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Dancing Que - King. Definitely King


Ich muss etwas gestehen.

Offen gesagt ist es mir sogar etwas peinlich, und vielleicht sieht es die Gesellschaft als eben solchen Makel an, wie ich es tue, aber.. ich weiss nicht. Meine kleine, stille Hoffnung ist jene, dass es nicht nur mir so geht. Damit. Dass ich.. etwas nicht tun kann. 

 

Und das ist tanzen. 

 

Ich spiele Klavier nun seit über 13 Jahren. Ich spiele nicht gern vor Publikum, aber ich kann spielen und habe auch ein wenig Gefühl in Sachen Rythmus. Nur überträgt sich dieser Rythmus.. nicht auf mehr als auf meine Finger. Meine Arme und Beine fangen höchstens unkontrolliert an zu zucken, wenn das Gehirn versucht, diverse Tänze oder Bewegungen an die Muskeln zu schicken, wenn es ums Tanzen geht. Dabei ist es nicht einmal so, dass ich es nicht versucht hätte. Mit 12, 13 besuchte ich, zu Zeiten meiner Konfirmationsunterrichte, eine Tanzschule mit einer Klassenkameradin. Sie sah nicht einmal gut aus, und groß das Gefühl in den Beinen hatte sie, genau wie ich, auch nicht, aber hey, die Gesellschaft sagte, es solle Spaß machen, sich den Walzer- und Discofox-Qualen zu unterziehen. So wurde zu alter 90er-Jahre-Musik der Tanzschrit eingeübt, unbeholfene Schritte wurden getan, zögerliche Hände an noch schmalere Taillen gelegt, immer in der stillen Hoffnung, dass diese anderthalb Stunden bald vorbei seien. 

Doch sie zogen sich wie das Lied des ChaChaCha, und der dumpfe, stumpfe Klang der mechanisch klingenden Boxen zogen sich durch die verspiegelten Hallen der Tanzhölle. Natürlich waren wir nicht die einzigen - fetthaarige, ebenso plump aussehende Gestalten wie ich selbst und einige andere junge Mädchen in meinem Alter tanzten auch fleißig mit. Besser als meine Tanzpartnerin und ich. Ich empfand Scham dabei, und ich komme auf dieses Thema, weil ich grade eine Hochschultheateraufführung gesehen habe. Und ja, dieser Titel ist ins Deutsche übersetzt, da.. naja, auch egal. 

 

Zum Abschlussball - den Mittelball lassen wir einfach außen vor - wurde es dann noch peinlicher, weswegen ich seit diesem Moment beschlossen habe, als ein paar Jungs und ich an der Bar der Halle saßen und uns eine Cola nach der anderen reingezogen haben, bis wir zitternd aufs Klo gegangen sind, wankend wie Halme im Wind, weil unser Körper so viel Koffein nicht gewohnt war...

..war, dass ich immer an der Bar sitzen würde, wenn ich in einer Bar wäre, wo man trinken kann. Und die Frauen, so dachte ich damals, gerne zu einem Drink einladen würde. Oder mehreren. Solange es sie davon abhielte, mich um einen Tanz zu bitten. 

 

11 Jahre später hat sich an dieser Einstellung nichts geändert. Ich gebe gern Drinks aus. Schaue gerne denen zu, die es können. Wie sie ihre Körper in Lagen bringen können, dass man denkt, dass gleich Leute mit Kameras reinkommen und ein Musikvideo aufnehmen. Gerne schaue ich. Gerne lächle ich. 

 

Doch ich werde sitzen bleiben. Immer.

 

Wobei ich mittlerweile sagen kann, dass ich vorm Badezimmerspiegel doch eine gute Figur abgebe, was zuckende, "tanzende" Bewegungen angeht. 

Wahrscheinlich auch nur, weil man vor lauter beschlagenen Scheiben nichts erkennen kann.

Dem Himmel sei Dank.

Und ihr armen Nachbarn, die ihr das Rhinozerosgetrampel jeden morgen ertragen müsst. Entschuldigung.

 

~Lacooda

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