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Freitag-23.12.11


Der heutige Tag war sehr schön, teilweise sehr "actionreich" (beim Personal-Training) und teilweise ruhig und entspannend.

Ich bin froh, dass ich mir heute Urlaub genommen habe, so dass wir das PT durchführen konnten. Zu Beginn überraschte mich mein Trainer mit einem Weihnachtsgeschenk, einem Gutschein, über den ich mich sehr gefreut habe. Dieses Geschenk, diese Aufmerksamkeit, würde er seinen Kunden jedes Jahr zu Weihnachten machen. Allerdings war es mir in diesem Moment auch etwas peinlich, da ich nichts für ihn hatte... Ich hatte zwar zuvor darüber nachgedacht, ob ich ihm eine Kleinigkeit mitbringen solle (zumal er sich mit dem Training wirklich immer sehr viel Mühe gibt, es ist immer wieder total abwechslungsreich), aber da ich mit ihm erst seit Mitte November trainiere, ihn also bisher noch relativ wenig kenne, hatte ich mir gedacht, dass ich mit solchen Geschenken erst im nächsten Jahr anfangen werde. In dem Moment, als er mir dann diesen Gutschein gegeben hat, war es mir dann doch peinlich, dass ich gar nichts für ihn hatte... 

Das Training war wieder sehr intensiv und abwechslungsreich, anschließend hatte ich dann noch etwas Muskelkater in den Beinen und im unteren Rücken, was im Laufe des Abends aber immer schwächer geworden ist. An das nächste Training, am kommenden Freitag, denke ich allerdings mit gemischten Gefühlen. Einerseits freue ich mich wirklich schon wieder darauf, aber andererseits weiß ich schon in etwa, was auf mich zukommt und darauf freue ich mich nicht so wirklich. Er hat heute zum Schluss bereits angekündigt, dass wir nächste Woche verstärkt mit so einem großen Gymnastikball arbeiten werden und (wegen Probleme mit dem Gleichgewicht) hasse ich solche Übungen total. Ich weiß zwar, dass sie gerade bei Rückenproblemen immer sehr wirkungsvoll sind und von vielen Physiotherapeuten liebend gerne durchgeführt werden, dennoch hasse ich diese Übungen total. In dem Gymnastikraum, in dem wir immer trainieren, gibt es zwar einen solchen Ball, aber der ist mächtig klein, im Prinzip etwas für Kinder (dass es diese Bälle überhaupt in verschiedenen Größen gibt, das war mir gar nicht bewusst). Um mit mir jetzt weitere rückengerechte Übungen durchführen zu können, hat er extra einen neuen, größeren Ball besorgt (eins muss man ihm lassen, er setzt sich wirklich so gut es geht für seine Kunden ein!!). 

Bei den Übungen hat er mal wieder auf jede Kleinigkeit geachtet. Er führt grundsätzlich immer nur "Kombi-Übungen" durch, bei denen man auf alles gleichzeitig achten muss, auf die richtige Beinhaltung, die Bewegungen der Arme, geraden Rücken, Bauch anspannen, Kopf gerade halten (in "Verlängerung" der Wirbelsäule) und natürlich dabei das Atmen nicht zu vergessen. Ich kann mich noch so anstrengen, ich schaffe es einfach nicht, alles komplett unter Kontrolle zu halten, irgendetwas vergesse ich jedes Mal, mal ist mein Bauch zu locker, dann halte ich die Luft zu intensiv an, dann halte ich den Kopf mal wieder falsch (nicht ganz gerade) oder falle während der Übung zu sehr ins Hohlkreuz. Wenn er mich zu sehr korrigieren musste, dann entschuldige ich mich zum Teil sogar dafür, aber dann blockt er jedes Mal ab, dass das gar kein Problem wäre, dafür wäre er schließlich da, dafür würden wir zusammen trainieren. 

Aber seine Beobachtungsgabe ist so gut, dass man bei ihm nicht im geringsten "Improvisieren" kann. Bis ich vor rund 2 Jahren mit der KG in Einzeltherapie begonnen habe, war ich mein Leben lang sportmäßig nur in Gruppen. Selbst als ich als Kind zur KG musste, war es immer in Gruppen von mindestens 3 Personen oder mehr. Ich hatte immer schon sehr schwache Muskeln und war von Kindheit an vom Charakter her sehr still und ruhig, in den Gruppen ging ich immer völlig "unter", alle Therapeuten haben sich grundsätzlich mehr um die Anderen gekümmert. Um nicht völlig unter zu gehen und bei den einzelnen Übungen so gut es geht mitzukommen, habe ich es mir schon sehr früh angewöhnt, beim Sport immer weitestgehend zu "improvisieren", bei manchen Übungen nur andeutungsweise "so zu tun als ob" und bei anderen Übungen die Hauptkraft aus dem "falschen" Körperteil zu nehmen, hauptsache die Übung sah bei mir ansatzweise so ähnlich aus wie bei den Anderen. Dieses "Verhalten" zog sich beim Sport dann durch mein ganzes Leben, auch als ich als Erwachsene in verschiedenen Gymnastikgruppen gewesen bin. 

Als dann vor rund 2 Jahren zum ersten Mal wieder von gezielter KG die Rede gewesen ist, habe ich natürlich sofort gedacht, dass es im Prinzip genauso laufen würde wie damals, dass ich mit viel "Improvisation" versuchen würde, so gut es geht mitzukommen. Aber dann bekam ich zum ersten Mal KG in Einzeltherapie, was für mich eine völlig neue Erfahrung gewesen ist. Man kann nun nicht sagen, dass jeder Physiotherapeut im gleichen Maße aufmerksam ist, manche "sitzen" während dieser Therapie wirklich nur ihre Zeit ab und achten nicht im geringsten auf die richtige Ausführung bei den einzelnen Übungen. Aber zum Glück gibt es auch die positiven "Ausnahmen", die so richtig bei der Sache sind, die einen gut motivieren können und wirklich auf jede kleine Kleinigkeit aufpassen.

Ja, und bei so einer Physiotherapeutin bin ich dann rund ein 3/4 Jahr gewesen und habe mit Ihrer Hilfe zum Teil sehr gute Erfolge erzielt. Weil mir das wirklich sehr gut gefiel, dass jemand so gut mit aufpasst, mich immer aufs Neue motiviert und mir gleichzeitig zu Erfolgen (und damit zu einer Schmerzlinderung) verhilft, entstand aus diesem Gedanken heraus die Idee, mit dem Personal-Training zu beginnen (was ich auch keinesfalls bereue!!). Ja, und charakter- bzw. trainingsmäßig hat mein Personal-Trainer mit dieser Physiotherapeutin wirklich sehr viel Ähnlichkeit. Ein Improvisieren ist bei ihm nicht im geringsten möglich, er achtet auf jede Kleinigkeit und "prüft" auch immer wieder (indem er mich kurz am Arm, am Bauch usw. berührt), ob ich auch wirklich die richtigen Muskeln anspanne (wenn nicht, spricht er mich sofort darauf an). Wenn ich eine Übung so gar nicht richtig hinbekomme, dann ist er sehr flexibel und der gesamte Ablauf wird kurzerhand geändert, bis dann schließlich wirklich alles stimmt.

Die meisten Übungen haben heute sehr gut geklappt, abgesehen von vielen Korrekturen, weil ich immer wieder vergessen habe, den Bauch gleichzeitig mit anzuspannen und auch immer wieder die Luft zu intensiv angehalten habe. Aber ansonsten verlief es heute sehr positiv. Eine meiner "Schwachstellen" sind jedes Mal die Beine. Als Kind hatte ich (noch bevor die Erkrankung, die Verbiegung der Wirbelsäule aufgefallen ist) mächtige X-Beine, die Knie sind beim Laufen mächtig aneinander gerieben und haben "Feuer geschlagen", wurden immer wieder ziemlich rot. Bei der damaligen KG habe ich gelernt, die Zehe immer zu den Außenseiten zu drehen, damit die Knie nicht mehr zusammentreffen können. Diese Stellung habe ich mein Leben lang so beibehalten, sie ging bei mir völlig ins Blut über. Bei der KG gehören Kniebeugen (so, als wenn man sich mit geradem Rücken hinsetzen wolle) mit verschiedenen Bewegungsabläufen der Arme fast jedes Mal dazu und fast jedes Mal (auch heute wieder) halte ich dabei die Füße falsch, die dabei eigentlich gerade, parallel stehen sollen, so dass die Knie, wenn man runter geht, gerade nach vorne gehen und nicht zu den Seiten. Das ist halt eine ganz typische Schwachstelle bei mir, die jedes Mal aufs Neue korrigiert werden muss.

Am schwersten fand ich heute mal wieder die "typische" Übung für die Bauchmuskeln, die Sit-Ups. Auf dem Rücken liegend, die Beine im rechten Winkel anheben, ich bekam ein Theraband in die Hände, mit den Händen dann über dem Kopf beginnend, den Bauch anspannen und mit dem Oberkörper hochkommen, das Band auf den Knien ablegen (eigentlich so weit wie möglich in Richtung Füße), langsam wieder den Oberkörper etwas ablegen und wieder hoch, das Band von den Knien nehmen und es wieder oberhalb vom Kopf ablegen. Wenn ich diese Übung ein paar Mal durchgeführt habe, fange ich jedes Mal mächtig an zu schwitzen und der Bauch zittert immer mehr. Von mal zu mal fällt es mir schwerer, bis ich schließlich kaum noch hochkomme. Meine Bauchmuskeln sind mächtig schwach. Bei anderen Übungen, die eigentlich für den Bauch gedacht sind, habe ich früher halt auch immer improvisiert und habe die Hauptkraft aus den Oberschenkeln heraus genommen, was meistens auch ziemlich gut geklappt hat (Hauptsache der Bewegungsablauf an sich stimmte innerhalb der Gruppen immer). Dafür muss ich jetzt während des PT halt umso mehr kämpfen und mich mächtig anstrengen, um die Übungen so gut es geht durchzuführen.

Nach dem PT hat mein Freund mich dort dann abgeholt und wir sind Einkaufen gefahren, haben die letzten Weihnachtsgeschenke geholt. Dafür, dass wir eigentlich kaum Ideen hatten, haben wir letztendlich ein paar sehr schöne Sachen bekommen. Heute Abend ging es dann ans große Einpacken. Ich hasse es, Sachen einzupacken, so etwas liegt mir ganz und gar nicht, aber dem Rest unserer Familie gefällt es immer so gut, die Überraschung, wenn sie alles auspacken müssen, also habe ich es mir im Wohnzimmer auf dem Boden "bequem" gemacht (bis mir mein Po vom Sitzen auf dem harten Boden weh getan hat), habe alles um mich herum ausgebreitet und dann ging es los. Immerhin war das Fernsehprogramm nicht schlecht, so dass ich mich damit dabei noch etwas ablenken konnte. Aber mit dem Einpacken ging der Abend letztendlich dann sehr schnell vorbei.

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