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Six
Tot ist man erst, wenn man im den Herzen der Menschen vergessen wird.
Ich las diesen Satz mindestens zehn mal in meinem Kopf vor. Mein Blick schweifte über jeden einzelnen Buchstaben, doch ein wirrer Gedanke verharrte bei dem Wort Tod… Tod, Herzen, vergessen…
Was bedeutet dieser Satz, wieso las ich ihn seit einer Stunde rauf und runter. Ich weiß es nicht. Das letzte Lied auf einem Album spielte sich schon zu Ende, welches zum dritten Mal in der Stereo-Anlage die größer als mein Kleiderschrank war, wiederholte. Es war bereits vier Uhr morgens. Ich wollte einfach nicht zur Ruhe kommen. Meine letzte Flasche Pflaumenwein war auch leer, verdammt. Ich konnte mich nicht beruhigen, ich werde wohl nie wieder schlafen. Wieso? Tja, ein Wort: Mutter. Diesen grenzenlosen Hass, gegen dieses sture Monster, ist gar kein Ausdruck mehr. Nein, sie ist die widerlichste und abscheulichste Ausgeburt der Hölle, oder wie Yoru sagen würde: Des Teufels Kind starb bei der Geburt und meine Mutter ist die Nachgeburt die der Teufel aufgezogen hat. (Ich weiß wieso ich Yoru als meine beste Freundin so liebe, sie findet immer die passenden Worte) Wie dem auch sei, Hanako hatte es ein weiteres Mal geschafft mein Leben grundlegend durcheinander zu bringen. Es ärgerte mich jedoch mehr, dass ich mich über sie aufregte, obwohl es doch sowieso umsonst ist. Sie würde sich nie ändern. Seit dem Vorfall vor 4 Jahren, hat dieses Mistvieh meinen Terminplan mit noch mehr Aufträgen gefüllt, damit ich nicht wieder auf die Idee kommen sollte, nachts alleine in Berlin herumzuirren. Ich bin schon seit Monaten total überarbeitet. Ich weiß nicht wie ich das noch alles schaffen soll. Ich legte mein Tagebuch unters Bett, in eine seidene rote Schatulle, die mir Shoji zum 14. Geburtstag geschenkt hatte. Darin bewarte ich alles auf, was mir noch etwas bedeutete, mein Tagebuch, eine Kette an der ein Schmetterling mit roten Kristallen und ein grauer kleiner Spiegel hingen und eine goldene chinesische Währungsmünze. (Fragt mich nicht wo ich die herhab, ich besitze sie schon seit ich denken kann, aber ich mag sie irgendwie) Ich stand auf und schlürfte mit schweren Beinen ins Bad. Seit etlichen Wochen bin ich hier schon nicht mehr in Ruhe gestanden. Doch ich hätte besser nicht in den Spiegel blicken sollen. Meine Haut, schneeweiß, in meinen übermüdeten Augen sammelten sich blutige Adern an. Dunkle Augenringe zogen sich bis zu meiner Nase hinunter. Ich sank zu Boden und versteckte mein Gesicht in den Händen. „Wie…wie siehst du nur aus…w..a..“ ich schluchzte. Was war nur aus mir geworden. Ein Wrack, ein wimmerndes sich bemitleidendes junges Wrack. Alles in mir schien sich aufzulösen, keine wirren Gedanken, keine gemischten Gefühle, kein schnell pochendes Herz, nichts. Mein Aussehen war schon immer mein Kapital gewesen. Auch wenn mancher sagte, ich sei etwas zu feminin geraten, so beäugten mich die Leute mit eher neidischen Blicken. Schon als kleines Baby, war ich ungewöhnlich fotogen gewesen, denn ich hatte etwas, dass viele Japanerinnen und Japaner auch gerne hätten, Rehaugen, große farbige Rehaugen. Meine Augen waren nahezu Smaragd grün. Belphegor - am 07.12.2010 15:32 Kommentar schreibenDu musst dich Einloggen oder kostenlos anmelden um Kommentare zu schreiben |
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