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Alle guten Dinge sind 3 - Siebtes Kapitel


Patrizia hatte Recht gehabt. Auf ihre Menschenkenntnis war also Verlass. Es tat mir leid, dass ich ao kindisch reagiert hatte. Ich wollte einfach nicht einsehen, dass er nicht der war, der er zu sein schien. Oh, was war ich naiv! Denn gerade eben hatte ich ihn in flagranti beim Küssen mit Elisa erwischt. Obwohl er mich damit zutiefst verletzt hatte, konnte ich dieser Geschichte etwas Positives abgewinnen: Luis wurde für sein Verhalten bestraft. Er stand jetzt nämlich alleine da. Ein weiterer guter Gedanke war, dass sogar die schöne Elisa betrogen worden ist. Es konnte also jeden treffen. Diese Gedanken trösteten mich etwas und linderten die Wut auf mich selbst. Von diesen Gedanken bestärkt machte ich zu auf den Weg zu Patrizia, um mich wieder mit ihr zu versöhnen. Außerdem wollte ich ihr mitteilen, dass ich mit Luis Schluss gemacht habe und wie es dazu gekommen ist.

Patrizia war leider nicht zu Hause. So entschloss ich mich zur „Kaffeetasse“ zu fahren. Vielleicht hatte ich Glück und sie war ebenfalls dort. Sie besuchte das Café oft am Abend. Es hatte nämlich am Wochenende lange offen. Patrizia war nicht da. Ich blieb trotzdem und bestellte mir einen Cappuccino, denn nach Hause wollte ich nicht. Kurz darauf brachte mir Johann den Kaffee.

Johann! Ausgerechnet Johann! Seit wann arbeitete er am Abend? Das konnte einfach nicht wahr sein! Dieser Casanova war der Letzte, den ich sehen wollte. Ich war nach wie vor davon überzeugt, dass er sich an Patrizia ranmachte. Bisher hatte ich das akzeptieren können, doch heute konnte ich diesen Gedanken nicht ertragen. Ich glaubte zwar meiner Freundin, dass sie keine Beziehung zu ihm will, aber seine Ausfragerei nach meiner Person hielt ich nach wie vor für eine Taktik, um sich ihr anzunähern. Patrizia durchschaute das wohl nicht.
Am liebsten wäre ich jetzt aufgestanden und aus dem Café gerannt. Doch das Problem war, dass Johann schon fast vor mir stand und mich so schon gesehen hat. Außerdem sah ich es nicht ein, mir meinen Cappuccino von ihm nehmen zu lassen. So machte ich gute Miene zum bösen Spiel und versuchte so freundlich wie möglich zu schauen. Er kam ja nur, um mir meine Tasse und das kleine Gebäck dazu zu bringen.
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Kommentare

awtwahl [Tb: arnowa 2013] - 12.08.2010 20:50
gerade mal reingelesen bei dir, viele gruesse

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