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closer to night


L. ist seit einigen Tagen wieder aus seinem Loch zurück gekehrt. Alles hat sich anders ergeben als geplant. Nun werden wir bald umziehen, wie es schon angekündigt war. Er hat sich sogar in den letzten Tagen ein Herz gefasst und begann schon mal mit dem Packen der Kartons. Nun sind die Hälfte der Sachen verstaut und L. blickt auf sein halb leeres Schloss. Er scheint fast ein wenig wehmütig gegenüber diesem ganzen Krempel.

Für mich ist das alles irgendwie genauso merkwürdig wie für ihn. Ich erblicke die ganzen Kartons, starre in leere Zimmer und empfinde ein komisches Gefühl dabei. Bald wird dies alles hinter mir gelassen. Ein neues Kapitel beginnt. Ich weiß dass L. sich genauso fühlt.

Als wäre alles was war, Sakuya, alte Freunde, Feiern, Langeweile und Einsamkeit in einer anderen Zeit passiert. In einer anderen Welt, einem anderen Universum. Alles fühlt sich so fern und unwirklich an. Als würde sein Leben jetzt erst beginnen und er hat noch keine Ahnung was er damit anstellen soll. 

Die zukünfitge Dauergesellschaft von Mr. Pink hat zwar wirklich nur Vorteile, dennoch vermisst L. seine Seelen die er hier zurücklassen muss, jetzt schon. Sicherlich kann man sich immer damit trösten, dass diese ganzen Menschen ihn sicher besuchen kommen in seinem neuen Schloss. Doch auch dies können nur leere Versprechungen sein, wie L. es schon so oft erlebte.

Es scheint als würde die Zeit immer näher kommen in der es für ewig Nacht ist. L. liebt die Nacht, keine Frage, doch die Dunkelheit bringt Tücken mit sich, von denen L. bis jetzt noch nicht einmal weiß dass sie existieren.
Es fühlt sich an als würde ich in zwei Hälften gerissen. Eine Hälfte erlebt die pure Dunkelheit die andere bleibt hier zurück und stirbt, weil sie ohne die andere Häflte nicht leben kann.
Alles bleibt zurück, was bis jetzt hier geschah. Es verschwindet in einer anderen Dimension und wird L. erst wieder heimsuchen, wenn er es nicht erwartet.

Gestern sah ich L. zum ersten Mal in einem sehr bedenkenswerten Zustand. Seine Stimmung schien vom einen Moment auf den anderen vollkommen ins Negative zu kippen. Der Grund dafür war, dass er wohl erkannt hat, dass seine illustren Begleiter und Gefährten, wohl doch nicht so wertvoll seien, wie er es sich immer vorstellte.

Er erinnerte sich an die Zeit, als er von Mr. Pink Abschied nehmen musste. Er hatte eine Abschiedsparty geplant und hatte versucht ihm alle Wünsche zu erfüllen. Das ganze war damals ein lustiges Treiben, jedoch als er daran dachte dass sich seine Gefährten überhaupt nichts dieser Art für ihn überlegt hatten wurde er wütend und nachdenklich zugleich.

Er fragte sich ob er ihnen doch nicht so viel bedeutete, wie er es sich immer ausgemalt hatte. Ob sie womöglich sogar einfach unbeeindruckt von seinem Verschwinden, einfach weiterleben würden wie zuvor. Womöglich war all das was geschehen war, nur eine weitere Showeinlage, auf welche L. haushoch reingefallen war. Und nun weiß er nicht mehr was er tun soll.

Soll er den Kontakt nach einer Weile gänzlich abbrechen, weil sie es nicht anders verdient haben? Und nur dieses eine Mal nicht zu seinem Wort stehen?

Oder sollte er einfach dem Strom nachgeben und einfach alles so tun wie er es geplant hatte ?

Er scheint mir sehr ratlos in diesen Zeiten. Desorientiert und launischer als jeh zuvor. Jeden Moment wenn ich ihn anschaue bekomme ich eine Gänsehaut , wie er in seinem Bett liegt, entkräftet und zerstreut auf das TV-Gerät schauend, seine Haare ein glänzendes, goldenes Arrangement, welches sein Gesicht umschmeichelt und unterstreicht, die Augen jedoch leer und stumpf, den Mund leicht geöffnet als wolle er Luft holen, die Gleider kraftlos zerstreut da liegend. Es scheint als wäre der Raum um ihn vollkommen luftleer, als würde die Zeit stehen bleiben und er liegt einfach nur da und existiert.

Ich sehe ihn vor mir als wäre es gestern gewesen, als seine Glieder noch Kraftvoll waren, die hübsche Stirn nicht so tief in Falten gelegt, in den Augen das Feuer tausender Höllen und ein lächeln auf den Lippen welches jeden willenlos machte. Mit welch Inbrunst ich mir den alten L. zurück wünsche. Den L. den niemand shockieren konnte, den L. der immer auf Gefahr aus war, der sich für keine Art der Zerstreuung zu schade war. Den L. der wie ein Magnet auf alles und jeden wirkte und nicht nun wie ein abgehalfterter Cowboy, hier rumsitzt und sich jeglichen Spass einfach nur anschaut und selbst keinen dabei hat.

Spass...ja...was war das nochmal für ein Gefühl ?

Nun denn meine Freunde der Herbst steht vor der Tür, was heißt dass ich mich bei diesem wunderschönen Wetter dann des öfteren hier meinen erlebten Dingen und Eindrücken entledigen werde.

Asta
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