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Ihr Hotel




Als sie langsam wieder einen klaren Gedanken fassen konnte, musste sie feststellen, dass sie den Brief nicht mehr in der Hand hielt. Mit einem verwirrten Blick, der weiterhin durch Tränen verschwommen war, suchte sie mit hektischen Kopfbewegungen nach dem Brief. Ihr Blick viel auf Albert, der den Brief sehr interessiert las. Mit einem Handrücken sich die letzte Träne wegwischend, griff sie mit der anderen Hand nach dem Brief. Albert gab ihr mit einer Geste zu verstehen, dass sie ihn bitte zu Ende lesen lassen sollte. Lena weigert sich kurz, jedoch überließ sie ihm den Brief. Sie wandte aber auch den Blick von Albert ab, der nun am Briefumschlag heften blieb. Die fein säuberlich geschriebenen Buchstaben kamen ihr so bekannt vor, aber auch so fremd. Lena strich mit dem Finger über ihren Namen, als hoffte sie, sie würden sich neu formen und ihr den Absender verraten. Passieren tat jedoch nichts. Fast schon enttäuscht, dass nichts geschehen war, nahm sie Albert den Brief aus der Hand, den er ihr gereicht hatte und schob ihn wieder in den Umschlag. Albert wollte gerade etwas zu Lena sagen, doch in ihrem Blick lag etwas, dass Albert seinen Aussage unausgesprochen ließ. Mit einem dankbaren Blick, so versuchte Lena es zumindest, sah sie zuerst Albert noch kurz an und schaute dann aus dem kleinen Flugzeugfenster.
Um so länger die Zeit wurde, wo sie aus dem Fenster sah, glaubte sie immer weniger, erahnen zu können von wem der war. "Finn hätte zwar auf eine Art und Weise wohl die Gabe so etwas zu verfassen, aber er hätte die gemeinsame Zeit erwähnt und vor allem hätte er seinen Namen geschrieben. Und sonst ... `ein Freund´ ... Jemand mit dem ich befreundet bin und der zu schüchtern ist um mir es zu sagen, dass er mehr möchte. Lukas vielleicht, aber der hatte bis vor 4 Tagen noch eine Freundin. Malte meinte er hat ihn bei uns in der Klasse gefunden, also die Nachbarklassen ... eigentlich auszuschließen ... Oder? ... Ich weiß auch nicht." Lenas Gedanken kreisten noch eine ganze Weile um Mr. Unbekannt, bis ihr die Idee ein fiel: "Was wäre, wenn das alles nur ein riesen großer Scherz war, der irgendwer mit ihr treiben wollte? Aber der Brief war dafür dann doch etwas zu gefühlvoll, oder konnte jemand so gut sich Gefühle ausdenken?" Lena sah sich noch einmal den Brief an, den sie die ganze Zeit noch mit beiden Händen umklammert hielt, bevor sie ihn vorläufig in ihr Handgepäck zurück legte. Nach ca. 10 weiteren Minuten kam eine Stewardess vorbei und bat Lena nun auch den MP3-Player weg zulegen, da sie bald zum Landeflug ansetzen würden.Der Bitte sofort folge zuleisten, verstaute Lena ihn in einer Seitentasche von ihrer Jacke. Es dauerte auch nicht mehr lange, Lena die wieder auf das Gespräch mit Albert eingegangen war, erfuhr dass Albert schon vieles gesehen und gelesen hatte, aber seinen Worten zu folge: "Noch nie, solche Worte, einzeln mögen sie kraftlos sein, doch zusammen bilden sie einen tiefen und bewundernswerten Sinn." Lena schaute ihn fragen an und Albert hatte ihr nur noch mit den Worten :" die wahre und große Liebe zu begegnen ist nur wenigen von uns vorher bestimmt." Wobei er Lena ein freundliches Lächeln geschenkt hatte.
Als das Flugzeug zum Ausstieg bereit stand, drängten sich die Passagiere hinaus. Lena durchquerte einige Kontrollen, bis sie schließlich ihre Koffer holen konnte.
Vor dem Flughafen warteten schon einige Taxen, um Passagiere zu ihren gewünschten Zielen zu bringen. Lena ging auf ein, in ihren Augen, sehr gepflegtes und geräumiges Taxi zu. Der Fahrer bot ihr sofort seine Hilfe an und verstaute die Koffer im Kofferraum. Lena nahm hinten Platz, welches den Fahrer etwas verwirrte, aber dann doch nicht weiter störte. Lena kramte kurz in ihrer Tasche und reichte den Taxifahrer dann einen Zettel mit der Aufschrift ihres Hotels. Er nickte zustimmend und scherte auf die Straße aus.
Die Fahrt dauerte nicht lange und am Hotel bezahlte sie ihn großzügig, worauf er es sich nicht verkneifen konnte und ihr als Dankeschön einen Kuss auf die Wange gab. Lena befreite sich aus den Händen des Fahrers und übergab ihre Koffer an den Pagen der ihr entgegen kam. An der Rezeption checkte sie ein und war sehr glücklich darüber, dass sie die Suite mit Meerblick bekam. Insgeheim ahnte sie, dass ihr Vater ihr die Suite reserviert hatte, freute sich aber umso mehr darüber. Mit den Zimmerschlüsseln in der Hand, folgte sie dem Pagen, der sie und ihre Koffer zu ihrer Suite bringen sollte.Die Suite war gewaltig, viel edler als Lena es sich erträumt hatte. Als der Page mit einem Lächeln und dem dafür auslösendem Trinkgeld die Tür von außen schloss, ließ sich Lena auf ihr riesen großes Himmelbett fallen.
Die ganzen Gedanken um Mr. Unbekannt waren wie weg geblasen. Lena lag nun alle Viere von sich streckend auf ihrem Bett und dachte zu Abwechslung an rein gar nichts. Mit einem Sprung war sie jedoch wieder aufgesprungen und riss nun die große Balkontür auf. Ihr kam eine leicht frische und angenehme Meeresbriese entgegen, welche ihr Haar leicht wehen ließ.Lena atmete einmal tief ein und überquerte ihren Balkon und lehnte sich an das Geländer. Mit einem Grinsen und fröhlicher Mine schaute sie sich um und bewunderte die absolut großartig gelungene Poolandschaft. Nach einigen Momenten des Genießens, zog es sie doch wieder in die etwas kühlere Suite. Ihr Blick viel auf die Minibar, welche neben dem Schreibtisch platziert war. Lena holte sich eine Limonade heraus und legte sich wieder auf ihr Bett.Ab und zu ein paar Schlucke nehmend, starrte sie an die Decke und war froh über den Tapetenwechsel. Nach einigen Momenten fiel ihr der Brief wieder ein. Und auf einmal verflog ihr Lächeln und eine gedrückte Stimmung breitete sich wieder aus.
Lena stellte ihre Limonade auf den Nachttisch und schaute sich im Zimmer nach ihrer Tasche um. Sie stand neben dem großen Spiegel im Eingangsbereich. Lena rüttelte sich hoch und schnappte sich ihre Tasche, welche sie nun samt ihrem Inhalt auf dem Couchtisch entleerte. Ein kleiner Haufen von Kosmetika sowie Elektronikgeräten lag soweit Lena dies sehen konnte auf dem Brief. Sie setzte sich erstmals und sortierte ihre Kosmetiksachen auf die eine Seite, um sie dann in ihr sehr geräumiges Badezimmer zu räumen. Nach und nach verschwand der Stapel auf den Tisch, zuletzt blieb der Brief auf dem Tisch liegen und Lena sah ihn sich von der Couch aus an, sie schloss die Augen ganz fest, fast kniff sie ihre Augen schon zu. Insgeheim hoffte sie, wenn sie die Augen wieder öffnen würde, wäre der Brief nicht mehr da.
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