Erinnerungen..


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Möchtest du das verkackte Trampolin meiner fallenden Träume sein?

haus aus staub.




Pssst..

Barfuß, die Zehen gespreitzt, die empfindsame nackte Sohle auf rauhem Holz, gepudert mit tristem Staub.. Verblaßt ist aller Glanz.. ganz blaß und verloren, verwirrt und davon gegangen.. Leis' läufst du s voran.. voran, voran.. Die Fußabdrücke sind zu erkennen auf dem dunklen Boden, hinein gedrückt vom großen Zeh bis hin zum Hacken in die Zeit, die sich niederlegte.. Dein Blick wandert, wandert still umher. Neugierig? , Ängstlich? Fasziniert? Dein kleines Herz schlägt bis zum Hals, 's schlägt so laut, dass 's trampeln könnt' und nur würd' man 's Herz hören.. so feste schlagen, so donnernd pochen. Aber du tust es nicht. Du tust es nicht, weil du nicht weißt was die Welt hört. Du weißt, was an deine Ohren dringt. Du weißt, was in deinen Gedanken spukt. Du weißt, was dein Herz zum rasen bringt. Aber der Rest der Welt weiß es nicht. Du bleibst in deinem Haus... bleibst hier, verborgen vor der Welt, verborgen vor allen, die wissen könnten, was sie nicht wissen dürfen oder dürften und es ja doch nicht könnten?

Deine Hand presst sich an deine Brust, deine Finger drücken sich einzeln auf den Stoff deiner Kleidung und drücken.. drücken das Herz in die Stille deines Körpers zurück. .. Psst!

Vorwärts drängt dich die Neugier, rückwärts die Angst. Die Scheu lähmt dich und der Ekel treibt dich voran. Stehst da, weißt nicht, ob nach vorn oder zurück. Was für ein schlechtes Wesen du bist, das fragst du dich.. Wie kannst du atmen? Wie kannst du leben? Wie kannst du es wagen zu träumen und wie kannst du blasphemisch fordern, was dir nie gebührte? Dein Atem schwirrt surrend durch die Stille, verliert sich im Haus, verschwindet so schnell wie gekonnt aus deinen Lungen, um nicht länger zu verweilen an diesem Ort.. Ein Hort dunkelsten Sein's, ein Pfahl, bestickt mit Leben anderer, mit Blut Lebender..

Deine nackten Füße tragen dich weiter, deine Finger pressen sich an deinen Leib, deine Lippen zucken im Wandel von Trauer, Zorn, Ekel und dem schönen Sein eines Lächelns.. Ein Lächeln so bizarr mutet es an auf deinen Lippen. Eine Hand noch frei, wischen deine Fingerspitzen über das verblasste Rot deiner Lippen, vermischt mit dem tiefen schwarz deiner Augen.. Du hast geweint.. Eine Spur von Leben im Staub.. Weißt du noch..?

Das Knarzen bebenden Holzes unter dir, das Wabbern stummer Schreie vor dir, verboren in den Scharnieren der Tür.. Dunkelheißt begrüßt dich, küsst deine blasse Haut wie eine Liebende.. Tritt hinaus.. Psst! Beinah' fällst du, fällst hinein in den Garten, auf den Friedhof aller Träume, in das Mausoleum alles Leben's.. Verschmierte Finger streifen durch's Gestrüpp, einst so schöne Geschenke der Natur, in bunten Farben prangend, jedem Sturm trotzend.. Dornen bohren sich in deinen Leib, ein stummes Hinnehmen bittersüßen Schmerzes, ein liebreizendes Schnurren steckend in deiner Kehle und dort bleibend bis zum letzten Tag der Ewigkeit und noch viel weiter..

Du siehst zurück.. auf ein Haus aus Staub..




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