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Samstag-17.12.11


Heute Mittag war ich wieder zur Massage. Die letzte Samstags-Massage in diesem Institut. Das war schon ein seltsames Gefühl. Die Rückenschmerzen im unteren Bereich waren mal wieder deutlich stärker, so dass ich zunächst nicht wusste, wie ich entspannt unter der Heißluft liegen sollte. Ich habe mich dann schließlich etwas seitlich hingelegt, also die Hüfte zur Seite gedreht. So war ich dort dann schmerzfrei und konnte entspannen.

Die Massage war dann durchwachsen, zum Teil konnte ich sie sehr gut aushalten, aber teilweise war sie so schmerzhaft, bzw. ich so schmerzempfindlich, dass ich sie nicht aushalten konnte und sofort Stopp gesagt habe. Am rechten Oberschenkel von hinten habe ich heute gar keine Berührung ausgehalten. Bei der kleinsten Berührung habe ich mich total verspannt und sofort Stopp gesagt. Es tat unwahrscheinlich weh. Ebenso der Rücken. Der Schulterbereich war zum Glück harmlos, aber im Bereich der Rippen tat es mächtig weh und ich dachte, er würde dort nie mehr aufhören, es war kaum auszuhalten. Das linke Bein von vorne, der Bereich Knie und Oberschenkel, war ebenfalls nicht auszuhalten. Diese Schmerzen waren mir zu heftig und ich habe nur noch Stopp gesagt. 

An den Armen bzw. an der rechten Hand, im Bereich des Daumens, hat er eine Stelle getroffen, die so heftig weh getan hat, dass ich sofort den Arm weggezogen habe, dagegen kam ich nicht an. Er nahm ihn zwar immer wieder und wollte sich die Stelle nochmals vorsichtig ansehen, aber meine Angst vor Schmerzen war zu groß, ich konnte nicht mehr locker lassen und zog sie immer wieder weg. 

Am schlimmsten war jedoch mal wieder der untere Rücken, im Bereich Steißbein und Kreuzbein. Als er draufdrückte, konnte ich es mir eiserner Willenskraft und Luftanhalten etwas aushalten, aber als er dann plötzlich losließ, schoss durch meinen ganzen Körper ein kräftiger, stechender Schmerz, so dass ich total zusammengezuckt bin und laut aufgeschrieen habe. Diese Schmerzen beim Loslassen waren schlimmer als die beim Druck darauf zuvor. Er meinte auch schon zu mir, eigentlich müsste dieser Bereich mal gründlich (z. B. mittels MRT) untersucht werden, woher die Schmerzen genau kommen. Aber dazu müsste ich erstmal einen Arzt finden, der mir wirklich glaubt, dass ich dort diese Schmerzen habe. Alle Ärzte konzentrieren sich immer sofort auf den LWS-Bereich, wo ich das Hohlkreuz habe. Meinen Hinweis, dass ich unterhalb davon die Schmerzen habe, das ignorieren alle, dort könne man keine Schmerzen haben. Alle Ärzte stellen mich als Simulantin dar und inzwischen habe ich auch die Kraft verloren, zu weiteren Ärzten zu gehen und dort für eine Hilfe zu kämpfen. Ich muss es halt akzeptieren, dass ich dort dauerhaft Schmerzen haben werde, das ist halt mein Schicksal. Aber immerhin kann ich diese Schmerzen ja mit viel Training und Muskelstabilisierung einigermaßen lindern, nicht völlig, aber trotzdem so gut, dass ich es im Alltag aushalten kann.

Am kommenden Mittwoch habe ich dort die letzte Massage. Meinen Masseur vermisse ich jetzt schon so richtig. Zum einen natürlich seine Massage (also seine Hilfe), aber auch die Gespräche mit ihm. Auch heute haben wir dabei wieder sehr interessante Gespräche über mehrere private Themen geführt. Ich sage mal so, wenn er nicht wäre, dann hätte ich schon längst das Institut gewechselt. Mit der dortigen KG hatte ich ja schon seit Monaten mal mehr, mal weniger Probleme und dementsprechend auch wieder stärkere Schmerzen. Aber da ich ihn und natürlich auch seine Massagen eigentlich nicht verlieren wollte, habe ich bei allen Schwierigkeiten (bei jeglichem Terminchaos) beide Augen zugedrückt. Aber was zuviel ist, ist zuviel und inzwischen habe ich mich (notgedrungen) damit abgefunden, dass ich ihn verlieren werde. Ich habe zwar die Hoffnung, dass ich ihn "irgendwann und irgendwo" wieder treffen werde, möchte mich darauf aber lieber nicht versteifen, sondern sehe jetzt zu, dass ich mein Leben, meine weitere Therapie, jetzt ohne ihn in den Griff bekomme. Ich habe übers Internet auch schon eine Massagepraxis gefunden (eine reine Massagepraxis, keine Physiotherapeuten), die nicht weit von hier entfernt ist. Natürlich werden mir diese Masseure die tollen Gespräche mit meinem Masseur (und seinen Einstellungen und guten Tipps) nicht ersetzen können, aber dennoch muss es für mich ja schließlich irgendwie weitergehen.

Heute Nachmittag war ich dann beim Personal-Training (PT), das wieder total klasse war, allerdings auch mächtig anstrengend. Ich muss sagen, auf seiner Homepage hat er nicht zuviel versprochen, sein Training ist wirklich sehr abwechslungsreich (und seine Motivation ist ebenfalls sehr gut). Bis auf ein paar Grundübungen machen wir jedes Mal völlig neue Übungen. Zum einen hat er ein sehr gutes Gedächtnis. Egal worüber wir gesprochen haben (Therapie im Allgemeinen, Ernährung, Trinken usw.), er merkt sich absolut alles, also auch meine Antworten und spricht mich auch während des Trainings auf alles gezielt an, was aus den einzelnen Sachen geworden ist. Er will dann auch konkrete Antworten haben und gibt sich mit "ausweichenden" Antworten nicht zufrieden. 

Dann hat er eine sehr gute Beobachtungsgabe, ihm entgeht praktisch gar nichts. Auf meine "Schwachstellen" brauchte ich ihn gar nicht hinzuweisen oder darauf anzusprechen, die hat er alleine schon in kurzer Zeit entdeckt und achtet jetzt immer sehr gezielt darauf (z. B. das Weiteratmen bei schwierigen Übungen und an das ständige Bauchanspannen bei allen Übungen, was ich immer wieder vergesse). Bei ihm sind alle Übungen "Kombiübungen", also immer mehrere Sachen mit inbegriffen (Bauch, Becken, Beine und Arme), aber er schafft es jedes Mal, alles gleichzeitig unter Kontrolle zu haben und spricht mich immer wieder auf die einzelnen Punkte an, was ich mal wieder vergessen habe.

Auch meine "Angewohnheit", vor schwierigen Übungen immer direkt zu sagen "Das kann ich nicht", hat er sehr schnell "durchschaut" und motiviert mich jetzt ständig, alle Übungen (mit seiner Hilfe) so gut es geht durchzuführen. Heute holte er z. B. dieses "Wackelkissen" raus, diese Kissen, die mit einer Art Gel gefüllt sind, auf denen man das Gleichgewicht trainiert (womit ich große Probleme habe). Ich bekam direkt einen "Schock" und sagte, dass ich das nicht kann. Darauf meinte er nur ganz ruhig, dass es deswegen umso wichtiger wäre, dass wir damit ein bisschen trainieren... Wir haben damit dann nur ein paar kleinere Übungen gemacht, wobei ich allerdings schon mächtig ins wackeln kam.

Dann sollte ich mich auf ein Gerät setzen, mit den Füßen vorne abstützen, in die Hände bekam ich eine Stange (natürlich mit Gewicht) und damit die Arme bis weit nach hinten ziehen (Schulterblätter hinten zusammen ziehen). Zuerst habe ich gesagt, dass mir das Gewicht zu schwer ist (es war wirklich ziemlich schwer) und er machte ein leichteres daran. Aber nach 10 Durchgängen musste ich mich dann doch mit dem anderen Gewicht beschäftigen. Das war zwar ziemlich schwer, aber mit großer Kraftanstrengung (und etwas Unterstützung von ihm) habe ich es geschafft. Am gemeinsten finde ich es bei allen Übungen immer, dass man die Spannung nur langsam lösen soll. Ich gehöre zu der Sorte, die Spannung immer sehr schnell lösen will, am liebsten die Gewichte fallen lassen will, von "100 auf 0" in höchstens 2 Sekunden. Aber diesbezüglich bekomme ich immer einen Riegel vorgeschoben, ich soll jegliche Spannung in "Zeitlupe", also bewusst langsam lösen, das fällt mir jedes Mal unendlich schwer.

Nach dieser Übung habe ich mich kurz zurück gelehnt, es mir kurzzeitig auf dem Gerät "bequem" gemacht. Nach höchstens 20 Sekunden (ein paar Mal tief durchatmen) sprach er mich jedoch schon an, nach dem Motto "Hoch mit dir, weiter geht es...", auf zur nächsten Übung... 

Danach kam eine Übung, mit der ich große Probleme hatte, so dass er schließlich improvisieren musste, was für ihn jedoch kein Problem ist. Er scheint sehr viele Übungen zu kennen. An der Decke ist eine Stange, daran wurde dieses Theraband, das stabile Gummiband für Gymnastikübungen, befestigt. Die folgende Übung sollte dann eigentlich für die Arme sein. Ich habe aber die blöde Angewohnheit (die er bisher bei mir noch nicht so richtig kennt, aber Woche für Woche besser kennenlernt), dass ich bei manchen Übungen die Grundhaltung etwas falsch ausführe, mich dadurch mächtig verspanne und immer mehr verkrampfe und schließlich Schmerzen in Körperteilen bekomme, die mit dieser Übung eigentlich gar nichts zu tun haben. Vorhin sollte ich in den Ausfallschritt gehen, ein Bein nach vorne, eins weiter nach hinten, mit beiden ein ganzes Stück runter in die Knie. Mit den Armen seitlich über den Kopf, in jede Hand ein Ende des Gummibandes und das Band seitlich runter ziehen (mit den Händen Richtung Schultern). Für die Arme war es zwar anstrengend, aber dennoch kein Problem. Aber mit den Beinen hatte ich erhebliche Schwierigkeiten. Mir fiel es schwer, mich ruhig in dieser Schrittstellung unten zu halten. Meine Beine verspannten sich immer mehr und der hintere Oberschenkel tat immer mehr weh. Als ich in der Pause dann schließlich die Beine ausgeschüttelt habe (weil sie mächtig weh taten), war er so irritiert, weil er es nicht so richtig mitbekommen hat, dass ich dabei mit den Beinen so Probleme hatte (wie gesagt, die Übung war eigentlich für die Arme), dass ich mir ein Lachen (über seinen verdutzten Blick) kaum noch verkneifen konnte. Ich sollte dann noch verschiedene andere Varianten mit diesem Band ausprobieren, aber es wurde immer schwerer und schließlich haben wir es aufgegeben (ich verspannte und verkrampfte immer mehr), sind auf den Boden gegangen (auf die Matte) und haben dort noch ein paar Übungen durchgeführt für die Beine und die Bauchmuskeln. Bei diesen Übungen hat er dann allerdings sehr darauf geachtet, dass die Spannung im richtigen Körperteil ist. 

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