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[Salty Dog.]


She waited for the train to pass. Then she said, "I sometimes think that people's hearts are like deep wells. Nobody knows what is at the bottom. All you can do is imagine by what comes floating to the surface every once in a while.

Nach einer Kanne Kaffee und einer auf dem Tisch verstrichenen Stunde beschlie├če ich, mich auf den Weg zu machen.

Ich habe Karten gespielt, gegen mich selbst. "Manchmal gewonnen, manchmal verloren". Ab und zu Ausschau gehalten, was in den anderen Zimmern so geschieht. Franny, die mit einem anderen Briten ├╝bers Internet quatscht. Sie kommt nicht her├╝ber und ich will mich keinen Fragen aussetzen oder restfette Entschuldigungen abliefern f├╝r Gitarrenkl├Ąnge, besoffenen Singsang und seltsamen Geruch im Zimmer. Nicht in diesem Zustand. "Der P├Âbel frisst, die Intelligentia sauft". Und ich irgendwo dazwischen, da ist es am Sch├Ânsten.

Ein bisschen Herumw├╝hlen in fremden und gemeinsamen Vergangenheiten; Fotos, Mails, Erz├Ąhlungen, ├╝ber die man den Kopf sch├╝ttelt und gleichzeitig stolz auf sie ist wie ein Truthahn. Und wir redeten den ganzen Abend ohne gro├če Pause. Es geht mir leicht von der Hand, die Kommunikation mit dem Chemiker. Bisschen Bilderbuch, bisschen Filmabend, bisschen zu unabsichtlich, das alles.

"Du denkst dir immer so viel, aber sagst so wenig." - "Das willst du gar nicht."┬á- "10% dringt nach au├čen, den Rest beh├Ąltst du f├╝r dich. Wie h├Ąltst du das nur aus?" Und er lacht und trinkt weiter.

Das frage ich mich bei ihm immer wieder. Am├╝sant, wie er mit steigendem Alkoholpegel die Schalen ablegt wie so eine verkappte Zwiebel. Das Darunter, der Kern, scheint bei ihm so tief gelegen, dass ich anfangs und eine ganze Weile danach noch zweifelte, ob ich nicht l├Ąngst schon auf ihn gesto├čen war und es ab da einfach nicht mehr weitergehe. [So wie bei einem gewissen hard-boiled egg.] Mir war mittlerweile l├Ąngst klar, dass es bei ihm nicht so ist; trotzdem bekam ich keine Innensicht, konnte nicht einmal an der ersten Hautschicht schaben.
Ich wei├č┬Ş nicht, was sich ver├Ąndert hat zwischen uns in diesen letzten zwei Monaten; mir gef├Ąllt aber die Gewichtung davon und unsere Art, damit umzugehen. Was ich zuvor nicht konnte - gewisse Dinge hinnehmen - , das funktioniert nun.. irgendwie. Restzweifel und lustige Stimmchen jagen wieder Bullshit durch die Hirnwindungen, die ich zu filtern versuche. Alles hat einen Ursprung, irgendwo; und damit eine gewisse Berechtigung. Trotzdem muss ich nicht jede emotionale Flutwelle mit voller Breitseite abfangen.

Vom Sofa aus schiele ich morgens darauf hin├╝ber, als sein Wecker zu schrillen beginnt. Er setzt sich auf, seufzt tief und wirft mir seine Decke ├╝ber, ehe er das Zimmer verl├Ąsst. Irgendetwas an ihm ist so scharfkantig, denke ich mir, dass man manchmal Angst bekommen k├Ânnte.

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