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Silvester 08 - Mama und die Anderen


Das Zimmer ist sauber und geschmückt . Es sieht aus, als würde ich ne Party geben. Ja, es könnte wirklich jemand kommen.

Es kommt aber niemand. Anita B. kann nicht, weil es ihr nicht gut geht. Janine hat sich seit sie daheim ist nicht gemeldet und ich mich auch nicht bei ihr. Sie hätte so oder so keine Zeit für mich.

Gut, ich geb´s zu: Mit mir kann man keine Partys feiern. Ich weiß nicht wie das geht, weil ich es nicht gelernt habe. 

Wie auch immer. Ich find´s schön endlich mal ein bisschen geschmückt zu haben. Warum soll ich mir die Feier vom Alleinsein nehmen lassen? Soll der Fernseher wirklich alles sein? Nee, ohne mich! Alle schmücken sie schön und feiern mit Freunden und Bekannten. Da will ich auch mal ein bisschen feiern. (oder so).

Heute Abend arbeite ich doch. Der Chef hat gestern angerufen und mich gefragt, ob ich was vorhätte. Nee, natürlich nicht. So arbeite ich mit Petra zusammen. Wenn sie alleine wäre, würde es später als 11 werden. Genau wie letztes Jahr bei mir, ne?

Vielleicht habe ich das nächste Mal Glück und ich kann mit jemand feiern. Nur Mut, es wird schon werden.

Mit den Eltern ist ja nichts los. Als ich vor ein paar Tagen Mama gefragt habe, was sie so macht, sagte sie: "Ich weiß nicht. Ich glaub nicht, dass uns Peggy einläd" - "Hm, dann frag doch mal." - "Ich kann mich doch nicht bei ihr einladen! (Was soll sie denn denken?)" - "Jaah nicht einkaden. Frag doch einfach, was sie vorhat und dann sagt sie ja, ob sie was macht oder nicht. Du kannst sie auch einladen oder so. Ja, es würde sich einfach so ergeben." - "Ach, ich denk sie hat keine Zeit, sie sind woanders eingeladen" - "Ja, und Gioseppe und Alexandra?" - "Nee... (lass mal) Mir ist nicht nach feiern.."

Klar, jetzt wo sie den Hintern hochheben müsste und fragen. Die Leute kommen nicht zu ihr. Sie muss zu ihnen kommen. Peggy war an Silvester noch nie hier.

Naja, soll Mama doch eben vor der Glotze hocken wie immer. Sie ist schon seltsam: Auf andere wirkt sie so gesellig und fröhlich und daheim verkriecht sie sich vor den Fernseher und tut sich schwer Freundschaften zu schließen. So lange sie nichts machen muss, ist alles in Ordnung. Sobald sie gefragt ist, will sie nicht den ersten oder nächsten Schritt machen. So wird sie nie zu richtigen Freunden kommen. Nie wird sie jemand zu einer Pary einladen oder mal zum Kaffeee. Sie und Frau Wirts könnten schon Freundinnen sein. Aber will sie? Nee. Das bedeutet ja Selbstüberwindung.

Mama ist passiv. Rege im Haushalt und in der Arbeit, keine Frage. Doch im gesellschaftlichen Bereich ist sie ein Chamäloen, ein Papagei und ein Kaninchen. Passt zusammen.

Als wir an Weihnachten in die Kirche gingen, hing sie die Jacke an den äßersten Haken zur Treppe und verschwand gleich nach oben. Sie meinte, sie hätte keine Lust auf die Begrüßung, also auf das "gesegnete Weihnachten" wünschen. Ich wollte es ihr gleich tun und ebenfalls ungesehen und so schnell wie möglich nach oben huschen....Moment mal! Wie wirkt das auf die anderen Leute? Vor allem: Das ist doch mein Verhalten. Seit wann ist Mama so ein Stoffel? Es war, als würde mir ein Spiegel vorgehalten. Ich wirkte also unfreundlich auf die Leute. Sie standen da und begrüßten sich. Sie kennen sich ja und freuten sich zu sehen. Außerdem... brech ich mir einen Zacken aus der Krone,wenn ich mal nett ihnen bin und ihnen "Frohe Weihnachten" wünsche? Nee... also los. Was soll ich auch schon da oben minutenlang schweigend auf der Bank neben Mama hocken, während unten was los ist? Eben.. nichts. Ist langweilig.
So hab ich mich den Anderen bei den Glückwünschen (oder so) angeschlossen und sie begrüßt. Mir gings damit gut und -oh Wunder, niemand war bissig oder abweisend. Also, was mach ich mir immer Sorgen?

Als die Kirche vorbei war, standen wir so rum. Peggy kam dazu. Doch sie blieb nicht auf einem Flecken stehen und lief zu einigen Leuten. Mama rührte sich nicht, obwohl sie sie auch kennt. Ich stand unsicher neben ihr, weil ich niemand kenne und alle viel älter als ich sind.
Peggy kam immer wieder zurück.
Aber... hey Mama, wenn du so eine gesellige Person bist, wieso bleibst du wie ein Stock an einer Stelle stehen? Was soll dann dieses Lachen? Ist das vorgetäuscht? Wer bist du wirklich? Wie willst du sein?
Du wünschst dir beliebt zu sein. Aber nicht so, dass du im Mittelpunkt stehst. Alle sollen zu dir kommen und du bewegst dich keinen Millimeter. Wenn, dann nur aus Höflichkeit.

Mama ist im Grunde eine Außenseiterin. Ihr Glück ist es, dass sie durch ihre Papageien/Chamäloenart schafft, bei den Anderen gut anzukommen. Sie hat eigentlich eine Maske auf. Immer heiter, immer nett, fröhlich, freundlich und was weiß ich. Sie hat Talent. Das muss ich ihr lassen. Die Leute können mit ihr ne tolle Zeit verbringen ohne dass sie etwas näheres über sie erfahren. Sie ist verschlossen und offen zugleich. Scheinbar offen. Es ist oberflächlich. Die Meisten mögen das. Mama hat gelernt, dass sie nur die oberflächlichen Dinge mögen und dass sie bei den meisten Witzen mitlachen muss. So kommt sie an.
Wenn sie ihre andere Seite kennen würden...

"Hm, ich weiß gar nicht, wie ihr zusammenpasst. Du bist so fröhlich und gesellig und dein Mann ist mehr so muffelig.", meinte so ähnlich der Vorsteher Alexander.
"Doch das passt. Sie ist im Grunde wie er: Vergräbt sich vor dem Fernseher und hat keine Freunde.", könnte ich antworten. Hehehehehehe


geschr. 16:00
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