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Tag 5


Es hat aufgehoert, zu regnen! Endlich!


Ich hab auch gleich die Gelegenheit genutzt, um meine Buecher nach Hause zu schicken. ( die 8Kilo wuerden mein Gepaeck wohl ziemlich belasten - und mehr Platz fuer Geschenke!!)


Diese ganze Aktion hat mich 3 Stunden gekostet. Mit einer hatte ich gerechnet - ich kenne Indien ja mittlerweile.


Vor 3 Monaten waere ich nach dieser Geschichte wahrscheinlich hysterisch geworden, aber heute hab ich das gelassen hinnehmen koennen, leise laechelnd mit einem Chai und einer (oder auch 5) Zigaretten.


Nun gut. ich hab nich also puenklich um kurz nach 4 zu unserem Postamt aufgemacht, das, wie ich mich vorher versichert habe, bis 5 Uhr offen hat.


Leider ist der Mann, der die Pakete vorbereitet heute aber schon um 4 Uhr heimgegangen... Macht ja nix, da ist ja noch das Hauptpostamt, das laenger offen hat.


Bis ich einen Taxifahrer davon ueberzeugt hatte, dass ich nicht ohne Taxameter fahren werde, waren schon wieder 15 min um.


Angekommen beim Hauptpostamt hab ich mich und meine Buecher den Einpackmaennern ueberlassen. Buecher sind billig zu verschicken, sie werden wie alle Pakete in Stoff eingenaeht, nur, dass eine Seite offen bleibt. Wichtig: das Paket darf maximal 5 kg wiegen.


 Da der Einpackmann das auch alles wusste, sind wir uns ziemlich schnell einig geworden. Ich hab mich also auf seinen Hocker gesetzt und ihn mal machen lassen. Immerhin ist das Einnaehen ja sein Job. Er hat also mit sicherem Griff 5 kg Buecher genommen und eingenaeht, dann den Rest. (40 min) In der Zwischenzeit hab ich seinem Kollegen beim Adressenschreiben geholfen und ein bisschen geschwatzt. Als er fertig war, gingen die Pakete zum Nachbarn, der mit der magischen Hand die Pakete gegengewogen hat. "This more 5 , this 55". Dann ging die Riesendiskusion los mit dem Ergebnis, dass wieder jemand aus der Gruppe das fragliche Paket hat wiegen lassen: 5075g. Die 75g Uebergewicht sind auch fuer die indische Post nicht tolerierbar, also: einmal neu. Es ist echt einfach, das schwere Paket zu oeffnen und ein Buch rauszunehmen. Das Problem beginnt, wenn das Buch in das andere Paket rein muss. Aber nach dem Motto: der Geist ist staerker (, als der Stoff), hat der Meister hartnaeckig versucht, das Buch in sein sehr, sehr enges Saeckchen zu stofpen. Die Sache wurde letztendlich geloest, indem ein zusaetzlicher Flicken angenaeht wurde. (!?!) ob das mann haelt?


Mist, das Loch vergessen. Also wieder auf, den Sack, und ein fenster machen (insg. nochmal 30 min). Fuer das Flickwerk wollte der Kerl doch noch tatsaechlich 150 Rupees haben. Ich hab ihm 70 gegeben (immer noch zu viel), die er grinsend genommen hat.


Die Wartezeit wurde mir aber durch die ein oder andere Kuriositaet versuesst. Zum Einen hab ich den wohl aeltesten Feuerwehrwagen in Betrieb gesehen. Er war aber wunderbar in Schuss und gepflegt. Ein grosser, runder Kessel hinten und drumrum 4 Sitze mit 4 Feuerwehrleuten, von denen der vorne rechts die Glocke leuten musste (Bei dem hiesigen Hupverhalten bringt so eine Glockie rein gar nichts). Mist, das andere hab ich schon vergessen. (Ich hatte heute sogar unsere Hausnummer vergessen)


Dann kam der gruselige Teil: Am Schalter Schlange stehen. (In Indien gibt es keine geordneten Schlangen; man muss vielmehr seinen Platz verteidigen. Das bedeutet 15 min konzentriertes Abchecken des Feindes und im geeigneten Moment einen Schritt nach vorne machen. Auf keinen Fall irgendeine Luecke lassen!!)


Natuerlich hab ich mir zuerst den falschen Schalter ausgesucht. Danach meinte der Beamte, dass Buchpost zwar existiert, aber nicht nach Deutschland, nur nach UK. Als dieses Problem geklaert war, konnte ich als Auslaender auf einmal keine Pakete verschicken. Aber- gottseidank gibt es da ja noch eine Ausnahme fuer Reisende. Wenn ich also "Traveller" auf das Paket schreibe, darf ich es verschicken.


Bin  mal gespannt, ob ich die Pakete je wiedersehe!


Trotz allem bin ich froh, dass ich die Sorge los bin. So langsam verliere ich naemlich die Kontrolle ueber meinen Zeitplan und zualledem hab ich mir fuer morgen noch ein sehr interessantes aber zeitaufwendiges Projekt aufgehalst.


Der Countdown laeuft!!

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