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Der Tag an dem ich verstehe, was Milo´s Problem ist


ch bin noch nicht einmal richtig wach als Jan zu mir sagt: „Schau mal wer da kommt!“ und vor allem bin ich nicht darauf vorbereitet, denn ich möchte einfach nur Ruhe, aber das sollte sich jetzt erledigt haben. Wenn so ein Morgen startet, ist es schon ein verlorener Tag.

Da die zwei ja heute Nachr zelten wollen, müssen wir erst einmal ins Warehouse und Schlafsäcke kaufen. Dort wird noch allerlei anderer Mist gekauft. Cindy kauft mal wieder Perlen, denn sie bastelt jetzt aus Langeweile Perlenketten. Hier kostet eine Packung ja auch nur 2$, davon werde ich mich reichlich eindecken, wenn ich nach Hause fliege. :) Milo kauft sich eine Luftmatratze aus Plastik, also so ein Billigding womit man eigentlich ins Wasser geht.

Danach geht es noch schnell einkaufen. Heute Abend wollen wir grillen, denn auf unserem kleinem Campingkocher für 5 Personen zu kochen ist unmöglich, immerhin haben wir auch nur kleine Töpfe. Wir decken uns mit Fleisch und Baguette ein, dann ist die Frage was Hanna ist. Sie möchte Feta, schlaue Idee, denn Käse ist hier sowieso teuer und Feta erst recht. Ist ihr egal... dann gibt es den Schafsfeta verbilligt auf 8$ das Stück, aber das passt ihr nicht, denn sie will welchen aus Kuhmilch. Der kostet dann aber auch gleich wieder 12$. Ist ihr egal... Schlau. Na gut, sie hat den Flug von Auckland nach Wellington ja auch am Flughafen gebucht und hat statt normalen 50$ 200$ bezahlt. Dann hat sie ihr Geld auch am Flughafen gewechselt und weil der Mann am Schalter gesagt hat, es wäre jetzt ein super Kurs (vielleicht für Flughafen Wechselstuben ja) und einmal mit den Wimpern geklimpert hat. Sie hat dort ihr gesamtes Geld zu dem schlechtesten Kurs, den ich in ganz Neuseeland gesehen habe, getauscht. Sehr schlau und vor allem leichtgläubig, na gut, ist ihr Geld, lass sie machen, denke ich mir.

Auf dem Heimweg überlegt sie dann, ob sie sich etwas beim Chinesen kauft. Sie würde aber nicht alles essen, meint sie und Kinder- Portionen gäbe es nicht, also nein, zwei Sekunden später überlegt sie es sich wieder anders, geht zurück und kauft sich doch etwas. Alle sind total genervt, hoffen, dass es jetzt endlich ein Ende hat.

Wieder beim Auto angekommen werden erst einmal die Zelte aufgeschlagen. Wir haben eigentlich nur zwei ein- Mann- Zelte, aber in das eine passen auch zwei dünne Personen. Das andere ist wie ein Sarg von der Form und man liegt auch darin wie in einem Sarg, hat keinen Platz, um sich zu drehen. Eine andere Deutsche kommt zu uns, um und zu sagen, dass Zelte aufschlagen hier verboten ist. Doch wir habe ja auch gestern hier gezeltet und da ist keiner gekommen. Sie meint, es würde jeden Abend jemand kommen, aber ich habe bis jetzt noch niemanden gesehen, wir haben auch keine andere Möglichkeit, also machen wir weiter. Danach heißt es Feuerholz am Strand suchen, doch leider lässt sich da irgendwie wenig finden. Jetzt haben wir ein Problem, denn ohne Holz kein Feuer. Die Junges gehen also noch einmal Holzkohle besorgen. Die sind nicht gerade begeistert, aber das bin ich auch nicht, denn ich muss mit der Trulla allein hier bleiben und mir ihr geschwafel anhören. Das ist auch nicht gerade besser. Die anderen scheinen froh zu sein, kurz durchatmen zu können. Sie unternimmt einen kleinen Ausflug zum Strand und ich kann in aller Ruhe lesen. Sehr schön. :)

Die Jungs mussten noch einmal zum Warehouse laufen, woanders gab es keine Holzkohle, allerdings mussten sie ganze 10$ für einen 3 Kilo Sack löhnen. Dann machen wir endlich den Grill an und es dauert, bis es dann endlich Essen gibt. Mein Magen knurrt mittlerweile heftig und ich habe schon allerlei Blödsinn zwischendurch gegessen. Meine Laune ist auch im Keller vor lauter Hunger. Nach dem Essen aber bin ich rund, voll und glücklich. Wir sitzen herum, reden und warten auf das was noch kommt. Irgendwann kommt ein Mann mit weißem T-Shirt, von uns als „Mann in weiß“ benannt und sagt uns, dass wir hier keine Zelte aufbauen dürfen. Bleibt aber nett und freundlich und meint, dass wir hier doch alle nur feiern wollen und er keinen Ärger machen will. Es ist sein Job und er muss dafür sorgen, dass es gemacht wird. Auf die Frage, was sie denn machen sollen, denn alle Hostels sind belegt, weist er uns freundlich darauf hin, dass der Campingplatz fürs zelten da ist. Damit hat er wohl auch recht, immerhin ist wild campen in Deutschland komplett verboten und hier nur an den Städten, wenn die Städte selbst ein Verbot auferlegen.

Also machen wir uns daran, die Zelte wieder abzubauen. Hilft ja nicht, wollen ja alle keinen Ärger bekommen. Außerdem ist es nicht so kalt momentan, die Tage sind heiß und die Nächte zwar kühl, aber nicht so kalt, dass man friert. Hanna hadert und schimpft schon wieder, immerhin würde sie frieren und es würde Tiere geben, die über sie krabbeln. Sie würde nicht draußen schlafen, aber es bleibt ihr ja keine andere Möglichkeit und das weiß sie auch. Sie meinte zwar, dass sie das Zelt wieder aufstellt, aber die Vorstellung, dass der Mann mitten in der Nacht wiederkommt, sie munter macht und das sie dann das Zelt wieder abbauen muss, fand sie auch nicht so toll, also findet sie sich langsam damit ab. Nachdem der Mann in weiß, der für die Zelte zuständig ist, weg ist, kommt der Mann in schwarz. Er schaut nach den Autokennzeichen und kontrolliert, ob auch ja keiner schon länger als 2 Nächte hier ist. Er schreibt sich die neuen Kennzeichen auf, streicht die durch die weg sind und hebt die, die schon die zweite Nacht hier sind mit einem gelben Textmarker hervor. Das ist auch bei uns der Fall, denn wir stehen ja schon länger hier. Wir hatten nur Glück, dass vorgestern, aus was für einem Grund auch immer, niemand da war. Einige andere Deutsche bauen hinter den saubersten Dixi- Klos der Welt ihr Zelt jetzt auf. So das es der Mann in schwarz nicht sieht, er ist ja auch schon an ihnen vorbei, außerdem ist es fast dunkel. Doch der Mann in schwarz läuft plötzlich in ihre Richtung und wir denken, dass er sie gesehen hat und es jetzt Ärger gibt. Der Mann läuft zum Papierkorb, schaut die Gruppe an, die wie erstarrt innehalten und wirft etwas in den Müll. Dann dreht er sich um und geht wieder an seine Arbeit. Ist nicht sein Zuständigkeitsbereich, also interessiert es ihn nicht. So sind sie die Neuseeländer!

Eigentlich wollten wir unsere Sachen bei unserem Nachbar dem Holländer unterstellen und kurzzeitig verschwinden, aber wir haben uns das zu spät überlegt. Der Mann ist schon bei unserem Auto. Sagt aber nichts, also war wirklich niemand den einen Tag da. Wir konnten das immer an den Flyern am Scheibenwischer erkennen. Wo und wie lange man in Nelson stehen darf. Einen Tag war keiner da, also gingen wir davon aus, dass auch kein Kontrolleur da war, waren uns aber auch nicht sicher weil wir eben auch nicht am Auto waren.

Dann legen sich unseren neuen Freunde auch schlafen und ich habe ein bisschen schlechtes Gewissen, denn immerhin haben wir es schön warm und kuschelig. Die Männer frieren nicht, aber Hanna nölt weiter und das trotz Zwiebelsystem. Soviel wie sie an hatte, war es unmöglich noch zu frieren...


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Kommentare

vivalavida - 08.01.2013 17:13
Oh mein Gott, du bist in Neuseeland!!!!!!!!!!! Da will ich auch hin!! Das ist ja wunderbar weit weg!!!! Bin schon auf deine nächsten Einträge gespannt!
Liebe Grüße aus dem verregneten Deutschland,
vivalavida


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