Tagebuch Online -
kostenlos anmelden -
Neue Einträge -
Neue Kommentare -
Top Tagebücher -
Schnäppchen für TBL-User
|
|
||
|
|
.Die Ruhe vor dem Sturm.Das Land liegt still Die Luft erfüllt kein Vogelsang Es bleibt kein Ton
Das Lied des Sängers längst verklang Die Welt mit altem Staub bedeckt Die Luft nach kalter Asche schmeckt Und meine Kehle zugeschnürt Und keine Seele die mich führt ~~*Die Zeit bleibt stehen*~~
Die Zukunft zerrt am Augenblick Wird nie vergehen Gedehnt, kein Lidschlag, kein Zurück
Was, wenn mein Herz nicht weiterschlägt Nicht mal der Schmerz mich vorwärts trägt Schau stumm hinab vom Dunklen Turm Dies ist die Ruhe
Dies ist die Ruhe vor dem Sturm ~~~~**~~~~ [Ich beginne zum zweiten mal. Habe vor circa einer halben Stunde schon einmal angefangen, aber dann wolte ich lieber die Bilder suchen, die ich an diesem Tag (über den ich schreiben möchte) mit der Handykamera aufgenommen habe. Ich konnte sie in keinem Ordner finden. Vermutlich habe ich sie gelöscht.
Im Hintergrund laufen gerade die Red Hot Chili Peppers. Eine Band, die ich seit Ende unserer Beziehung hasse. Vielleicht habe ich sie auch schon gehasst, als wir noch zusammen waren. Musik war ja immer so wichtig. Als er sich entscheiden musste, zwischen ihr und mir, nahm er die Musik. Aber das ist eine andere Geschichte. Ich kann diese Band wieder hören. Ich fühle nichts. Das einzige, was ich mir denke ist, dass ich gerade schönere Musik hören könnte.] Das letzte mal, als das Land still lag und ich keinen einzigen Vogel singen hörte, wanderte ich barfuß zu den Plätzen, die uns verbunden hatten. Der Asphalt war von der Sonne heiß geworden. Wenn man schnell vorwärts ging, verbrannte man sich die Fuße nicht allzusehr. Die Sonne schien von oben auf mich herab. Ich nahm kaum wahr, was um mich herum geschah. In meinem Kopf spielten sich viele Erinnerungen ab.
Die erste handelte davon, wie ich vor einigen Wochen eine Überraschung für ihn geplant hatte. Ich überlegte mitten in der Nacht aufzustehen und ihm den Stencil mitten auf die Straße zu sprühen. Das ich es mitten in der Nacht tun wollte hatte natürlich auch den Grund, dass ich so hoffte nicht erwischt zu werden. Letztendlich habe ich es dann doch mitten am Tag gemacht. Die Schablone habe ich gemacht, während er in der Schule war. Versteckt habe ich sie in der Garage. In der Mitte der Schablone stand unser Datum: 19.06.2006. Darunter in Großbuchstaben: Ich liebe Dich. Dann hatte ich noch ein Herz und eine Blume eingebaut. Die Blume wollte ich Rosa sprayen. Der Stiel der Blume kringelte sich am Ende zu einem Schreibschrift "L.", dass für meinen Anfangsbuchstaben stand. So wusste er, von wem es kam. Nur er. Einige Wochen vorher hatten wir zusammen auf die selbe Straße drei Rote Rosen gesprayt. Mein neues Motiv sollte auf der selben Straße, aber weiter entfernt sein. Dieses mal bräuchte ich länger als 3 min für das ganze. Bevor ich es ihm zeigen wollte, habe ich es meiner Mutter und meiner Schwester gezeigt. Wir sind zusammen diese vielen Kilometer gefahren. Ich weiß noch ganz genau, wie meine Mutter mich gefragt hatte: "Ich liebe Dich. Hm. Ist das denn noch so?". Ich log ihr mitten in`s Gesicht: "Ja". Jetzt, in diesem Moment, in dem ich barfuß auf der asphaltierten Straße entlanglief, konnte ich mir das erste mal eingestehen, dass es keinen Sinn mehr hatte. Ich liebte ihn nicht mehr. Schon länger nicht mehr. Aber das spielte nun keine Rolle. ~~*Die Zeit bleibt stehen*~~
Ab und zu bohren sich kleine Steine in meinen Fuß. Es schmerzt, aber ich gehe weiter. Ich muss weiter gehen. Als wir uns kennengelernt haben, sind wir ebenfalls diese Straße entlang gegangen. Auch später sind wir hier oft spazieren gegangen. Das wird es bald nicht mehr geben. Ich verschiede mich von jeden Millimeter. Es gibt kein zurück.
Gedehnt, kein Lidschlag, kein Zurück
Was, wenn mein Herz nicht weiterschlägt ? Irgendwann komme ich am Ziel an. Hier am Deich, wo unsere Straße der Erinnerungen entlangführt. Als erstes gehe ich nach links. Auf der Straße sind ab und zu gelbe Zahlen zu lesen. Ich weiß nicht genau, was sie bedeuten. Für irgendwas ist es wohl eine Makierung. Ich fange bei 19,9 an und laufe solange, bis ich zu 19,6 komme. Rückwärts. Der 19.06 ist das Datum unseres Zusammenkommens. Als ich vor der Zahl stehe, kommt mir der Gedanke, dass dies wohl eigentlich der beste Ort für den Stencil gewesen wäre. Leider sind mir diese gelben Zahlen erst später aufgefallen. Ich verweile einen Augenblick mit geschlossenen Augen, ehe ich umdrehe und in die andere Richtung gehe. 19,7. 19.8, 19,9.
[Die Zukunft zerrt am Augenblick. Wird nie sein].
Meine Füße tun mir weh. Ich laufe deshalb nun auf dem Gras. Ich laufe zum ersten und zum weiten Stencil. Verweile wieder und nehme Abschied. Anschließend sitze ich eine Weile im Gras und frage mich, warum es alles so kommen musste. Ich warte und warte. Nichts geschieht. Niemand kommt.
Auf dem Rückweg schmerzen meine nackten Füße so sehr, dass ich es kaum aushalte. Ich bin barfuß gegangen, weil ich aus dem Haus gestürmt bin. Wir hatten Streit. Ich hielt es keine Minute länger aus. Nachgelaufen ist er mir nicht. Ich habe es auch nicht erwartet. So nahm ich Abschied. Von jeder einzelnen Erinnerung. Im Guten. Das sollte sich bald ändern. Nach der Trennung, die tatsächlich mit dem Auszug folgte, fing bald der Große Streit an. Ich bin zu unserem Baum, in dem ich L+C eingeritzt hatte. Eigentlich wollte ich es zerstören, konnte mich aber gerade noch beherrschen. Es entstand statdessen ein Foto, auf dem man mich, den Baum , unsere Initialen, und meinen Mittelfinger sah. Ich bin also froh, dass ich mich bereits vorher von den Stencils verabschiedet hatte. Wer weiß, was ich sonst damit gemacht hätte. Ich nutzte die Ruhe, vor dem großen Sturm und bin froh darüber. Der Sturm dauerte noch sehr, sehr lange an. Ich glaube ich bin auch bis heute noch in vielen Dingen sehr verletzbar. Deswegen wohl auch der Eintrag. Ich mache mir immer noch viele Gedanken, denn es gibt zu viele Dinge, die mein Leben nachhaltig negativ geprägt haben. Ich bin froh, dass der Sturm vorbei ist. Wir haben angefangen die Trümmer der Vergangenheit aus dem Weg zu räumen, aber inzwischen ist es mir gar nicht mehr wichtig. Gewisse Narben bleiben immer. Lintu - am 28.02.2010 19:43 Kommentaresonglight - 28.02.2010 16:54Gefällt mir auch sehr gut Vianne - 28.02.2010 13:13 Das ist ein total schönes Gedicht. Lasse dir einfach mal einen lieben Gruß da... Kommentar schreibenDu musst dich Einloggen oder kostenlos anmelden um Kommentare zu schreiben |
|
|
Verantwortlich für sämtliche Inhalte und Daten dieses Tagebuches ist der Autor. Weitere Informationen - Regelverstoss melden
|
||