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Vergessen


Dear Diary ...

Das Gedicht, welches nun folgt ist in einer dieser schon besagten Nächte entstanden in denen ich vor lauter Gedanken nicht schlafen kann. Ich erinner mich noch als wäre es erst gestern gewesen.

Eine der schlimmsten schlaflosen Nächte die ich bislang hatte. Der Gedanke der mich die ganze Zeit über wach gehalten hat war: "Warum du? Warum nicht irgendwer anders?" Vielmehr waren es offene Fragen die mich nicht haben schlafen lassen ... & die mir NIE jemand beantworten kann, weder damals, noch heute, noch irgendwann in ferner Zukunft.


Vergessen

Ein Passbild in schwarz/weiß,
Ein alter, geliebter Teddybär,
Dein Name,
Die Stadt in der du gelebt hast
Un das Bild von unserem letzten Treffen vor meinem geistigen Auge.
Das ist alles,
Was mir von dir geblieben ist.
Mein Vater...
Heute fast zehn Jahre nach deinem Tod
Wird mir klar, dass ich versagt habe.
In Gänze meiner Rolle.
Eine Tochter, die sich niemand wünscht.

Nicht ein einziges Mal stand ich an deinem Grab,
Nicht einmal hab ich über dich gesprochen.
Doch das heißt nicht,
Dass ich nicht um dich geweint habe.

Ich weine des öfteren um dich.
Ich weine,
Nicht nur weil ich dich vermisse,
Sondern auch, weil ich deine Tochter bin.
Deine Tochter, die dich nicht kennt und
Eigentlich nichts über dich weiß.
Ich weine,
Weil ich weiß, dass du etwas Besseres verdient hättest.
Dessen bin ich mir sicher.
Ich weine,
Weil ich nie über dich gesprochen habe.
Und wer nicht spricht vergisst.

Ein Teufelskreis...
Ich weine während ich diese Worte hier schreibe.
Doch am meistens weine ich,
Weil mir klar ist,
Dass ich dich vergessen habe.
Und das tut weh.
Denn wer nicht spricht vergisst,
Wer vergisst tötet
Und wer durch Vergessen getötet wurde
Existiert nicht mehr und kehrt niemals mehr zurück.
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