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Donnerstag-15.12.11


Der gestrige Tag war im großen und ganzen sehr schön. Der Termin für die KG ist allerdings mal wieder ausgefallen, aber bei diesem Institut wundert mich wirklich gar nichts mehr. Dem Chef dieses Instituts gehören inzwischen mehrere Filialen in verschiedenen Städten. In einer anderen Filiale ist ein Therapeut erkrankt, so dass mein Physiotherapeut dort einspringen musste, um sich um die dortigen Patienten zu kümmern. Die Patienten in der Filiale, in der ich noch in Behandlung bin, waren ihm dabei anscheinend völlig egal. Mein Termin wurde deswegen kurzerhand telefonisch abgesagt. Da ich Mittwochs aber zusätzlich immer einen Massagetermin dort habe, habe ich den immerhin noch wahrgenommen.

Bei den Massagen merke ich meine deutlich positivere Stimmung im Moment auch sehr deutlich. So gut, wie in den letzten beiden Wochen, habe ich es seit Monaten nicht mehr ausgehalten. Ich habe zum Teil sehr starke Muskelverspannungen und kann an manchen Stellen so gut wie keine Berührung aushalten. Normalerweise sage ich dabei immer sehr schnell Stopp, wenn ich die Schmerzen kaum noch aushalten kann. Am schlimmsten sind immer der rechte Oberschenkel (dort habe ich mehrere sehr schmerzhafte „Triggerpunkte“, also Muskelverspannungen) und der gesamte untere Rücken, der Übergangsbereich von der LWS zum Steißbein. Bei Berührungen in diesem Bereich zucke ich immer sofort zusammen und könnte nur noch Schreien. Diese Schmerzen habe ich inzwischen seit rund 18 Jahren. Ich war damit bei unzähligen Ärzten, keiner konnte mir helfen und keiner konnte sich so richtig erklären, woher die Schmerzen genau kommen.

Wärme hilft mir auf jeden Fall immer sehr gut, aber nur, solange ich diese Wärme aktiv auf dieser Stelle habe. Sobald die Wärme weg ist, fangen die Schmerzen sofort wieder an. Außerdem hilft mir Bewegung sehr gut. Dadurch bekomme ich zwar keine Schmerzfreiheit (von diesem Gedanken habe ich mich längst gelöst), aber zum Teil eine deutliche Schmerzlinderung. Diese Linderung geht dann, wenn ich Glück habe, so weit, dass die Schmerzen so weit in den Hintergrund treten, dass ich sie kaum noch wahrnehme, dass ich sie mit ein bisschen „Ablenkung“ (z. B. auch auf der Arbeit) locker in den Hinterkopf verdrängen kann. Deswegen wird mir auch von allen Ärzten (insbesondere den Orthopäden) soviel wie möglich Bewegung empfohlen. Daran halte ich mich ja auch, auch wenn mich diese dauerhafte Therapie (auf „Lebenszeit“) manchmal schon mächtig belastet. Zum einen macht es mir wirklich Spaß, zumindest zum Teil, es kommt dabei auch auf den jeweiligen Therapeuten an. Wenn die „Chemie“ nicht stimmt, dann wird diese Therapie zu einer richtigen Qual, aber wenn das „Verhältnis“ zum Therapeuten in Ordnung ist, dann macht es zum Teil richtig Spaß und dann erzielt man bei der einen oder anderen Übung im Laufe der Zeit auch so richtige Fortschritte. Aber trotzdem, hin und wieder, je nach Stimmung, Stress im Allgemeinen und auch bezüglich der Schmerzen belastet mich diese "lebenslange" Therapie an manchen Tagen mächtig. Einerseits freue ich mich immer auf die Therapie, weil mir dabei halt geholfen wird, aber andererseits steckt halt immer diese Verpflichtung, dieses "Muss" hinter allen Terminen. Andere können beim Sport mal absagen, wenn sie z. B. im Hochsommer keine Lust dazu haben, aber bei mir bedeutet eine solche Absage meistens gleichzeitig auch, dass ich die Schmerzen wieder deutlich mehr spüre, denn mich alleine zum Sport aufzuraffen und die Übungen dann auch noch richtig und völlig korrekt durchzuführen (bezüglich der Spannung und des Weiteratmens), das fällt mir unendlich schwer. Unter Anleitung sind meine Leistungen immer doppelt und dreifach so gut.

Durch diese Dauerschmerzen habe ich mich leider über einige jahre viel zu sehr geschont. Seit Oktober 2009 mache ich jetzt zwar wieder regelmäßig 2 Mal wöchentlich KG, aber den „Muskeldefizit“ (so nennen es die Ärzte) kann ich nicht von „heute auf morgen“ aufarbeiten, das kann, auch nach Aussage der Ärzte, noch Jahre dauern, bis die Muskeln wieder einigermaßen stabil sind. Und selbst dann muss ich „am Ball bleiben“. Das sehe ich in Urlauben, bereits nach einer Woche Urlaub (ohne KG) habe ich wieder verstärkte Schmerzen und bei manchen Übungen erhebliche Probleme, die Muskelkraft lässt sofort (nach wenigen Tagen) wieder nach. Deswegen „brauche“ ich einen dauerhaften Therapeuten, der mich möglichst lange „begleitet“, so dass ich bei ihm (oder ihr) nach und nach Erfolge und damit eine Schmerzlinderung erzielen kann. Das war jedoch in meinem bisherigen Institut absolut nicht möglich, innerhalb von 2 Jahren hatte ich dort 7 verschiedene Physiotherapeuten und jeder Therapeut fängt wieder bei „Null“, bei allgemeinen Spannungsübungen an. Bis dann wieder die „richtigen“ Übungen (Muskelspannung und Übungen mit Hanteln usw.) kommen, bis dahin ist meine Muskelkraft längst wieder weg und die Schmerzen wieder deutlich stärker. Dieser ständige Therapeutenwechsel und dadurch die immer wiederkehrenden Schmerzen, das hat mich in den letzten beiden Jahren seelisch mächtig belastet und runtergezogen. Aber jetzt ist dort ja meine Zeit „gezählt“, nächste Woche Mittwoch ist dort Schluss, Aus und Ende, ab Anfang Januar bin ich endlich in einem anderen Institut in Behandlung (ein wesentlich kleineres, familiär geführtes Institut mit total lockerer, sehr angenehmer Atmosphäre).

Ja, die gestrige Massage war echt gut, zum ersten Mal seit sehr langer Zeit, dass ich an keiner Stelle Stopp gesagt habe (weil ich die Schmerzen nicht aushalten konnte). Es tat zwar Stellenweise mächtig weh, aber es blieb dennoch unterhalb meiner Schmerzgrenze. Dabei haben wir uns sogar die ganze Zeit über völlig locker unterhalten, was ich sonst auch nicht immer schaffe (häufig halte ich dabei sehr lange die Luft an, um die Schmerzen möglichst lange aushalten zu können).

Wenn ich schon keine „offizielle“ KG hatte, dann habe ich gestern Abend wenigstens alleine ein bisschen gemacht. Zuerst bin ich (auf dem Hometrainer) Fahrrad gefahren, in 33 Minuten 8 Kilometer und anschließend habe ich noch etwa 10 Minuten ein paar KG-Übungen auf dem Boden gemacht, unter anderem Sit-Ups, hoch zur Brücke und mehrere Übungen für die Beine.

In diesem Zusammenhang freue ich mich auch schon wieder auf Samstag. Samstags Nachmittags mache ich jetzt immer eine Stunde Personal-Training und das macht so richtig Spaß, es geht dabei allerdings auch so richtig zur Sache. Danach ist der Muskelkater schon vorprogrammiert, aber anschließend genieße ich die Schmerzlinderung dann umso mehr.

Außerdem habe ich mich gestern mit einer Art „Schule“ in Verbindung gesetzt. Dort wird unter anderem ein Unterricht für rückengerechte Gymnastik angeboten. Ganz „normale“ Gymnastik traue ich mir nicht mehr zu, dabei würde ich nicht richtig mitmachen. Meine Angst davor, dass die Schmerzen danach verstärkt sein könnten, wäre dabei viel zu groß. Aber ich möchte gerne mal wieder etwas raus, mit anderen Menschen etwas zusammen machen, und Sport „verbindet“ bekanntlich ja eh. In meinem bisherigen Institut war ich etwa 2 ½ Jahre lang bei der Wassergymnastik (Krankengymnastik im Bewegungsbad). Abgesehen vom Unterricht war die Gruppe super, bunt gemischt, Männer und Frauen jeden Alters. Wir hatten jede Woche super viel Spaß (auch vor und nach dem Unterricht), dort hat jeder jeden akzeptiert und ich habe mich schon am Wochenende auf diese Gruppe am Montag Abend gefreut. Mit dem Wechsel in das andere Institut habe ich mich auch von dieser Gruppe verabschiedet (was für mich seelisch sehr, sehr hart gewesen ist). Ja, und jetzt suche ich für mich halt eine andere, eine neue Möglichkeit, unter Menschen zu kommen und mit denen Spaß zu haben.

Ich habe „zwar“ einen Freund, wir sind seit knapp 24 Jahren zusammen, sehr glücklich (wir haben uns sozusagen „gesucht und gefunden“) und wohnen inzwischen auch seit einigen Jahren zusammen, aber da er im Wechseldienst arbeitet und im Normalfall in jeder zweiten Woche Spätschicht hat (Mittags anfängt und spät Abends nach Hause kommt), bin ich im großen und ganzen sehr viel alleine. Nach der Hausarbeit „hänge“ ich dann entweder vor dem Fernseher oder vor dem Computer rum und ansonsten lese ich auch sehr viel. Gerade deswegen betonen die Ärzte bei mir immer wieder, wie wichtig „soziale Kontakte“ sind, zum einen für das Seelische an sich, um mal auf andere Gedanken gebracht zu werden, aber auch, um positiv von den Schmerzen abgelenkt zu werden.

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