Mein Leben in Kanada

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Abschlussbericht...ich blicke mit Freude zurück


162 Tage, 3468 Fotos, 116 gekochte Dinner, 3 Kameras, 3 Tage New York, 1 Tag Algonquin Park, ein paar Tränen und viiiele viele Erfahrungen später, bin ich leider aus einem nicht so schönen Grund, eine Wochen früher als geplant nach Hause gekommen.Obwohl alles anders war, als ursprünglich vorgesehen bin ich sehr froh wieder hier in Deutschland zu sein und meine Lieben um mich zu haben.
Dennoch sind die paar Daten, mit denen ich diesen Bericht angefangen habe, lange noch nicht alles.
Da man die EInzelheiten aber täglich nachlesen und mitverfolgen konnte, werde ich nicht mehr alles haarklein erzählen, sondern eher von dem erzählen, was ich für mich bei diesem Abenteuer gelernt habe.
Zu Beginn meines Aufenthaltes, wäre ich am liebsten wieder in den nächsten Flieger gestiegen und  nach Hause geflogen. All das Neue, die Sprache, die Umgebung und besonders die Menschen, waren zuerst mal zu viel des Guten. Meine "Homestay-Mum" war nicht besonders nett und auch die anfänglichen Schwierigkeiten mit der Sprache ließen sich aber sehr bald bewältigen. Im Homestay war ich nämlich nur 10 Tage...und die Sprache war nachher mehr Vergnügen als ein Muss.
In meiner richtigen Gastfamilie angekommen, machte ich schnell die Erfahrung, dass es schon ne ganze Ecke Arbeit ist, 4 Personen und sich selber zu versorgen. Bekochen, Wäsche waschen, einkaufen gehen und aufräumen.Nach kurzer Zeit war mir dann auch klar, dass ich im späteren Leben, liebend gerne für mcih selber arbeiten würde, als für andere zu Abeiten und es anderen Recht machen zu müssen. Das war eine Sache, die mich bis heute motiviert, was Ordentliches zu studieren und hart dafür zu arbeiten, damit ich mich dann nicht mehr so rumscheuchen lassen muss.
Das hört sich jetzt schlimmer an als es war...rumscheuchen ist vielleicht auch das falsche Wort. Aber sowohl Erwachsenen als auch Kindern förmlich den Hinter nachzutragen ist nicht unbedingt mein Traumjob.
Ziemlich schnell machte mir das Kochen aber auch ne ganze Menge Spaß.Klar gab es erst die Zeit, in der ich mich ekelte...zum Beispiel vor Fleisch, was nicht fertig geschnitten war, sondern erst noch mim Messer von Fett und "Schwabbel" befreit werden musste.Aber auch das war in den Griff zu bekommen...einmal die Erfahrungen eines Metzgers gemacht und ne halbe Kuh im Tiefkühlfach liege...da kann man sich schon schnell an einiges gewöhnen.
Auch das Aufräumen und sauberhalten der Küche wurde schnell zur morgendlichen Routine, nach dem Aufstehen...denn eine dreckige, chaotische Küche möchte ja wohl niemand haben...zumindest ich nicht.
Trotz der ganzen Arbeit, lernte ich aber auch ein paar sehr nette, und für mich besondere, Menschen kennen. In der Schule gab es alle Nationen, die man sich so vorstellen kann. Spanier, Chinese, Japaner, Guatemalteken, Italiener, Mexikaner, Schweden, Franzosen, Deutsche...und alle, bzw die Meisten, waren einfach suuper nett. Es war einfach nur soo interessant all diese Menschen und ihre Kulturen kennenzulernen. Zudem war ich einfach soo froh, nochmal ur Schule gehen zu können, dass ich jeden Tag echt genossen hab. Auch mein Englisch verbesserte sich rasant und die Englischtests, die ich in der Schule, hier in Deutschland ,immer vollstens in den Sand gesetzt hab, liefen auf einmal wieder geschmiert. Leider dauerte diese Zustand nur 3 Monate...dann war meine Schulzeit nämlich wieder mal um...somit gingen aber auch meine neugeknüpften Kontakte wider rapide zurück und ich beschränkte mich mehr und mehr nur noch auf die deutschen Mädels, Sarina und Ise.
Ich behaupte ganz ehrlich, dass ich ohne die beiden bitterlcih versauert wäre...wir konnte über alles reden, haben unsere Probleme immer geteilt und konnten letztendlich immer gemeinsam über alles lachen...so groß das Problem auch war.
Es gab natürlich nicht nur Probleme sondern auch fantastische Momente, wie die Limousinenfahrt durch die Nacht New York Citys, der Besuch der Niagara Fälle oder die Kanutour im Algonquin Park...unsere Koch- oder Filmabende und natürlich, nicht zu vergessen, der exzessive Kakao und Kaffeekonsum bei Starbucks, Tim Hortons oder Second Cup.
Ohne die beiden und noch ein paar andere, hätte ich meinen 19. Geburtstag wohl nie in guter Erinnerung behalten können...denn wären meine deutschen Mädels nicht abend gekommen, hätte wohl niemand an meinen Geburtstag gedacht. Zum 2. Mal volljährig werden, war aber auch irgendwie was besonderes....auch wenn ich nicht zu Hause war und aufgrund dessen ziemliches Heimweh hatte an diesem Tag. Mit der Ablenkung ließ sich das aber gan gut bewältigen.
Sogar das Weihnachtsfest, was für uns Deutsche irgendwie nicht sonderlich viel mit Weihnachten zu tun hatte, ließ sich in Geimeinschaft bsolut gut aushalten. Es gab sogar einen deutschen Weihnachtsmarkt, der richtig schön war, den wir gemeinsam besuchen konnte.
Leider war die weiße Weihnacht, die man hier in Deutschland genießen konnte, nicht gegeben. Weihnachten war es nciht mal sonderlich kalt...was mir aber persönlich nicht wirklich die Masse ausmachte...denn 2 Wochen später kam es bei uns dann auch knüppelhart. Schnee ohne Ende, Temperaturen von -21°C und endlich die Möglichkeit auch in Kanada Ski fahren zu können.
Klar, ich kann sagen, dass ich in Kanada Ski gefahren bin, was mich absolut stolz macht, aber es war nun mal nicht in Vancouver an der West Coast, sondern in Ontario auf 600m Hügeln...was aber absolut nichts zur Sache tat...es war sooo spaßig und ne tolle Erfahrung...und das mal mit meiner Gastfamilie. Bisher hatte ich ja größten Teils alles mit den Mädels gemacht, aber mit meiner Gastfamilie in den Wochenendurlaub fahren zu können, war ein Stück weit "heimatliches Gefühl"...wa mich echt glücklich gemacht hat. Endlich konnte ich also im kanadischen Schnee liegen, einen Schneeengel machen, einen Schneemann bauen und rodeln gehen...Spaß haben wie ein kleines Kind...

Diese knappen 6 Monate haben mir rückblickend einfach soooo viel gebracht. Ich behaupte, dass das eine der besten Möglichkeiten war, um so viel Lebenserfahrung in so wenig Zeit zu sammeln. Ich hab nicht nur gelernt wie man kocht, und Mitmenschen versorgt, ich hab auch gesehn,wie man Kinder nicht erziehen sollte. Die Erziehung ist in Kanada absolut normal und war mit Sicherheit besser als der Durchschnitt...dennoch reichte das nicht für deutsche Anforderungen. Daher kann ich von mir sagen, dass ich mich in der Lage fühle, meine späteren Kinder (die ich immernoch haben möchte, das hat mich trotz allem nicht abegschreckt) gut erziehen zu können, dank dieser Erfahrungen in Kanada.
Aber das ist immernoch nicht alles. Auch das "Landleben" hab ich schätzen und meine Familie noch mehr lieben gelernt. Großstadt ist zwar schön und gut, nie uninteressant und immer was los, aber gerade das ist das, was ich ein ganzes Leben nicht wollte. Da gefällt mir die Landluft und die Ruhe schon viiel besser, auch wenn nicht immer "Remmi Demmi" sein kann.
Zudem hab ich gesehn, wie gut ich es hier habe und was Mama so täglich leistet.
Dass ich zu Hause nicht zwingend irgendwas machen musste, hab ich nie als Luxus empfunden...bis jetzt. Denn jetzt weiß ich, wieviel Arbeit so ein Haushalt birgt.
Eine ganz andere Erfahrung bezieht sich zudem nochmal auf die heutige Kommunikationstechnologie. Ich habe die Zeit in Kanada komplett ohne Handy verbracht und bin stolz darauf...denn alle Verabredungen haben ohne großes Geplänkel und ohne Nachfragen und Hinterfragen eines ausgemachten Termins geklappt. Handys sind somit vielleicht praktisch, aber nicht notwendig oder sogar überlebens wichtig...zumindest nicht für Menschen in meinem Alter.(Auch wenn die meisten das glauben, oder sogar Entzugserscheinungen bei sich feststellen, wenn das Handy gerade nicht in der Hand liegt)
Zum finalen Abschluss meines Aufenthalte, kam ich dann noch in den Genuss eines Unterwäschen Flashmobs in der Subway, mit der ich in den 6 Monaten so viel und so weit gefahren bin, dass ich locker die Strecke bis nach Hause zurückgelegt hätte.
Der Flashmob war ne absolut witzige Erfahrung, die ich jedem gönnen würde, der ein bisschen Spaß versteht.

Abschließend bleibt nur noch zu sagen, dass Kanada ein wundervolles Land, voller interessanter und wunderschöner Orte ist, die ich auf jeden Fall im Laufe meines Lebens noch erkunden möchte.
Mein nächster großer Lebenstraum ist eine Reise an die Westküste Kanadas, nach Vancouver.
Jedem, der sich jetzt für einen Aufenthalt als Demi Pair oder für das Land Kanada interessiert...ich kann es einfach nur empfehlen, ich wollte all das, was ich erlebt hab nicht missen...und würde es auch IMMER WIEDER machen. SOFORT sogar!
Kleiner Tipp am Rande...meine Organisation(Experiment), war der totale Reinfall...was das Land und die Erfahrungen aber nicht beeinflusst.

Mit jetzt schon etwas Fernweh, verabschiede ich mich also nun von der Tagebuchplattform und bin dankbar für all die Mensche, die sich ein halbes Jahr so sehr für mein Leben interessiert und Kommentare geschrieben haben.
DANKE!!
 



 



 

 

 


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Kommentare

Muttertier - 30.01.2011 09:57
Huhu..........
hier meldet sich zum letzen Mal "Muttertier" ;-))))
Wie du schon sagst: Es war eine tolle Erfahrung !!!!
Mit Tausendfüsslern, Wasserski(board), entlaufenen Hamstern, NEW YORK, einem erfolgreichen deutschen Philosophen und Buchautoren, einer trotz allem wirklich netten Familie und einem ungeplant plötzlichen Ende deines Abenteuers KANADA. (Kann man alles nachlesen)
Eindrücke die dich noch lange begleiten und weiter neugierig machen................
Wir (besonders ich :-) haben dich an manchen Tag vermisst, ohne es laut zu sagen ; die Ruhe im Haus war manchmal unerträglich. ICH / wir lieben es wenn eure Freunde unser Haus bevölkern !!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Aber so ist das Leben, Freude und Leid liegen immer beieinander--- das Eine ohne das Andere ist nicht.
Es hat dir gefallen, man liest es zwischen den Zeilen und das ist das Wichtigste!
Auch wenn mir die schöööönen Smilies fehlen :o)
Deine Mum, bussi!


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