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Montag-19.12.11


Der heutige Tag ist viel, viel schöner verlaufen, als ich je damit gerechnet hätte. Ich war von morgens an irgendwie so richtig gut drauf. Dazu kam die Schmerzfreiheit, bis auf ein ganz minimales Ziehen im unteren Rücken, das kaum wahrnehmbar war, ging es mir so richtig blendend. Diese gute Laune hielt dann auch den ganzen Tag über an. 

Am Vormittag hatte ich zunächst die "Untersuchung" in der Uniklinik, die schon wieder mal ein "Witz" gewesen ist. Für diese Untersuchung war eigentlich eine Stunde anberaumt, wir waren jedoch, mit viel Reden, nach etwa 40 Minuten komplett fertig und sind dann noch in weitere lockere Gespräche übergegangen, um die Zeit zu überbrücken, damit wir die Stunde Behandlungszeit voll bekommen. Die Chemie zwischen der Physiotherapeutin und mir stimmte sofort und in den letzten Minuten haben wir nur noch "gegibbelt", gelacht und gute Sprüche abgelassen, ja die Stimmung im Allgemeinen war sehr gut. 

Zuerst sind wir einen Fragebogen durchgegangen, seit wann ich die Schmerzen habe, was ich bisher dagegen gemacht habe und wie meine Zukunft diesbezüglich aussieht. Außerdem wie mein sonstiges Freizeitverhalten aussieht, wie die Arbeiten im Haushalt ablaufen und wie mein Arbeitsalltag aussieht, also die Arbeitsabläufe an sich, einschließlich dem höhenverstellbaren Schreibtisch. Dann hat sie mich kurz "untersucht". Ich musste mich ausziehen und verschiedene Bewegungen durchführen, wie weit ich mich jeweils dehnen kann. Mit dem Oberkörper zur Seite neigen, mit feststehender Hüfte zu den Seiten drehen (was meine Therapeuten Woche für Woche mit mir üben), mit dem Oberkörper so weit es geht nach vorne, nach unten neigen usw. Sie hat zwar zum Teil vorsichtig versucht, mich noch ein Stück weiter zu dehnen, hat aber selber sofort gemerkt, dass dort totale Sperren sind, dass es wirklich nicht mehr weiterging. Dann hat sie, so wie jeder Physiotherapeut, "festgestellt", dass ich zum Teil erhebliche Bewegungseinschränkungen habe, was sie so auch dem Arzt mitteilen wird. 

Dann musste ich mich ein paar Minuten lang mit dem Bauch auf eine Liege legen. Sie hat dann sehr vorsichtig den ganzen Rücken abgetastet. Im Bereich LWS und Steißbein tat ihre Berührung sofort so weh, dass ich zusammen gezuckt bin und mich völlig verspannt habe. Sie sagte direkt, dass sie mir keinesfalls weh tun möchte. An den unteren Rücken ist sie dann nicht mehr gegangen. Sie würde dem Arzt sagen, dass ich dort berührungsmäßig sehr schmerzempfindlich bin (meine Reaktion wäre eindeutig gewesen), aber woher diese Schmerzen kommen, könne sie unmöglich sagen. 

Sie vermutet, dass der obere Rücken eventuell eine Rolle dabei spielen könnte. Durch das Hohlkreuz habe ich im Laufe meines Lebens eine mächtige Schonhaltung, also einen extrem runden Rücken eingenommen, um die Fehlhaltung und die Schmerzen im unteren Rücken zu "überspielen". Dadurch sei ihrer Meinung nach der BWS-Bereich völlig verhärtet und verspannt. Die Bewegungseinschränkungen in diesem Bereich seien erheblich, dadurch müsse ich viel mehr aus dem unteren Rücken heraus arbeiten (also mich bewegen), wodurch im Laufe der Jahre im unteren Rücken eine enorme Überbelastung entstanden sei (so war zumindest ihre Theorie). Aufgrund der jahrelangen Schmerzen, also dem ausgeprägten Schmerzgedächtnis, gehe sie nicht davon aus, dass ich diese Schmerzen jemals wieder ganz wegbekommen werde. Sie glaubt oder vermutet aber, wenn der BWS-Bereich wieder freier beweglich wäre, dass sich dann der gesamte Rücken wieder lockern und entspannen würde und ich dadurch eine Schmerzlinderung bekommen würde.

Als Therapie empfahl sie in erster Linie Massagen. Sie meinte, für eine reine KG in diesem Bereich sei ich dort viel zu verspannt, in dem jetzigen Zustand würde das nicht allzu viel bringen. Dieser Bereich müsste manuell mit gezieltem Druck "auseinander gedrückt" werden (dafür soll es eine spezielle Art der Massage geben), danach könne man dort dann gezielt die KG ansetzen, um eine weitere bzw. dauerhafte Stabilisierung in diesem Bereich zu erreichen. Dass man das nicht mit einer einzigen Behandlung in den Griff bekommt, das sei völlig klar, dazu ist dieser Bereich insgesamt schon viel zu hart. Sie empfahl mir, da ich ja eh 2 Mal wöchentlich KG mache, einmal den Schwerpunkt auf den oberen Bereich zu legen und einmal auf einen der anderen Bereiche, also z. B. Beine, Füße, Arme usw. So will sie es auf jeden Fall dem Arzt dann ausrichten.

Normalerweise würden solche Gespräche, solche Termine dann so weiterlaufen, dass sie mich überreden müsse, mehr Sport, mehr KG usw. zu machen. Da sie ja schon von unserem Gespräch her wusste, dass ich eh regelmäßig KG und PT durchführe (und ab Januar gehe ich einmal wöchentlich für eine Stunde in die Gruppe mit der rückengerechten Gymnastik, ich habe heute Abend mit der Leiterin dieser Schule gemailt, das geht auch auf jeden Fall klar), sah sie keinen Sinn darin, dieses Gespräch "normal" weiterzuführen. Deswegen wurden wir dann immer lockerer und haben uns dann nur noch ganz allgemein unterhalten.

Auf dem Weg nach Hause habe ich dann eine Frau aus meiner bisherigen Gruppe bei der Wassergymnastik getroffen. Wir kamen sofort ins Gespräch und haben uns sehr nett unterhalten. Als sie mir erzählt hat, dass die Gruppe mich vermisst hat, dass sie sich Sorgen um mich gemacht haben, wie es mir wohl gehen würde, habe ich mich darüber sehr gefreut. Irgendwie habe ich gedacht, dass die Anderen mich längst vergessen hätten. Dass ich diesen Abschied vom Institut wirklich durchziehen würde, damit hätte keiner von ihnen gerechnet. Aber sie fand es gut, dass es mir dadurch jetzt besser geht und meinte deswegen auch, dass es für mich persönlich auf jeden Fall die richtige Entscheidung gewesen ist. Natürlich habe ich zu ihr gesagt, dass sie den Anderen schöne Grüße bestellen soll. Die Gruppe war wirklich toll, ich hoffe, dass ich mit der neuen Gruppe, bei der Rückengymnastik, im Laufe der Zeit auch so viel Spaß bekommen werde.

Heute Nachmittag war ich dann im neuen Institut zur KG, was wieder super gewesen ist. Die Entscheidung, dorthin zu wechseln, bereue ich ganz bestimmt nicht, ganz im Gegenteil. Nur bezüglich der empfohlenen Massagen muss ich sehen, wie es jetzt weitergeht (wer weiß, vielleicht hilft mir das ja wirklich und bringt mir Linderung). Meine neue Physiotherapeutin kann zwar einige Massagetechniken, aber die beschriebene, die Rippen, den BWS-Bereich "auseinander zu drücken", das kann sie nicht und das würde sie auch nicht machen. Dazu solle ich besser zu einem "richtigen" Masseur gehen. Ja, in diesem Moment musste ich natürlich an meinem Masseur denken. Ich weiß zwar nicht, ob er diese Technik auch kann, aber er kann mehrere Techniken, also warum sollte diese dann nicht dazu gehören. Zu ihm hätte ich auf jeden Fall genug Vertrauen, aber das ändert alles an meiner Entscheidung nichts, dass ich die Therapie dort in dieser Woche beenden werde.... Das hat ja nichts mit ihm zu tun, ganz im Gegenteil, bei ihm würde ich ja eh liebend gerne in Behandlung bleiben, aber mit dem ganzen drum und dran, einschließlich dem ganzen Terminchaos, bin ich froh, dass dieses Institut in Kürze für mich "Geschichte" ist. Ja, jetzt muss ich mich notgedrungen wirklich auf die Suche nach einem anderen Masseur machen, der mir dann hoffentlich helfen kann. 

Die heutige KG war dann echt gut, im Prinzip 3-geteilt. Zuerst lag ich auf dem Rücken (auf der Liege), die Beine auf dem großen Würfel (aber nur, damit mein Rücken gerader ist) und sie setzte sich hinter meinen Kopf. Nach einer kleinen, kräftigen und etwas schmerzhaften Schulter- und Nackenmassage nahm sie vorsichtig meinen Kopf (ich sollte völlig locker lassen) und drehte, bewegte und dehnte ihn in die verschiedensten Richtungen. Danach Spannung im Oberkörper und den Kopf etwas anheben. Sie drückte mit ihrer Hand aus verschiedenen Richtungen dagegen (Stirn, seitlich usw.) und ich musste den entsprechenden Gegendruck erzeugen. Im Laufe der Zeit fiel mir das immer schwerer und das Zittern im HWS-Bereich wurde immer intensiver.

Danach sollte ich mich auf den Bauch legen und bekam von ihr eine kleine Massage für den oberen Rücken, in erster Linie für den Bereich der Schulterblätter. Sie wollte sich für die zukünftigen Massagen schon mal einen kleinen Eindruck verschaffen. An den Schulterblättern war es dann mal wieder eine mächtige Berg- und Talfahrt, was Stellenweise ziemlich weh getan hat, es war aber noch ganz gut auszuhalten. Sie sagte, sie habe viele Patienten für KG und Massagen, aber keine sei so verhärtet, wie es bei mir der Fall sei. Ich sei KG und Massage-mäßig für sie eine richtige Herausforderung, auf die sie sich freuen würde (im Prinzip die gleichen Worte, die mein neuer Personal-Trainer nach dem ersten Training ebenfalls gesagt hat). Sie meinte, mein oberer Rücken (mehr kennt sie bisher ja noch nicht) sei nicht nur "verhärtet", der sei schon richtig "verstahlt". Nun gut, dafür bin ich ja schließlich in Behandlung. Wenn das nicht wäre, wenn ich gesund wäre, dann könnte ich mir das alles sparen.

Ja, und heute Abend hatte ich dann die Mail von dieser "medizinischen Sportschule". Ich sehe diese Gruppe ja als Ersatz für die bisherige Wassergymnastik und auch für das "freie Schwimmen", bei dem ich mich immer wieder mit Personen getroffen habe. Im Vergleich dazu, was ich im letzten Jahr für das Schwimmen bezahlt habe (ich bin über Monate jeden Montag, Mittwoch und Freitag Schwimmen gegangen), ist diese Schule dann sogar billiger. 

Insgesamt läuft mein Leben im Moment jetzt wieder deutlich positiver. Ab 2. Januar bin ich jeden Montag und jeden Mittwoch Abend im neuen Institut (Montags KG und Mittwochs KG und Massage), weiterhin jeden Samstag eine Stunde Personal-Training (worauf ich mich ebenfalls schon sehr freue) und Dienstags oder Donnerstags (habe mich noch nicht endgültig entschieden an welchem Tag) eine Stunde rückengerechte Gymnastik in einer Gruppe (von durchschnittlich 10 Personen ist mir mitgeteilt worden) und "gelegentlich", nach Trainingsplan vom PT zu Hause auf dem Hometrainer eine halbe Stunde Fahrrad fahren und auch mal etwas KG machen. Jetzt muss ich "nur noch" einen guten neuen Masseur finden, aber auch diese Hürde werde ich hoffentlich in Kürze schaffen.

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