ja, das war ein super schönes Frühstück, jeder hat mit jedem gesprochen und die Sprüche über diese Situation waren wirklich vom Feinsten. 

Das "passiert" mir immer wieder, wenn ich so richtig Lachen muss, wenn ich einen Lachanfall bekomme, dann laufen mir sehr schnell die Tränen. Dann sehe ich so aus, als wenn ich weinen würde. Bis ich mich dann wieder beruhige, das dauert dann meistens mehrere Minuten. Über diese Situation von heute morgen haben wir im Laufe des Tages noch mehrmals so richtig gelacht.

Heute morgen war es hier zunächst dick bewölkt, in der Mittagszeit kam die Sonne dann durch, Nachmittags dicke Wolken und ein paar wenige Regentropfen und gegen Abend kam die Sonne dann wieder durch. 

Heute Mittag sind wir dann nach Carolinensiel gefahren, unserem Nachbardorf. Dort war es sehr schön ("klein aber fein"). Zuerst haben wir einen kleinen Geschäftebummel gemacht. Dann sind wir am "historischen Museums-Hafen" entlang gebummelt, wo mein Freund so einige Fotos von den alten Schiffen gemacht hat. Mit der Zeit bekam ich jedoch Probleme. Mein Rücken hat sich immer öfter, zum Teil mit sehr intensiven Schmerzen gemeldet. Schließlich habe ich dann mehrere kleine Sitzpausen gemacht (dort waren sehr viele Bänke) und mein Freund ging weiterhin auf Fototour (der untere Rücken, das Hohlkreuz, also der LWS-Bereich hat sich immer mal wieder mit heftigen, stechenden Schmerzen bemerkbar gemacht, nach kurzem Sitzen mit "Becken nach vorne" ging es mir jedes Mal wieder deutlich besser). 

Dann haben wir die "Haltestelle" eines Schiffes, eines Raddampfers gesehen (www.reederei-albrecht.de). Damit haben wir dann eine 1,5 stündige Rundfahrt nach Harlesiel und wieder zurück gemacht. Die Hinfahrt war sehr schön, wir saßen oben, also im Freien, die Sonne schien und es war angenehm warm. Auf der Rückfahrt wurde es immer ungemütlicher. Der Himmel zog sich zu, die Sonne ging ganz weg und es wurde immer windiger und kühler (ich zog schließlich sogar meine Jeans-Jacke an, die ich zum Glück vorsichtshalber mitgenommen hatte). Bezüglich meiner "Seekrankheit" musste ich mir auf diesem Schiff keine Gedanken machen, das Wasser war absolut ruhig und das Schiff fuhr extrem langsam, rein theoretisch hätte man mit zügigem Schritt auch daneben her laufen können. Aber die Fahrt an sich, die Sicht vom Schiff aus war wirklich schön.

Kurz nach der Schifffahrt fing es leicht an zu regnen. Wir sind dann zunächst in weitere Geschäfte gegangen. In einem Geschäft haben wir eine kleine Mühle aus Holz gesehen (20 cm hoch). Es ist ein Bausatz mit vorgefertigten Teilen und Solarbetrieb, um die Flügel zu bewegen. So viele Mühlen, wie wir hier schon gesehen haben, konnte ich nicht widerstehen, es ist eine schöne Erinnerung an diesen Urlaub. Da mein Freund ja ein gelernter Holzmechaniker ist, freut er sich schon auf diese kleine Herausforderung, diese Mühle für unseren Balkon fertig zu "basteln". Über diese Mühle, über dieses Andenken habe ich mich wirklich gefreut. 

Als wir wieder in Neuharlingersiel waren, gingen wir etwas am Hafen und am Strand spazieren. Mein Freund holte sich ein Krabben-Brötchen. Dann kamen die Möwen, zunächst eine, dann zwei und dann plötzlich 5 oder 6 auf einmal, dann kamen immer mehr. Sie kamen immer näher, machten einen mächtigen Lärm. Sie flogen sehr nah über unsere Köpfe, wir dachten schon, sie würden jeden Moment auf einem von uns landen (wir haben bereits gesehen, wie eine Möwe mitten vor den Rücken einer Frau geflogen ist, sie hat sich mächtig erschrocken und hat laut aufgeschrien). Mein Freund traute sich schließlich kaum noch in das Brötchen zu beißen, die Möwen kamen immer näher. Es hat mich sehr an "die Vögel" von Alfred Hitchcock erinnert. Schließlich hatte mein Freund keine Ruhe mehr, er warf das restliche Brötchen im hohen Bogen auf die Wiese und die Möwen stürzten sich alle direkt darauf. In "Null Komma nix" war es weg. Wir beide sind dann direkt "geflüchtet". 

Morgen werden wir nach Emden fahren. Wir sind ja beide auf verschiedenen Internetseiten aktiv. Mein Freund hat mit einem Mann (in unserem Alter) seit längerer Zeit einen regen Chat-Kontakt, warum auch nicht, die beiden haben viele gemeinsame Interessen. Als dieser Mann hörte, dass wir hier unseren Urlaub verbringen, erfuhren wir, dass er in Emden wohnt. Er lud uns dann "auf einen Kaffee" ein. Als mein Freund mich dann fragte, ob ich was dagegen hätte, ihn im Urlaub zu besuchen, war ich zunächst total überrascht, habe dann sofort zugestimmt. Warum auch nicht. Morgen Mittag wollen wir zunächst durch Emden bummeln und Nachmittags sind wir dort dann verabredet. Er ist verheiratet, mal sehen, wie ich mich mit seiner Frau verstehe. So klein, wie unser Bekanntenkreis ist, ist ein solches Treffen für uns immer was ganz Besonderes. Aber ich finde es zum Teil auch echt schön, mal wieder neue Menschen kennenzulernen. Irgendwie freue ich mich schon auf morgen. 

Ich hoffe, dass die Rückenschmerzen stabil bleiben, dass es in den nächsten beiden Tagen nicht schlimmer wird. Am Montag habe ich ja direkt wieder Therapie. Ich bereue es ganz bestimmt nicht, dass ich direkt für Montag Morgen den Termin für das PT fest gemacht habe. Wie gesagt, ich hoffe, dass die Schmerzen stabil bleiben, damit ich die nächsten beiden Tage an der Nordsee noch so gut wie möglich genießen kann. Morgen werde ich auf jeden Fall genug neue Eindrücke bekommen, um mich so gut wie möglich vom Rücken "abzulenken".

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Kommentare

Karoline - 30.06.2012 07:27
Wir waren auch schon richtig oft in Carolinensiel :)
Das ist ja ein ganz süßer kleiner Ort.
Das mit den alten Leuten, die sind da oben so genial drauf :D
Und gute Besserung für deinen Rücken :)


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